Drei gutgelaunte Kinder hängen an Karl Vogts starken Armen, als wir das Jugendzentrum an der Krefelder Herbertzstraße betreten. Im ehemaligen sozialen Brennpunkt brennt heute allerhöchstens mal ein Fischstäbchen an. Denn die Küche, das ist immer die erste Station der 60 bis 90 Kinder, die täglich nach der Schule hierherkommen. Auch Flüchtlinge kommen aus den benachbarten Heimen gerne herüber. Wir folgen dem geduldigen Heimleiter und einigen wuseligen Kindern also in die Zentrale der Jugendeinrichtung. Vorbei an einem Raum für Hausaufgabenbetreuung, einem Sofa sowie einem Kickertisch. Auf einem Tresen stehen gesunde Snacks, auf dem Herd ein Tortellini-Auflauf. „Wenn die Jugendlichen nachmittags hereinschneien, haben die auch erst einmal Hunger“, erklärt Karl Vogt. „Bevor sie sich dann um die Jüngeren kümmern oder sich im Kraftraum austoben.“ Im Innenhof startet gleich ein Tischtennis-Turnier. Zeit für den 59-jährigen Einrichtungsleiter, mit uns einen Kaffee zu trinken.

Gelber Spaß für den guten Zweck - 5. Krefelder Entenrennen

Dass aus dem Problemviertel innerhalb der letzten Jahre eines geworden ist, in dem sich inzwischen sogar junge Familien ansiedeln, ist auch der Arbeit des Teams aus Haupt- und Ehrenamtlern zu verdanken, das sich kümmert. Unterstützt werden sie dabei seit gut 25 Jahren vom Lions-Club Krefeld. Deshalb sitzen auch Klaus Christian Knuffmann und der Entenbeauftragte Marco Lemke mit am Küchentisch. Zum fünften Mal organisieren sie gemeinsam mit fünf Krefelder Lions-Clubs das Entenrennen auf dem Stadtwaldweiher. Der Erlös dieser unterhaltsamen Charity-Aktion geht an Projekte für Kinder und Jugendliche. Der gelbe Spaß auf dem Wasser findet dieses Jahr zu Gunsten von Mobifant, dem Bootshaus am Stadtwaldweiher und Spiel ohne Ranzen statt. Der Erlös geht aber auch ganz konkret in Fischstäbchen für die Herbertzstraße. Oder in Stifte, Bücher, Hantelstangen, Computer, Theaterprojekte, Werkstattzubehör, Busse, Ferienfreizeiten und vieles mehr. „Wir haben einen Förderbedarf von jährlich 40.000 bis 50.000 Euro nur für Lern- und Lebensmittel, Spiel- und Bastelmaterial“, führt Karl Vogt aus. „Die Lions halten die gute Sache nahezu allein am Laufen, mit ihrer Unterstützung.“ Eine Unterstützung, die in Zeiten leerer Kassen der Städte und Kommunen umso wertvoller ist. Klaus Christian Knuffmann legt dabei besonders großen Wert auf den persönlichen Kontakt zu den Betreuern sowie den Kindern und Jugendlichen. „Wir stellen uns gerne hin und machen Dinge selbst“, sagt er. „Wir möchten nicht einfach nur medienwirksam Schecks überreichen. Wir möchten vor Ort sein, um zu wissen, was gebraucht wird.“

Ein Mal im Jahr machen er und Karl Vogt ein Brainstorming, bei dem Projekte erdacht und vorgestellt werden. Zur Umsetzung der Ideen wird, wie überall, Geld benötigt. An dieser Stelle kommt dann der Entenbeauftragte ins Spiel. Marco Lemke plant und organisiert das Entenrennen seit Jahren mit Begeisterung. Inzwischen ist es fast zu einem Selbstläufer geworden. Dennoch gibt es viel zu tun, bis dann am 26. Juni ab 11 Uhr der Krefelder Stadtwald von gelben Enten bevölkert werden kann. Genehmigungen müssen eingeholt, ein Rahmenprogramm erdacht und Vorverkaufsaktionen ins Leben gerufen werden. „Wenn ich dann sehe, wie Kinder und Erwachsene gleichermaßen Freude haben an den Enten, dann weiß ich, die ganze Arbeit hat sich gelohnt“, freut sich der 41-jährige Mann mit den beiden Enten auf den Schultern. Damit auch im Juni wieder viel Geld für den guten Zweck zusammenkommt, sind die Renn-Enten bereits fleißig im Trainingslager. Auf der Entenrennen-Facebook-Seite sieht man sie auf dem Trimm-Dich-Pfad, beim Waldlauf oder der Strategiebesprechung an der Krefelder Rennbahn. Vorbildlich.

Entenvorverkauf am 11.06.2016 beim Ladies Day auf der Galopprennbahn Krefeld. Weitere Infos sowie die Enten-Vorverkaufsstellen gibt es unter: www.krefelder-entenrennen.de, info@krefelder-entenrennen.de

Lions-Club Krefeld Niederrhein: www.lions-krefeld-niederrhein.com.