Brauerei Königshof: Zehn Jahre Original Königshofer – Die Biermarke für Krefeld feiert Jubiläum

28. Februar 2002. Der letzte Tag, an dem in Deutschland in D-Mark bezahlt werden konnte und der letzte Tag für die damalige Rhenania Brauerei. Schluss, aus und vorbei – das Zentrum der Krefelder Braukunst an der Obergath lag am Boden. Krude Pläne wurden bemüht, die Brache zu ­zerstückeln und nach Algerien zu deportieren. Doch dann kam eine Hand voll waschechter Krefelder in schillernd biergelber Rüstung daher und fasste den Plan, die alte Brauerei mit einem neuen Konzept in eine so vorher nicht bekannte Blütezeit zu führen. Die Brauerei Königshof war geboren und verdingte sich anfangs als Lohnabfüller und Dienstleister diverser Marken. Es folgte der Weg zur eigenen Identität.

Schild

Ein eigenes Bier für Krefeld

„Anfangs dachten die Menschen, Landfürst wäre unsere Marke, weil diese unter anderem in unseren grünen Brauerei Königshof-Kisten verkauft wurde“, erinnert sich Marketing- und Vertriebsleiter Frank Tichelkamp und lacht: „Die Rufe nach einem Bier für Krefeld wurden immer lauter. Leider merken die Menschen oft erst, was sie hatten, wenn sie es verlieren.“ 2007 ist es dann so weit: Original Königshofer war geboren und mit ihm die klare Strategie, den Trend hin zu regionalen Produkten und Marken zu stärken und eine Krefelder Symbiose zu erzeugen. „Für uns war die Heimat, war die Region, war Krefeld, vom ersten Moment an wichtig. Stolz trug unser erster Bierkasten, der weiße 11er, die Bezeichnung ,Bierspezialität aus Krefeld’“, so Tichelkamp weiter. „Unser Plan war ganz klar, dass sich die Menschen in zehn Jahren fragen sollten: ‚Wie hieß nochmal die Brauerei, die vor Königshofer am selben Standort war?‘.“ Tatsächlich sind die meisten Krefelder verwundert, wenn sie hören, dass es Original Königshofer „erst“ seit zehn Jahren gibt.

International völlig unbekannt – national eher unbedeutend – regional unersetzlich

Im Gegensatz zu vielen anderen Brauereien, deren Fokus auf der Erschließung neuer Absatzmärkte und Vertriebsgebiete liegt, hat sich Königshofer vor allem auf das Krefelder Umland konzentriert und branchenübergreifend zu mehr Identifikation mit der Stadt angeregt. „Sehr oft wird uns berichtet, wie Krefelder, auf Reisen oder zu Besuch bei Freunden, außerhalb unserer Region, stolz von ihrer Brauerei mit der besonderen Geschichte berichten. Auch wir sind stolz darauf, wie diese ersten 13 Jahre abgelaufen sind und freuen uns über die ersten zehn Jahre der Marke Königshofer. Was uns vor allem freut, ist, dass wir Arbeitsplätze schaffen konnten, Identität stiften durften und Lokalpatriotismus geweckt haben. Nicht wenige Krefelder Unternehmen und Vereine haben unseren Slogan ‚Krefelder für Krefeld‘ in ihrer eigenen Weise aufgenommen und für sich umgesetzt“, erklärt Geschäftsführer Robert Ditz.

Robert Ditz, Frank Tichelkamp

Die Väter des Erfolgs: Geschäftsführer Robert Ditz und Vertriebs- und
Marketing-Leiter Frank Tichelkamp

Wirtschaftliches Zugpferd für die Region

Im Windschatten der prosperierenden Brauerei ist der Krefelder Süden wirtschaftlich erstarkt.  Bauunternehmen, Dienstleister, Lieferant und Logistiker haben Aufträge erhalten und konnten als stete Partner mitwachsen. Am meisten haben allerdings die Königshofer Bierfreunde vom Konzept des Verzichts auf kostspielige Werbe- und Promotion-Maßnahmen profitiert. „Das Prinzip ist denkbar simpel, aber mindestens ebenso effektiv: Wer anstelle anderer Premiummarken zum vergleichsweise günstigen Königshofer Bier greift, spart unterm Strich bares Geld, das er in anderen Lebensbereichen ausgeben kann. Indirekt fördern wir so also täglich den Einzelhandel, das Vereinswesen und die Veranstaltungsindustrie“, so Tichelkamp.

„Unser Plan war ganz klar, dass sich die Menschen in zehn Jahren fragen sollten: ‚Wie hieß nochmal die Brauerei, die vor Königshofer am selben Standort war?“

Hochqualitatives Bier mit Auszeichnung

Zwar verzichtet die Brauerei Königshof auf kostspieliges Marketing, aber nicht auf Qualität. Seit nunmehr sieben Jahren bekommt der Produzent des beliebten Gerstensaftes ununterbrochen Gold von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) für sämtliche hergestellte Produkte und ist seit Jahren im Bereich der Lebensmittelherstellung nach höchstem IFS-Standard zertifiziert. Viele Brauer nutzen die Königshofer Kollegen als vertrauenswürdigen Dienstleister. Das Team rund um Diplom-Braumeister Georg Schroers war sogar schon einmal bestes Ausbildungsteam in Nordrhein-Westfalen und durfte im Folgejahr die Prüfungen aller Auszubildenden des Braugewerbes durchführen.

Hilfe als Honorierung von gelebten lokalen Partnerschaften

„Wir haben natürlich auch Wünsche für die Zukunft, damit wir gemeinsam mit den Krefeldern noch viele gemeinsame Projekte in der Region umsetzen können. Wichtig ist aber dabei, dass uns unter anderem auch die Krefelder weiterhin so unterstützen wie bisher und diejenigen davon überzeugen, die das noch nicht tun“, appelliert Frank Tichelkamp. „Wie? Ganz einfach: Schlicht einmal den Blick in den Kühlschrank, Keller oder in die Garage werfen. Dann beantwortet sich die Frage von selbst, wenn dort eine Flasche oder ein Kasten Königshofer steht.“ Zudem, so Ditz, sollten sich die Verantwortlichen von Vereinen, Institutionen und Projekten einfach mal fragen, ob neben dem Ansinnen nach einer „Krefelder Hilfe“ nicht auch der Konsum der heimischen Marke damit verbunden sein sollte, die man um Hilfe bittet.  „Wir sind überzeugte Krefelder und helfen selbstverständlich gerne, wenn wir das können, aber man muss uns auch dazu in die Lage versetzen. Diese Hilfe ist dann keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Honorierung von gelebten lokalen Partnerschaften.“