Nicole Grigat - Café Ape Nicole Grigat und die Café Ape vom Förderverein Hospiz Krefeld e.V.

Ihre Stimme stockt und wird leise. Sie bekommt feuchte Augen vor Rührung, wenn sie erzählt, wie würdevoll und tröstlich mit den Gästen und deren Angehörigen im Krefelder Hospiz umgegangen wird. Wie viel Mühe sich die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen geben, die letzten Wünsche zu erfüllen.

Nicole Grigat (43) engagiert sich nicht nur als Schatzmeisterin im Förderverein Hospiz Krefeld e.V., sondern hat mit der Café Ape, dem zu einem Kaffeemobil umgebauten Piaggio-Dreirad-Minitransporter mit zehn PS, im August 2014 eine Idee umgesetzt, die die aktive Spendensammlung so richtig ins Rollen gebracht hat. „Ich bin sehr glücklich, dass auch meine anfänglichen Kritiker mittlerweile von der Idee überzeugt sind“, freut sich die Initiatorin.

15.000 Euro kamen bisher zusammen: bei verschiedenen Krefelder Stadtfesten, beim Jazzfestival auf Burg Linn, bei Firmenveranstaltungen, auf Weihnachtsmärkten. Auch beim Vorverkaufsstart für die neue Pappköpp-Saison standen zwei Ehrenamtler mit dem lindgrünen Gefährt ab 6 Uhr parat, um die Wartenden gegen eine Spende mit frischem Kaffee zu versorgen. Nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatleute können die Café Ape gegen eine Spende buchen. Eine Mail genügt, und sie kommt angeknattert.

Heute lernen wir den „Motor der Café Ape“ näher kennen und verstehen, warum sich Nicole Grigat derart intensiv in ihrem Ehrenamt einsetzt. Sie ist eine toughe Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei für Steuer- und Rechtsberatung an der Forstwaldstraße. Mit Auslandserfahrung in New York und Postgraduiertenstudium „Master of Laws“ in Münster. Sie ist erfolgreich, dynamisch und attraktiv. Das ist die öffentliche Nicole Grigat. Die private ist empathisch, besonnen und verletzlich. Eine Frau, die durch eine persönliche Erfahrung vor zehn Jahren beschlossen hat, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Damals war meine Mutter schwer erkrankt. Sie konnte geheilt werden. Unsere Familie hat sehr viel Glück erfahren. Dieses Glück wollte ich zurückgeben.“

Nicole Grigat - Café Ape

Nicole Grigat ist nicht nur eins von 238 Mitgliedern im Hospizverein, sondern auch Anti-Dopingbeauftragte des Deutschen Hockeybundes und Pressesprecherin des Zonta Clubs Krefeld, deren Vorsitzende sie von 2011 bis 2013 war. Also eine echte Charity Lady? „Oh nein, diesen Ausdruck finde ich furchtbar“, winkt sie gleich ab und fügt hinzu: „Ich mache diese Arbeit aus innerem Antrieb, weil sie mir zeigt, wie wichtig Werte sind. Das erdet mich total.“ Und genau deshalb misst die Frau, die einen Großteil ihrer Freizeit im ehrenamtlichen Einsatz ist, auch nicht die Zeit, die sie dafür aufwendet. Nur so viel: Es sind sehr viele Wochenenden.

Der Erlös des Kaffee-Verkaufs durch die Ape sowie alle anderen Spenden und Mitgliedsbeiträge kommen unmittelbar der Hospizarbeit zugute. Davon werden unter anderem. die Ausbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter und Schulungsmaßnahmen finanziert. Die Café Ape dient auch der Verbreitung des Hospiz-Gedankens. Mit ihrer positiven, sympathischen Optik zieht sie Menschen an. Wo lässt es sich auch leichter ins Gespräch kommen, als bei einer Tasse guten Kaffees? Und der ist wirklich gut. Der Geschmackstest zog sich über Monate hin, bis die perfekte vollmundige, nicht zu bittere Bohne gefunden war. Bis heute konnten Nicole Grigat und die anderen Helferinnen und Helfer vor Ort vielen Menschen die Hemmung vor dem Thema Sterben nehmen und ihnen von der Hospiz-Arbeit berichten. „Nur durch Öffentlichkeitsarbeit lassen sich Spenden generieren“, so die Schatzmeisterin.

Prominente Unterstützerin vom Hospiz am Blumenplatz ist die bekannte Schlagersängerin Andrea Berg. Die gebürtige Krefelderin ist eine enge Freundin von Bürgermeisterin Karin Meincke, die wiederum Vorsitzende der Hospiz-Stiftung Krefeld ist. Jedes Jahr kommt Andrea Berg zur Weihnachtsfeier. „Sie hat für jeden Gast und die Angehörigen ein Ohr; das ist ihr sehr wichtig. Ihre Verbindung zu den Mitarbeitern und Ehrenamtlern ist sehr eng. Sie ist allen gegenüber offen und erfüllt jeden Autogrammwunsch“, erzählt Nicole Grigat.

Auch die Schatzmeisterin des Hospizvereins erlebt immer wieder bewegende Momente mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Mit Tränen in den Augen erinnert sie sich: „Im Hospiz lebte ein Herr mittleren Alters. Er war kurz vorher Vater geworden. Seine Frau besuchte ihn ein letztes Mal mit dem gemeinsamen Baby und legte ihm den Säugling auf die Brust. Dann ist er für immer eingeschlafen.“

Solche Erfahrungen sind es, die Nicole Grigat jeden Tag erneut antreiben, Menschen von der Bedeutung und Würde der Hospizarbeit in Krefeld zu überzeugen und möglichst viele Spenden für die gute Sache zu sammeln.

Förderverein Hospiz Krefeld e.V., Telefon: 02151-931 330
info@ape-krefeld.de, www.ape-krefeld.de

Die Ape – eine kleine Diva
Als Nicole Grigat vor Jahren eine Ape an der Ampel neben sich sah, verliebte sie sich in das Gefährt. „Es hat mir sofort ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, schwärmt sie. 2012 kaufte der Förderverein Hospiz Krefeld eine Ape aus dem Jahr 1976. Aufwändige Restaurierungsarbeiten durch einen Schreiner und einen Schlosser folgten, bis die Café Ape 2014 einsatzbereit war. Der Umbau vom Rohmodell bis zum chicen und gut handhabbaren Kaffeemobil mit Siebträger-Kaffeemaschine, Frischwasser-, Abwassertank, großen Schubladen und Spülbecken dauerte fast ein Jahr. 

„In dieser Zeit bin ich regelmäßig in die Werkstatt nach Duisburg gefahren und habe den Fortschritt verfolgt. Sie ist eine kleine Diva, wie das bei Oldtimern nun einmal sein kann: ab und zu launisch, aber im Grunde sehr verlässlich. Sie fährt sich wie eine mit Hand-Gangschaltung betriebene Vespa. Und ganz viel Gefühl braucht man! Die Ape hat vier Vorwärts- und vier Rückwärtsgänge. Rückwärts lasse ich mich allerdings lieber schieben“, schmunzelt Nicole Grigat. Die wunderschöne lindgrüne Café Ape mit der dunkelroten Kunstlederbank für zwei Personen entfaltet ihre Aura besonders, wenn der tadellose Lack in der Herbstsonne glänzt. Dann scheinen auch die beiden Frontscheinwerfer zu strahlen wie Kinderaugen, die eine Überraschung erwarten.