Luna Farina Bianco:

 

Als wir auf dem Weg zur Eisdiele im Krefelder Stadtteil Traar sind, bekommen zwei 13-Jährige große Augen. Luna Farina erzählt gerade von ihren zahlreichen Auftritten, als die beiden Teenies die bekannte Krefelderin erkennen. „Das ist Luna“, wispern die beiden sich zu. Ihr Idol dreht sich entspannt um, winkt ihnen zu und ruft ihnen noch ein paar nette Worte hinterher. Immer ein paar passende Worte parat, das ist Luna Farina Bianco.

Luna FarinaGroße, hellbraune Augen lächeln uns an, als wir den Haar- und Beautysalon Bianco betreten. Bevor wir überhaupt nach dem Show-Talent fragen können, kommt es freudestrahlend auf uns zu: „Ihr sucht bestimmt mich. Ich bin Luna Farina.“ Während wir uns setzten streicht sich die Krefelderin ihre langen Haare aus dem Gesicht. Was bei anderen als Geste der Schüchternheit interpretiert werden könnte, wirkt bei Luna Farina selbstbewusst und keck. Zumindest in den Momenten, in denen ihre Augen zu strahlen beginnen und sie voller Begeisterung von ihren Erfahrungen bei „The Voice Kids“ erzählt: „Meine Eltern haben mich damals mit dem Casting in Köln überrascht. Ich wusste von gar nichts, was allerdings auch gut war, denn wenn ich so etwas weiß, geht es eh schief“, sagt sie rückblickend. Darum war sie ihren Eltern auch dankbar, dass sie das Ganze heimlich eingefädelt haben. Ansonsten wäre die Aufregung, die heute nur noch selten bei der Sängerin durchkommt, immens gewesen. Beim Casting überzeugte die Krefelderin dann nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit ihrer Schlagfertigkeit: „Da saß eine Frau, die mich fragte, ob ich vorab ein Video eingesendet hatte. Das hatte ich ja nicht, aber ich sagte ihr dann einfach ‚Ich will das hier aber trotzdem unbedingt‘ und wurde dann zugelassen“, so Luna Farina lächelnd. Dass die gebürtige Italienerin kein Blatt vor dem Mund nimmt und sagt, was sie denkt, scheint der Jury auch schnell aufgefallen zu sein. Mit dem Lied „What’s going on“ konnte Luna Farina überzeugen. „Die denken alle immer, dass aus mir nichts rauskommt, weil ich so klein bin, dabei liebe ich Lieder, bei denen ich die Sau raus lassen kann.“

Papa Francesco, Luna Farina

Papa Francesco ist Luna Farinas ganz persönlicher Coach

Für die ehemalige The Voice Kids-Kandidatin ging es daraufhin nach Berlin. Dort gab es für den Wirbelwind mit der Rockstimme das „Go“ für die Live-Shows. Papa Francesco immer an ihrer Seite. „Er ist mein Coach und einfach immer für mich da“, sagt Luna Farina. Als es dann auf die große Bühne ging, war für die Krefelderin klar, in welches Team sie will: „Johannes (Sänger der Band Revolverheld) ist einfach so toll“, quietscht sie. Trotz ihrer eigenen Bekanntheit, immerhin hat sie knapp 100.000 Follower auf Instagram, ist sie eben doch noch ein normaler Teenie, der auch für andere Sänger schwärmt. Mit Team Johannes hat es leider nicht geklappt, aber Luna Farina kam ins Team Lena und damit eine Runde weiter: „Bei den Battles bin ich dann aber leider herausgeflogen“, berichtet die Krefelderin, die für einen kurzen Moment nachdenklich wirkt. Langsam streicht sie sich erneut eine Strähne aus dem Gesicht und mit einem Mal wird die ruhigere, etwas schüchterne Seite des Teenagers sichtbar. Wer sie sieht, könnte auf den ersten Blick meinen, dass eine junge Erwachsene vor einem steht, so selbstbewusst und erwachsen wirkt sie. Manchmal vergisst man, dass das Gesangstalent aber erst 15 Jahre ist und noch eine Menge Erfahrungen wie bei „The Voice Kids“ machen wird. Genau diese Momente sind es aber, die den Menschen hinter der professionellen Luna Farina zeigen: Ein Mädchen, das mit einer großartigen Stimme und einer guten Portion Selbstbewusstsein gesegnet ist, sich aber in einem Alter befindet, in dem sich noch unheimlich viel ändert.

„Mädchen WG“, Luna Farina

Mit 15 Jahren schon jede Menge TV-Erfahrung: Zunächst war Luna Farina bei „The Voice Kids“ und anschließend im italienischen Format „Mädchen WG“ zu sehen

Luna Farina rutscht auf ihrem Stuhl hin und her. Man spürt förmlich die Power, die sie hat und auch ausleben will. Nicht weiter verwunderlich also, dass sie bereits mit fünf Jahren zu singen angefangen hat und mit zehn auf einer großen Bühne in Italien stand. Luna ist zweisprachig aufgewachsen. Ihr Vater kommt aus Sizilien, ihre Mutter aus Apulien: „Meinem Papa war es immer wichtig, dass ich Italienisch lerne. Deshalb singe ich heute auch einige Lieder zweisprachig.“ Papa Francesco ist sehr stolz auf seine kleine Tochter. Als wir den Salon der Mutter verlassen um draußen Fotos zu machen, folgt er uns. Sein Handy stets dabei, um für das Familienalbum Fotos von diesem Moment zu machen. Luna Farina kennt das. Und genoss es trotzdem, im letzten Jahr für vier Wochen mal ganz weit weg von ihren Eltern zu leben. Da machte sie nämlich bei der Mädchen-WG mit, die in Italien gedreht wurde: „Ich hätte niemals gedacht, dass ich mit 15 Jahren schon so viel erleben würde“, gesteht die Krefelderin lächelnd. Die Zeit in der Mädchen-WG habe ihr aber vor allem gezeigt, wie sehr sie ihre Eltern und ihren neunjährigen Bruder Sun vermisst.

Momentan arbeitet Luna Farina an ihren ersten eigenen Songs. Natürlich mit voller Unterstützung von Papa Francesco und ihrem Bruder: „Er ist mein größter Fan“, erzählt sie während sie für die Fotos in die Kamera lächelt. Erst mal möchte sie jetzt ihr Abitur machen. Und danach? Ihre Mutter würde sich über ein Studium freuen, Luna Farina möchte sich aber lieber dem Gesang widmen. „Wenn ich zwischen Ruhm und dem Pauken aussuchen dürfte, würde ich immer den Ruhm wählen“, sagt sie. Dass es mit dem Ruhm klappt, da ist sich der Teenager sicher: „Ich habe keinen Plan B, weil ich daran glaube, dass alles klappen kann, wenn man etwas will und dafür arbeitet. Dann zieht man das Glück nämlich automatisch an.“