Alessandro Borghesani und Irene van Dijk über ihre Arbeit mit Robert North, die Entstehung einer Choreografie und ihre Rollen als „Traumtänzer“ im neuen Ballett „Nachtvariationen“.

 

Im neuen Ballettabend zeigt das multinationale Ballett-Ensemble des Theaters Krefeld und Mönchengladbach in drei verschiedenen Choreografien ein abwechslungsreiches Programm. Neben den bereits bühnenerprobten Wiederaufnahmen „Für meine Tochter“ und „Boléro“ wird besonders die Uraufführung des Stücks „Nachtvariationen“ von Robert North und André Parfenov das Krefelder Publikum mit viel Kreativität und Dynamik begeistern. Ausgehend vom Thema der Goldberg-Variationen von J. S. Bach komponierte der Pianist André Parfenov einen eigenen Zyklus von Klaviervariationen, zu dem Ballettdirektor Robert North eine Choreografie über die Traumerlebnisse eines jungen Mannes erarbeitet hat. Alessandro Borghesani und Irene van Dijk werden als Protagonisten dieser gefühlvollen und anmutigen Traumsequenz auftreten.

 

Ballett-Ensemble des Theaters Krefeld

// KR-ONE: Wie lange tanzt ihr schon und welche Stationen habt ihr bis zu eurem Engagement am Theater Krefeld zurückgelegt?

Alessandro Borghesani: Ich habe mit 14 Jahren an der Ballettschule meines Vaters angefangen, das Tanzen zu lernen. Mein Vater war früher selbst Tänzer. Danach habe ich von 2007 bis 2009 an der Hamlyn School in Florenz klassischen Tanz studiert. Am Theater Krefeld und Mönchengladbach bin ich seit 2009 festes Ensemblemitglied.

Irene van Dijk: Ich habe mit neun Jahren angefangen zu tanzen. Mit 13 bin ich dann an die Ballettakademie in Amsterdam gegangen, danach habe ich an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden studiert. Anschließend habe ich in der Semperoper Ballett getanzt. Am Theater Krefeld und Mönchengladbach bin ich seit 2014.

// KR-ONE: In den Produktionen von Robert North tanzt ihr beide oft Solo-Parts…

AB: Ja, das ist viel Verantwortung, weil man im Mittelpunkt steht! Es ist sehr schön, aber es bedeutet natürlich auch Stress (lacht). Wir sind sehr selbstkritisch und möchten alles perfekt machen.

IvD: Das stimmt. Aber man bekommt nach der langen Vorbereitung und den harten Proben auch immer viel vom Publikum zurück!

// KR-ONE: „Für meine Tochter“ und „Boléro“ sind Wiederaufnahmen aus dem Repertoire von Robert North; die Nachtvariationen sind neu – worum geht es in diesem Stück und wen stellt ihr dar?

AB: Also, ich bin ein Mann, der schläft (lacht). Mein Charakter träumt etwas und das, was er träumt, wird getanzt. In diesem Traum bin ich auf der Suche nach einer Frau, die mir viel bedeutet. Dabei werde ich mit meinen Ängsten und Hoffnungen konfrontiert.

IvD: Die Rolle der Frau tanze ich. Ich verschwinde immer wieder, und unsere Charaktere finden sich mal in völliger Synchronität im gemeinsamen Pas de deux, mal sind wir uns wieder fern.

// KR-ONE: Wie ist das Stück entstanden?

AB: Die Stücke von Robert North entstehen immer im Prozess. Er ist wie ein Bildhauer. Erst arbeitet er mit dem großen Hammer die grobe Struktur heraus, und am Ende macht er die Feinarbeit.

IvD: Der Pianist André Parfenov hat ein Klavierstück komponiert, das Robert North dann als Inspiration für die Nachtvariationen genutzt hat. Es macht viel Spaß, mit Robert zu arbeiten, es ist immer spannend, was am Ende herauskommt. Anfangs wissen wir oft gar nicht genau, wohin die Reise gehen wird.

Ballett-Ensemble des Theaters Krefeld

Ballettdirektor Robert North

// KR-ONE: Was gefällt euch persönlich besonders gut an diesem Ballettabend?

IvD: Die Musik ist spannend. André Parfenov spielt bei jeder Probe und auch bei den Aufführungen selbst Klavier. Das ist etwas ganz Besonderes! Da Robert sehr musikalisch ist, tanzen wir eng verbunden mit der Melodie. Außerdem sind die drei Teile des Ballettabends sehr abwechslungsreich.

AB: Ja, die Choreografien haben eine große Dynamik! Der Abend ist wie eine Reise, mit ganz verschiedenen Stationen. Die Choreografie zu Nachtvariationen ist sehr assoziativ, der zweite Teil des Abends wird ein bisschen dramatisch und hat eine konkrete Handlung: den Tod einer jungen Frau. „Boléro“ ist dann noch mal ein richtiges Crescendo, sehr energetisch und passioniert: ein Highlight für die Zuschauer.

// KR-ONE: Danke für das Gespräch!

 

Interview: Esther Jansen
Fotos: Matthias Stutte

Premiere: Samstag, 7. April 2018, 19.30 Uhr, Theater Krefeld, Theaterplatz 3, 47798 Krefeld, Telefon: 02151-8050

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