„Sie haben Post!“ Für Jörg Siemes ist dieser Satz das Startsignal. Der gelernte Tischlermeister und CAD-Profi ist Projektentwickler bei „dereinbauschrank.de“. Wenn ein Kunde ein Möbel online konfiguriert und die Bestellung abgeschickt hat, landet diese im Posteingang des großgewachsenen Mannes mit der runden Brille. Siemes ist die personifizierte Schnittstelle zwischen Kunden und der Fabrikation in der Werkstatt. Sein Chef, Roman Ingenlath, nennt ihn allerdings bloß respektvoll „Mr. Einbauschrank“.

dereinbauschrank.de: Von der Skizze zur Montage – Hinter den Kulissen der Möbel-Problemlöser

KR-ONE-Chefredakteur David Kordes mit Roman Ingenlath, Inhaber von „dereinbauschrank.de“

Wirft man einmal einen Blick über die Schulter des 47-Jährigen, wird deutlich, warum Unternehmensgründer Ingenlath zu dieser Formulierung neigt. Siemes ist in der Lage, den für einen Laien wie eine Matrix wirkenden Wust aus Zahlen und Maßen zu dekodieren und maschinenfähig zu übersetzen. Dazu ist er Berater und Wächter von Logik und Machbarkeit. „Wenn bei uns ein Auftrag eingeht, sehe ich Artikel- und Bestellnummer sowie die Liefer- und Rechnungsadressen. Neben der automatischen E-Mail erhält jeder Auftraggeber noch einmal eine persönliche E-Mail von mir binnen Tagesfrist“, erklärt der Familienvater die ersten Schritte. Da Sonderlösungen wie Dachschrägen nicht einfach online konfiguriert werden können, bleibt die direkte Kundenbetreuung oft nicht aus. „In einem kurzen Telefonat besprechen wir dann die Situation, und ich gebe Tipps zum Aufmaß und verweise auf unsere Anleitung, mit deren Hilfe jeder zurechtkommt. Danach konfiguriere ich das Möbel hier direkt im System“, erklärt der Fachmann das Prozedere.

Damit ein im Internet virtuell erschaffenes Möbel in die Realität überführt werden kann, arbeiten die Experten von „dereinbauschrank.de“ mit einer Software namens IMOS. Dieses auf Auto-CAD basierende Programm übersetzt die bemaßte Skizze des Kunden so, dass Sägen und Fräsen in der Werkstatt genau wissen, was zu tun ist. „Vorher konkretisiere ich allerdings die Bezeichnungen der Einzelteile, damit es der Kunde im Aufbau später leichter hat“, so Siemes weiter. „Bei uns gibt es also nicht einfach zwei Mittelteile, sondern Element eins und zwei. Was wohin muss, geht später aus der Montageanleitung genau hervor.“ Ebenso wichtig sei allerdings auch die Überprüfung der Statik. „Wenn ein Kunde beispielsweise eine Türe mit 80 Zentimeter Breite konfiguriert, dann weise ich ihn im Vorfeld daraufhin, dass diese mit der Zeit durchhängen wird. Gleiches gilt bei zu großen Bodenelementen. Manchmal muss man hier auch einfach fragen, wie der Schrank später genutzt werden soll.“ Hellhörig wird Siemes auch dann, wenn verschiedene Griffe zusammengewürfelt werden oder die Dekors nicht zusammenpassen. „Am Ende kann der Kunde natürlich haben, was er möchte, aber ich frage zumindest einmal nach“, erklärt das Mastermind der Maßanfertigungen.

Unser Ziel ist es, dem Kunden den Aufbau so einfach wie möglich zu machen.“

Sind dann einmal alle Zweifel an Logik und Konstruktion ausgeräumt, schickt Siemes die fertig gerenderte Datei in die im Erdgeschoss beheimatete ­Werkstatt. Dort steht Stefan Kilders bereits an der großen Platten-Säge. Ein riesiger Greifarm-Roboter weiß anhand der Daten nun genau, welche Holzplatten er auswählen und zurechtschneiden muss. Bei den so fabrizierten Teilen werden auf einer weiteren Maschine die Sichtkanten angeleimt. „Dank der computergestützten Produktion passiert hier alles fast automatisch. Der Mitarbeiter muss eigentlich nur noch ein Knöpfchen drücken“, erklärt Roman Ingenlath die Produktion, ehe die CNC-Maschine zum Einsatz kommt, die Löcher, Aussparungen und Nuten fräst. Bei großen schwedischen Möbelhäusern wäre an dieser Stelle Schluss. Den Rest müsste der Kunde dann bei der Montage zuhause selbst durchführen. Weil „dereinbauschrank.de“ allerdings auf ein „Mehr“ an Service setzt, werden hier Schubladenbeschläge,Schubkästen und Sockelfüße vormontiert. „Unser Ziel ist es, dem Kunden den Aufbau so einfach wie möglich zu

machen“, sagt der Firmengründer über die ­Philosophie, „deswegen gibt es bei uns nicht nur eine dezidierte Montageanleitung und Hilfevideos auf unserer Homepage, sondern eben auch so viele vormontierte Teile wie möglich.“ Zwar sind dem Grundkonzept entsprechend alle Möbel von „dereinbauschrank.de“ zum Selbstaufbau gedacht, allerdings besteht, dem Service-Gedanken folgend, ebenfalls die Möglichkeit, den Schrank oder auch das Sideboard von sachkundigen Händen aufbauen zu lassen. „Im direkten Umkreis übernehmen unsere eigenen Mitarbeiter diese Dienstleistung. Allerdings arbeiten wir seit Jahren mit einem bundesweit verzweigten Netzwerk von Spediteuren und Monteuren zusammen, die diese Arbeit ebenfalls übernehmen können“, erklärt Ingenlath die Möglichkeiten und ergänzt: „Natürlich ist dieser Service mit gewissen Mehrkosten verbunden. Selbstabholer erhalten hingegen einen Nachlass von zehn Prozent.“

dereinbauschrank.de: Von der Skizze zur Montage – Hinter den Kulissen der Möbel-Problemlöser

Wer sich die Montage selbst zutraut, wird schnell erkennen, dass der Zusammenbau einer Maßanfertigung aus der Neukirchen-Vluyner Manufaktur herzlich wenig mit der Inbus-Hölle großer Möbelhäuser zu tun hat. Die Anleitung lässt keine Fragen offen, und auch die Qualität sowie die damit verbundenen Stabilität überzeugen auf Anhieb. Dank der Vormontage ist ein Schrank für geübte Hände bisweilen in unter einer Stunde betriebsfertig. Und das Beste ist: Sollte bei Jörg Siemes heute noch Ihre Bestellung eingehen, ist Ihre Maßanfertigung in spätestens sechs Wochen bei Ihnen.

Der Einbauschrank GmbH & Co. KG, Endstraße 104, 47506 Neukirchen-Vluyn
Tel.: 0 28 41 / 88 730-280, Fax: 0 28 41 / 88 730-29, www.dereinbauschrank.de