Obwohl in seinem Pass Tönisvorst als Geburtsort steht, fühlt sich Heinz Joosten als Ur-Krefelder. „Die fünf Tage im Krankenhaus von St. Tönis zählen für mich nicht“, schmunzelt er. Als „Krefelder Jung“ sah er schon mit Sieben oder Acht sein erstes Eishockeyspiel. Damals bewunderte er noch, wie die Preußen über das Eis flitzten. Heute ist er schwarz-gelb ohne Wenn und Aber. „Und immer Krefelder Lokalpatriot hoch drei“, wie er nicht müde wird zu betonen.

Die Steuerberater des Krefelder Eishockeys

Zu seinem Engagement als „Steuerberater der Pinguine“ und langjähriger zweiter Vorsitzender des  Krefelder EV 1981 e.V. kam Heinz Joosten im Jahr 1995. „Den späteren Geschäftsführer Wolfgang Schäfer kannte ich schon seit den 80ern“, erinnert er sich, „und als ich dann noch zur richtigen Zeit in der richtigen Versammlung saß, war ich plötzlich mittendrin.“ Nach 23 Jahren als Finanzbeamter hatte sich Joosten gerade selbständig gemacht und sein Büro in der Blumentalstraße bezogen. Die Deutsche Eishockeyliga DEL war ein Jahr vorher gegründet worden und der KEV gehörte zu den Gründungsmitgliedern. Nun ging es darum, den Weg zur Konsolidierung des Stammvereins mit paralleler Ausgliederung des Profisports zu begleiten. Die Bewältigung dieser Aufgabe gestaltete sich zunächst gar nicht so einfach: Die Idee, den „KEV 81“ durch einen neuen „KEV 95“ zu ersetzen, wurde von der DEL nicht akzeptiert. Man kam nicht drum herum, zuerst den bestehenden Stammverein zu sanieren. Dass dies schließlich in langwierigen Verhandlungen – unter anderem mit Joostens ehemaligem Dienstherrn, der Krefelder Finanzverwaltung – gelang, daran hatte auch der junge Steuerberater einen gehörigen Anteil.

Heute, knapp 20 Jahre später, bündelt der Stammverein, der KEV 1981, alle Krefelder Eishockeyaktivitäten bis auf den Profisport. Alle Erstligaspieler sind dagegen Angestellte der KEV Pinguine Eishockey GmbH. Das im Krefelder Handelsregister eingetragene Unternehmen konnte 1995 mit Hilfe des bewundernswerten Engagements von einem Dutzend Krefelder Persönlichkeiten, allesamt überzeugte Seidenstädter, ins Leben gerufen werden. Aber damit ist es leider nicht getan. Damit die Pinguine Jahr für Jahr ihre Lizenz behalten und im Königpalast weiter gegen die deutschen Top-Teams spielen dürfen, muss beharrlich und systematisch gearbeitet werden. Das ist unter anderem auch eine Aufgabe für die Steuerberater der Pinguine. „Die Erstligalizenz muss jedes Jahr neu bestätigt werden“, erklärt Harald Kaysers, der in der Kanzlei Joosten, Schmitz, Soest und Partner seit vielen Jahren für die Pinguine zuständig ist. „Bereits gut drei Wochen nach Ende des Geschäftsjahres, am 30. April, muss der Deutschen Eishockeyliga der vorläufige Jahresabschluss vorgelegt werden und zeitgleich bereits der Budgetentwurf für die kommende Saison.“

Profi-Eishockey lebt in noch größerem Maße als Profi-Fußball von Werbegeldern. Obwohl die Gehälter der Profis auf dem Eis nicht annähernd so hoch sind wie die auf dem grünen Rasen, lassen sie sich nicht durch Eintrittsgelder finanzieren, deren Höhe zudem sehr vom sportlichen Erfolg der Mannschaft abhängt. Das geht nur mit Hilfe großzügiger Sponsoren und dem dauerhaften Engagement der Gesellschafter. Sponsoren gibt es in Krefeld zum Glück einige, wie die lange Liste von Firmenlogos auf der Pinguine-Webseite zeigt. Aber es könnten trotzdem immer noch ein paar mehr sein. Natürlich ist die wirtschaftliche Situation der deutschen Profimannschaften, die einen großindustriellen Förderer im Rücken haben, oft besser. Aber auch die Tatsache, dass es beim KEV nicht nur einen großen Sponsor gibt, hat ihre Vorteile. „Im Krefelder Eishockey haben wir noch immer einen Weg gefunden und wir werden ihn auch zukünftig finden“, darin sind sich Heinz Joosten und Harald Kaysers einig.

„Im Krefelder Eishockey haben wir noch immer einen Weg gefunden und wir werden ihn auch zukünftig finden.“

Und Heinz Joosten leidet nicht unter Eishockey-Entzug, nachdem er aus dem Vereinsvorstand ausgeschieden ist und die schwarz-gelbe Steuererklärung an seinen Kanzleipartner abgegeben hat. „Keinesfalls“, erklärt er lächelnd. „In den vielen Jahren haben wir im Krefelder Eishockey so viele Höhen und Tiefen erlebt. Von der Deutschen Meisterschaften der Schüler 2001 über den DEL-Meistertitel 2003 bis zum tragischen Tod von Lothar Kremershof, haben sich so viele Freundschaften gebildet, die halten lebenslang. Wer zusammen mit anderen Müttern und Vätern seinem Nachwuchs in verschwitzten Kabinen die Schlittschuhe angezogen hat, den bringt so schnell nichts auseinander. Und vielleicht übernimmt mein Sohn Jannick ja eines Tages meine Aufgabe. Als ‚Bambini‘ habe ich ihn zusammen mit seinen Kumpels Daniel Pietta und Martin Schymainski durch halb NRW gefahren. Die beiden sind Eishockeyprofis geworden. Jannick hat sich dafür entschieden bei uns einzusteigen. So bleibt die Aufgabe der Steuerberatung  des Krefelder Eishockeys vielleicht doch in unserer Familie.“ Außerdem gehen Kaysers und die Joostens natürlich regelmäßig zu den Spielen des KEV.

Das Krefelder Eishockey zu beraten, ist selbstverständlich nicht das einzige Aufgabenfeld der Kanzlei Joosten, Schmitz, Soest und Partner. Das Steuerbüro an der Blumentalstraße vereinigt inzwischen eine erhebliche Kompetenz in seinen Reihen. So sind zum Beispiel vier Kanzleipartner Fachberater für Unternehmensnachfolge, Heilberufe, Testamenstvollstreckung und Nachlassverwaltung sowie für internationale Rechtsgeschäfte. Das heißt, die Kanzlei besitzt ein „Certficate in International Accounting“. Wie man sieht, ist inzwischen auch eine Ur-Krefelder Steuerkanzlei international tätig.

Joosten, Schmitz, Soest und Partner, Blumentalstraße 108
47798 Krefeld, Telefon: 02151-6271-0, www.stb-jss.de