Dujardin-Gelände wird mit SWK Fernwärme versorgtDujardin-Gelände wird mit SWK Fernwärme versorgt

Vor mehr als 200 Jahren begann der Uerdinger Unternehmer Henry Melcher mit der Produktion von Cognac. Den dafür benötigten Wein bezog er von der französischen Winzerfamilie Dujardin. Vor über 50 Jahren starteten die Krefelder Stadtwerke (SWK) mit der Erzeugung von Fernwärme, vor allem durch die Verbrennung von Müll und Klärschlamm aus der eigenen Stadt. Bevor die beiden zusammenkommen sollten, mussten die Produktionsanlagen der Traditionsmarke Dujardin aber zuerst nach Frankreich verlagert werden und ein Nachkomme der Melcher-Familie sich dazu entschließen, die Gebäude der historischen Weinbrennerei neu zu nutzen. Der Beginn einer weiteren Krefelder Erfolgsgeschichte.

„Darauf einen Dujardin!“ Den Älteren unter uns dürfte dieser Slogan geläufig sein. Zählte Dujardin in der Nachkriegszeit doch zu den bekanntesten deutschen Spirituosenmarken, die mit eigenem Seeschiff zu den französischen Seehäfen schipperte und in Uerdingen mehr als 450 Menschen beschäftigte. Die Zeiten ändern sich und damit auch der Zeitgeschmack. Um die Jahrtausendwende war der Tiefpunkt erreicht. Die Krefelder Produktion wurde eingestellt. Aber was tun mit den alten Backsteinbauten der historischen Produktionsanlagen? Zum Glück fand sich jenseits des großen Teichs ein Familienmitglied, das Lust hatte, die Herausforderung anzunehmen. Matthias Melcher beschäftigte sich bis dahin mit Informatik und Special Effects für Hollywood Blockbuster, aber er wollte nicht mit ansehen, wie die Welt seiner Kindheit verfiel. Also entschloss er sich, nach Krefeld zurückzukommen und die Umnutzung von über 15.000 Quadratmetern Firmengeschichte selbst in die Hand zu nehmen.

„Da mir das Prinzip Fernwärme bekannt war, bin ich auf die SWK zugegangen und habe gefragt, ob wir einen Anschluss bekommen.“

Matthias Melchers Heimkehr folgten schon bald kreative Ideen und konkrete Konzepte: Loftwohnungen sollten entstehen und Gewerbeflächen. Büros und Praxen, dazu ein großes Werksmuseum und natürlich ein standesgemäßer Gastronomiebetrieb, der auch einen Dujardin Imperial ausschenkt. Vor den Erfolg hatten die Götter allerdings einige Probleme gesetzt. Nicht nur, dass sich die Umbaumaßnahmen baurechtlich schwieriger gestalteten als erhofft. Eine ganz große Hürde war auch die wirtschaftlich tragfähige Energieversorgung. Für dieses Problem fand Melcher allerdings schnell eine gute Lösung, und so kommt unsere zweite Krefelder Erfolgsgeschichte ins Spiel: die SWK-Fernwärmetechnik. „Die vorhandenen Ölöfen waren viel zu alt, und kurz über lang hätten wir auch Probleme mit dem Grundwasserschutz bekommen“, erinnert sich der Dujardin-Bauherr. „Für eine neue Heizanlage hätten wir viel zu viel Geld investieren müssen. Da mir das Prinzip Fernwärme bekannt war, bin ich auf die SWK zugegangen und habe gefragt, ob wir einen Anschluss bekommen.“

Dujardin-Gelände wird mit SWK Fernwärme versorgt

„Bei dieser Anfrage sind meine Kollegen zuerst ziemlich zusammengezuckt“, erzählt SWK-Firmenkundenbetreuer Uwe Dessau schmunzelnd, „um Dujardin anzubinden, mussten von der bestehenden Leitungstrasse aus nämlich mehr als 650 Meter überbrückt werden, und das ist eine ziemlich teure Angelegenheit.“ Trotzdem wurden die SWK und Matthias Melcher sich ziemlich schnell einig, und man vereinbarte ein Fernwärme-Contracting. Auf diese Weise sparte Melcher erhebliche Investitionskosten, und im Gegenzug sicherten die Krefelder Stadtwerke ihren „Return of Investment“ durch einen langfristigen Liefervertrag. Das Prinzip Fernwärme-Contracting wird von den Krefelder Stadtwerken seit einiger Zeit auch für Unternehmen erfolgreich angeboten. Dabei übernimmt der Contractor, in diesem Fall die SWK, die gesamten Investitionskosten für Netz- und Hausanschluss sowie für den Wärmetauscher und kümmert sich zusätzlich um Betrieb und Wartung. Mit der Fernwärmeleitung kommt die Energie für Raumwärme, Warmwasserversorgung, aber auch für Kühlung und Klimatisierung, direkt ins Haus.

In Krefeld wird Fernwärme zu fast zwei Dritteln aus Abfällen erzeugt. Über 76 Prozent entstehen hocheffizient in Kraft-Wärme-Kopplung. Fernwärme gilt daher als besonders umweltschonende Art der Energieerzeugung und wird vom Gesetzgeber mit erneuerbaren Energien auf eine Stufe gestellt. Am Ort des Energieverbrauchs benötigt man mit Fernwärme keine Verbrennungsanlagen, Heizkessel und Treibstofflager. Auch Wartung und Abgaskontrollen sind nicht erforderlich. Ein weiterer Vorteil für die Energieabnehmer ist die weitgehende Preisstabilität, da Fernwärmeerzeugung aus Abfall nicht den Schwankungen des Öl- und Gasmarkts unterliegt. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Leitungsisolierung lohnt sich der Ausbau eines Fernwärmenetzes allerdings nur in relativ dicht bebauten Gebieten. In Krefeld führt die SWK-Fernwärmetrasse von der Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage am Elfrather See über Uerdingen und Bockum bis in die Innenstadt und die unmittelbar an den Ring angrenzenden Stadtteile. Insgesamt besteht das Krefelder Netz aus 88 Kilometern Fernwärmeleitungen.

Dujardin-Gelände wird mit SWK Fernwärme versorgt

Für Matthias Melcher war neben dem Kostenargument der ökologische Aspekt von entscheidender Bedeutung. „Ich wollte meinen Mietern eine kosten- und verbrauchstransparente Wärmeversorgung garantieren, die zudem sicher und bequem ist. Alle Wohnungen werden ökologisch sinnvoll mit Fußbodenheizung per Fernwärme beheizt, und dafür wird kaum Primärenergie verbraucht“, erklärt der Eigentümer von Uerdingens bedeutendstem Industriedenkmal. Seine innovative Grundeinstellung demonstriert er nicht nur durch spannende Umnutzungskonzepte für die alte Dujardin-Fabrik und deren umweltfreundliche Energieversorgung. Im

Werkshof direkt neben einem alten Kesselwagen hat er kürzlich eine für jeden Interessenten nutzbare Elektrotankstelle eingerichtet. Natürlich besitzt Melcher auch selbst ein Elektrofahrzeug und hat sich kürzlich eines der ersten E-Kennzeichen gesichert. Der SWK bescheinigt die Technische Universität Dresden für ihr Wärmeversorgungssystem einen Primärenergiefaktor von 0,0. Krefeld auf dem Weg zur Energie-Modellstadt.

Informationen über Fernwärme-Contracting für Unternehmen erhält man bei: Judith Nüßler, Teamleiterin Energiedienstleistungen und Contracting, Telefon: 02151-984338, judith.nuessler@swk.de – Infos über das Projekt Weinbrennerei Dujardin unter www.weinbrennerei-dujardin.de

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