Der „fle-xx-Zirkel“ in der Praxis für Physiotherapie und Medical Fitness von Peter Hoge und Lars Tittus

Jeder Mensch hat rund 600 Muskeln, 200 Knochen und 100 Gelenke. Aber wir nutzen nur 15 Prozent unserer Bewegungsmöglichkeiten.  Das führt zu Verspannungen in Nacken, Schultern, Rücken oder Beinen. Die fle-xx-Methode hilft durch wissenschaftlich fundierte Übungen aus Beugen und Strecken, Verspannungen zu lösen und schmerzfrei zu werden. Ein Selbsttest von KR-ONE-Redakteurin Petra Verhasselt.

Peter Hoge

Peter Hoge

 

Es war ein langer Arbeitstag, der für mich um 7 Uhr begann und um 17 Uhr endete. Zwar effektiv, was meine Arbeitsergebnisse anbelangt, aber sehr ungesund für meinen Körper. Denn von zehn Stunden habe ich mindestens neuneinhalb gesessen: im Auto auf dem Weg von Krefeld nach Dortmund und zurück, im WDR-Studio bei einer Produktion und später in Krefeld bei einem Interviewtermin für die KR-ONE. Die Folge: Ich fühle mich gerädert. Nacken und Rücken schmerzen. Mein Kopf dröhnt. Mein Körper schreit förmlich nach Entlastung. Die kann selbst ein achtstündiger Schlaf nicht bringen, denn auch dabei rollen wir uns meist zusammen.

Ich könnte mich auf die Couch legen… oder der Einladung zur Reportage über den „fle-xx“-Zirkel in der Praxis für Physiotherapie und Medical Fitness von Peter Hoge und Lars Tittus folgen. Was ich bei diesem Flexibilitätstraining in nur zehn Minuten erlebe, ist erstaunlich. Das Workout für mehr Beweglichkeit wird zu einem Selbsterkennungskurs, der mich in das Innerste meines Körpers führt. In eine Welt verkürzter Muskeln und verklebter Faszien, aber auch hinaus aus Alltagsstress und Verspannungen einer 50-jährigen, die in ihrem Bekanntenkreis eigentlich als fit gilt. Eigentlich.

Schon im Vorgespräch über meine Lebensweise und bisherige Erkrankungen (die übrigens gen Null laufen), findet Lars Tittus heraus, dass ich aufgrund meiner langjährigen einseitigen Arbeitshaltung verkürzte Muskeln in Nacken, Rücken und Beinen haben muss. Sie sind die Ursachen für meine Schmerzen. Die Frage nach sportlicher Betätigung beantworte ich zaghaft: „Im Sommer zweimal in der Woche größere Radtouren und hier und da einige hundert Umdrehungen mit dem Hoola Hoop-Reifen.“ Bevor das Training an den sechs puristisch anmutenden Geräten des ­ fle-xx-Zirkels beginnt, testet Lars Tittus an zwei einfachen Übungen, wie es um meine Streck- und Dehnfähigkeit bestellt ist. Ich lehne mich mit dem Rücken und durchgedrückten Beinen an eine Wand und strecke meine Arme soweit es geht nach oben. Ich strenge mich an, trotzdem korrigiert der Physiotherapeut sofort meine Arme, die sich unbewusst in eine seitliche Entlastungshaltung begeben haben und erklärt: „Solche Ausweichbewegungen lässt die fle-xx-Methode nicht zu, deshalb ist sie so effektiv.“

Übungen, Fle-xx-Zirkel

In dem Zusammenhang lerne ich, dass das innovative Workout konsequent in geraden Achsen funktioniert. Peter Hoge erläutert den Sinn dahinter: „Ein Auto fährt auch nur geradeaus, wenn die Räder geradestehen. Deshalb müssen zum Beispiel die Füße bei den Übungen immer geradestehen. Erst dann spürt man die Spannung, die wir brauchen, um verkürzte Muskeln zu dehnen.“ Bei der zweiten Übung dehne ich meinen Oberkörper soweit nach unten, bis ich mit beiden Händen den Boden berühre – oder auch nicht. Am Bündchen meiner Socken ist Schluss.
Jetzt geht es auf das erste Trainingsgerät des fle-xx-Zirkels. Die „Taube“ aktiviert die Gesäßmuskeln. Ein Bein liegt vor mir auf einem Polster, den Oberkörper neige ich nach vorne, während ich mich mit den Händen an seitlichen Griffen festhalte. Das zweite Bein steht nach hinten gerichtet mit geradem Fuß auf einem Schlitten, den ich so weit nach hinten bewege, bis es in Po und Bein zieht. In dieser gedehnten Endposition ist der Muskel angespannt. So verharre ich eine gefühlte Minute, und erste Schweißperlen rinnen über mein Gesicht. Lars Tittus erinnert mich daran, bewusst ein- und auszuatmen.

Lars Tittus

Lars Tittus

„Mit zunehmendem Alter passt sich unsere Muskulatur immer mehr der schlechten Sitzhaltung an.“ (Lars Tittus)

Das zweite Gerät trainiert die Muskeln in Bauch und Oberschenkel in die Länge. Dabei muss ich im Knien bei angespannter Bauchmuskulatur mein Becken langsam nach vorne schieben, während sich der Rücken nach hinten über einer festen Rolle dehnt. In dieser Haltung verharre ich. Mein Bein zittert – Zeichen für gute Durchblutung. Es folgt die Übung „Spagat“ gegen verkürzte Beinmuskeln. Mein rechtes Bein kniet, während ich das linke Bein durchgestreckt und mit aufgerichtetem Fuß auf einem Schlitten gerade nach vorne schiebe. Haltegriffe und der Gesundheitscoach helfen mir, im Oberkörper aufrecht zu bleiben. Ich spüre ein Ziehen von der Ferse bis zum Nacken – ein eindeutiges Anzeichen für Muskelverkürzungen, aber auch dafür, dass sich die Faszien in diesem Moment auseinanderziehen. Faszien sind das aktive Stützgewebe unseres Bindegewebes. Nach der Übung habe ich zwar Pudding in den Beinen, aber mein Körper fühlt sich schon jetzt lockerer an.
Diese Erfahrung bestätigen Peter Hoge und Lars Tittus: „Das Training wirkt sehr schnell. Bei zwei Workouts pro Woche verlängern sich Muskeln und Faszien dauerhaft, und man wird beweglicher. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen gehen innerhalb kurzer Zeit zurück. Wir waren selbst überrascht von den schnellen Erfolgen bei unseren Kunden.

 

Übungen, Fle-xx-Zirkel

“ Am „Pilz“ dehne ich meinen Oberkörper seitlich. Diese Bewegung kommt in meinem Alltag so gut wie nie vor, außer beim gelegentlichen Hoola-Hoop. Auch die Dehnung der vorderen Muskeln meiner Halswirbelsäule am „Hase“ findet in meinem Tagesablauf nicht statt. Meinen Kopf bewege ich meist nur nach vorne, und das oft stundenlang am PC. Fazit der Übung: Mein Trainer erkennt deutliche Verkürzungen am Nacken. Und ich spüre sie durch das Ziehen in den Sehnen. Gegen Blockaden in der Brustwirbelsäule und Verkalkungen in den Schultern hilft die Brust-Übung. Dafür lehne ich meinen Rücken in Höhe der Schultern nach hinten gegen eine feste Rolle und dehne ihn mit ausgestreckten Armen und einer Hantel zwischen meinen beiden Händen, über dem Kopf langsam nach hinten. Es zieht mächtig in der Brust, und ich weiß: Ich muss wiederkommen. Bei den Trainingseinheiten in den kommenden Wochen wird mich Gesundheitstrainerin Gaby Creutzburg begleiten.
Und wenn ich später Fragen habe oder Hilfestellung brauche, ist sie oder einer der fünf Physiotherapeuten immer vor Ort.

 

 

Weil das Geheimnis eines gesunden Körpers nicht nur aus Beweglichkeit besteht, wie sie im fle-xx-Zirkel trainiert wird, folgt anschließend der milon-Zirkel, bei dem an acht supermodernen Geräten nach neuesten medizinischen Erkenntnissen äußerst wirksam Kraft und Ausdauer verbessert werden. Die Physiotherapeuten empfehlen zwei Runden à 20 Minuten. Stolz macht mich der Check zum Schluss. Wir wiederholen die beiden Eingangstests. Das Strecken meines Oberkörpers bei nach oben ausgestreckten Armen fällt mir spürbar leichter. Und beim Beugen meiner Arme Richtung Zehen berühre ich jetzt mit den Fingerspitzen den Fußboden. Das sind ganze fünf Zentimeter mehr als am Anfang. Und damit Motivation genug für die nächsten Trainingseinheiten. Bei den arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten dürfte die Terminfindung die leichteste Anstrengung sein.
Mit aufrechtem Gang und innerlich gelöst verabschiede ich mich in einen entspannten Feierabend.

 

Hoge-Tittus, Praxis für Physiotherapie und Medical Fitness
Dahlerdyk 181, 47803 Krefeld, Telefon: 02151-601 153,
www.hoge-tittus.de