Santa Lucia – die heilige Lucia – wurde vor über 1.700 Jahren in der italienischen Stadt Siracusa geboren. Aus dem gleichnamigen Ort an der süditalienischen Amalfi-Küste stammt die Familie Santoriello, die im niederrheinischen Hüls einen weithin leuchtenden Tempel der guten Küche geschaffen hat. So wurde die Heilige aus dem Süden, deren Namen übersetzt „die Leuchtende“ heißt, für die Gäste des Restaurants Santa Lucia zu einer Göttin des Genusses.

Bevor die Santoriellos hier 1976 ihr Restaurant eröffneten, lag das im Kern aus dem 11. Jahrhundert stammende Gebäude im Dornröschenschlaf. Die beste Zeit eines der ältesten Gasthäuser am linken Niederrhein, einst Poststation an der Landstraße von Köln nach Kleve, schien endgültig vorbei. Zum Glück kam es anders: Die süditalienische Gastronomenfamilie und der Krefelder Architekt Karl Amendt hauchten dem alten Gemäuer gemeinsam neues Leben ein. Im Erdgeschoss entstanden Gasträume mit historischem Charme, das Kaminzimmer wurde mit Gemälden aus dem abgerissenen Krefelder Hof ausgestattet, und im Obergeschoss erstrahlt der historische Festsaal mit seiner wiederhergestellten Rundborgendecke in altem Glanz. Draußen vor den markanten Arkaden lädt die große Restaurantterrasse zum Verweilen ein. An warmen Sommerabenden erinnert der vor Leben sprühende Marktplatz im Herzen der Hülser Altstadt sogar etwas an die mediterrane Heimat der Familie Santoriello.

Gastrotipp "Santa Lucia": Göttin des Genusses

Sandro Santoriello und Küchenchef Alexander Meilen

Bei unserem Testessen erweisen sich die Santoriellos als perfekte Gastgeber, die uns einen wunderbaren Abend bereiten. Schon der Start mit frischem Brot und Oliven ist sehr gelungen. “Unser Brot kommt immer warm auf den Tisch, das ist mir sehr wichtig“, erklärt Sandro Santoriello. „Unseren Gästen bieten wir verschiedene Brotsorten, zum Beispiel mit Oliven, Peperoni, wie hier mit Käse oder einfach frisches Weißbrot.“ Auch die dazu gereichten Oliven müssen keinen Vergleich scheuen: Hellgrün leuchten uns sehr frische, unbehandelte Oliven aus der Region Salerno entgegen. Pikant und würzig schmeckt die zweite Sorte, im Haus selbst marinierte Ölfrüchte.

Ein erster Höhepunkt des Menüs ist die Antipasti-Platte: Tomaten mit Mozzarella, gegrilltes Gemüse, pikante Auberginen-Röllchen und Flusskrebse in Honigvinaigrette, um nur einige der angebotenen Köstlichkeiten zu nennen. Auf einem separaten Teller bekommen wir zwei Italienische Vorspeisenklassiker serviert: Carpaccio vom Rinderfilet und Vitello Tonnato. „Manche Gäste wollen nur unsere Antipasti und verzichten komplett auf ein Hauptgericht“, erzählt unser Gastgeber schmunzelnd.“ Wir können das gut verstehen. Verwöhnt uns die reichhaltige Vorspeisenplatte doch mit einem wahren Feuerwerk optischer und geschmacklicher Reize.

Nach dem Genuss der folgenden Gänge freut es uns, dass wir uns nicht mit den Vorspeisen begnügt haben. Da sind zunächst die Scialatielli, schmale Bandnudeln aus der Gegend von Salerno, die uns von frittierter Petersilie gekrönt mit Speck und Pfifferlingen in einer würzigen Rahmsauce serviert werden. Dann folgen ein perfekt gebratenes Rinderfilet mit Kohlrabi auf Trüffelrisotto, zarte Roastbeefscheiben unter einer Rucola-Parmesan-Haube und gebratener Zander mit Pommery-Senfsauce, Rote-Beete Püree und grünem Spargel. Obwohl unsere Mägen sich nach und nach immer mehr füllen, freuen wir uns, weiter kreuz und quer probieren zu dürfen. Den Abschluss unseres Degustationsmenüs bilden beinahe anbetungswürdige Dessertvariationen: darunter sahniges Pannacotta, spritzig-fruchtige Limoncello-Creme, eine Tasse geeister Cappucino und halbfeste, dunkle Schokolade mit weißer Schokocreme und Blaubeeren in einem Glas geschichtet. Den Abschluss bilden ein kleines Gläschen selbstgemachter Limoncello und ein Espresso.

Kreiert werden diese Köstlichkeiten nicht etwa von einem italienischen Küchenchef sondern von einem waschechten Hülser. „Mit Alexander Mellen haben wir einen Spitzenkoch im Haus“, freut sich Sandro Santoriello. „Seine Lehre hat er im Krefelder Hof gemacht, dann hat er sein Können in mehreren Sternerestaurants verfeinert. Jetzt wird Alexander wieder Vater und bleibt uns so hoffentlich länger erhalten.“ Durch die perfekte Zubereitung und Präsentation ihrer Speisen ragt die Küche des Santa Lucia weit über das Normalmaß italienischer Restaurants heraus: Fleisch wird zartrosa gebraten, Antipasti und Desserts sind offensichtlich selbstgemacht, bekannte Gerichte werden kreativ neu interpretiert – manchmal auch mit Anklängen an Lokales und Saisonales. Ebenso erfreulich ist die individuelle Weinauswahl: „Einen kalabrischen Critone wie Sie ihn hier trinken, bekommt man im deutschen Handel kaum zu kaufen. Dasselbe gilt für den Malvasia Nera aus Salento“, erklärt Sandro Santoriello. Und beide Weine sind nicht nur selten, sondern auch sehr gut: angenehm fruchtig mit einer feinen Honignote der Critone, vollmundig-mild mit Anklängen von Kirschen und roten Beeren der Malvasia.

Gastrotipp "Santa Lucia": Göttin des Genusses

Die Basis des gastronomischen Erfolgs ist vor allem das unermüdliche Engagement der „famiglia“. Das Management wird heute weitgehend von den Brüdern Carlo und Sandro Santoriello übernommen. „Mamma“ Elvira ist weiterhin Inhaberin des Betriebs und freut sich nach wie vor, ihre Gäste persönlich begrüßen zu können. Am großen „Familientisch“ des Santa Lucia treffen sich seit Jahren Hülser Honoratioren und Krefelder Eishockeyspieler. Auch die Schlagersängerin Andrea Berg und Fussballstar Lukas „Poldi“ Podolski wurden bereits hier gesichtet. Sie alle lieben ihre Gastgeber und deren besonderes Ristorante. „Zum Gastronomen muss man geboren sein“, ist Sandro Santoriellos Maxime. „Die Leute merken immer, ob man Spaß an der Arbeit hat.“ Diesen Spaß spürt man im Santa Lucia bei jedem Bissen.

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