Ob bei der täglichen Fahrt zum Einkaufen in die Krefelder City oder beim kurzen Abstecher in die benachbarte Rheinmetropole: diese Strecken völlig CO2-neutral überbrücken zu können und dabei nicht die eigenen Muskeln beanspruchen zu müssen, ist für viele bereits seit Jahren ein erklärter Wunsch. Die Antwort der Automobilindustrie darauf lauten elektronische Antriebe. Der VW Golf 7 GTE erfüllt diesen Anspruch hinreichend, aber er kann noch viel mehr. Auf Knopfdruck wird der Plug-in-Hybrid zum Dampfhammer mit 204 System-PS und integrierter Fahrspaß-Garantie.

GTE: Elektrifizierter Golf, elektrifizierter Fahrer! - Oder: Die eierlegende Wollmilchsau

Einweisung durch Neuwagenexperte Sven Bartels

Zugegeben: Es gibt Modelle, die dem GTE in der TöFi-Zentrale an der Gladbacherstraße optisch die Show stehlen. Es sind eher dezente Kennzeichen am Blechkleid und im Innenraum, die den Klassiker der Markenfamilie als besonderen Sprössling enttarnen. Tatsächlich hat der GTE rein optisch vieles mit den Sportversionen des europäischen Bestsellers gemein: Das gilt für das Innenleben mit den typisch karierten Sitzbezügen und dem Sportgestühl ebenso wie für manche Details der Karosserie. Alles, was beim GTI in Rot erstrahlt, ist beim Hybriden in Blau gehalten – auch die Bremssättel. Das C-förmige Tagfahrlicht rund um die Lufteinlässe unter dem Stoßfänger stammt allerdings aus dem E-Golf. Schaut man näher ins Innere, bleibt der Blick vor allem während der Fahrt an einer Anzeige hängen: dem Powermeter. Auf ihm teilt die Bordelektronik stets mit, ob die Batterie gerade aufgeladen oder leergesaugt wird und für wie viele Kilometer „Gleitfahrt“ sie noch genutzt werden kann. „Emissionsfrei in der Stadt und mit fast 1.000 Kilometern Reichweite trotzdem absolut langstreckentauglich, vereint er das Beste aus zwei Welten“, erklärt TöFi-Neuwagenexperte Sven Bartels und hat recht. Selbst wer bereits zahlreiche Erfahrungen mit bärenstarken Verbrennungsmotoren gesammelt hat, wird von der Agilität und Brachialgewalt des GTE beim Anzug überrascht sein. Das Gefühl, mit bis zu 130 Stundenkilometern lautlos im Batteriebetrieb unterwegs zu sein, einmal völlig ausgenommen.

„Emissionsfrei in der Stadt und mit fast 1000 Kilometern Reichweite trotzdem absolut langstreckentauglich, vereint er das beste aus zwei Welten.“

Die ersten Minuten hinter dem Steuer des GTE ähneln dem Besuch auf der Brücke der Enterprise. Der doppelherzige Golf ist mitteilungsbedürftig. Auf dem Bildschirm in der Mittelkonsole kann ich zwischen diversen Modi wählen. Soll die Energie aus der Batterie genutzt werden oder möchte ich selbige mittels der Kraft des Verbrennungsmotor laden? Möchte ich diese Frage so nicht beantworten, bietet der Mittelweg „Batterie-Ladung halten“ einen Kompromiss. Deutlich klarer ist hier die Wahl zwischen den zwei Knöpfen gleich neben dem Schalthebel. Wer den GTE-Button drückt, wählt das ultimative Fahrerlebnis. Dann mutiert der GTE vom Paulus zum Saulus. Der Golf tobt los, wird per Soundgenerator mit dem passenden Sportgeräusch beschallt, lässt beide Herzen in Hochfrequenz rackern und: Er meißelt das Grinsen in das Gesicht desjenigen, der ihm die Sporen gibt. Drücke ich die E-Mode-Taste fünf Zentimeter darunter, wird das generationsprägende Fahrzeug zum energiesparenden Leisetreter. Dann wird ausschließlich die Energie der Batterie genutzt; für maximal 50 Kilometer, wenn die Lithium-Ionen-Zellen im Wagenboden nach rund zwei Stunden an der heimischen Wallbox voll geladen wurden, und bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 130 Stundenkilometern. Egalisiert werden diese Voreinstellungen beim Kickdown im Automatik-Betrieb. Dann holt sich der GTE die nötige Energie aus dem Aggregat und der Batterie. Nimmt man das Gas zurück, segelt der Wagen, das heißt, eine Kupplung trennt augenblicklich Motor und Getriebe. Es setzt also nicht die übliche Verzögerung ein. Daran hat man sich schnell gewöhnt, empfindet es sogar als sehr angenehm, weil das Auto – ohne Energieverbrauch – gefühlt noch endlos weiter rollt. Der Fahrer bekommt stets visuell dargestellt, wann und wo welche Energie hinfließt. Gut zu erkennen ist dabei die Funktion des Systems, das die gewonnene kinetische Energie, beispielsweise bei Bremsvorgängen, wieder in die Batterie einspeist.

Technisch betrachtet, ist den Wolfsburger Ingenieuren eine sehr gute Abstimmung des gesamten Antriebssystems gelungen, das den GTE zu einem grundsoliden und normalen Alltagsauto macht. Alles läuft – wenig überraschend bei Volkswagen – geschmeidig und ruhig ab. Der Plug-in-Golf startet immer im sogenannten ­E-Modus, es sei denn, die Temperaturen liegen weit unter dem Gefrierpunkt oder die Batterie ist leer. „Das ist am Anfang schon ein wenig spooky“, sagt Bartels und lacht, „man hört einfach nicht, dass der Wagen schon an ist.“ Aber an wen richtet sich nun das in zwei Welten wandelnde Spaßmobil mit dem grünen – Entschuldigung – blauen Daumen? Auch darauf hat der TöFi-Neuwagenfachmann die Antwort: „Der GTE ist sowohl für Menschen interessant, die Spaß am Fahren und der Geschwindigkeit haben, als auch für jene, die verantwortungsvoll mit der Umwelt und deren Ressourcen umgehen möchten. Lädt man die Batterie zuhause auf und wählt dabei auch noch einen grünen, okay, aus unserer Sicht blauen Stromtarif, kann man wirklich emissionsfrei unterwegs sein, da ein Radius von 50 Kilometern für fast alle Fahrten des täglichen Lebens ausreichend ist.“ Mit der Anschaffung eines GTE ist es also fast so, als würde man sich zwei – bisweilen völlig unterschiedliche Autos – in die heimische Garage stellen.

Wer das GTE-Feeling einmal selbst erleben möchte, kann sich bei Tölke & Fischer für eine Probefahrt anmelden.

GTE: Elektrifizierter Golf, elektrifizierter Fahrer! - Oder: Die eierlegende Wollmilchsau

Marke: VW
Modell: Golf GTE Plug in Hybrid 1.4
TSI 6 Gang DSG
Leistung: 110 kW
Kraftsstoffverbrauch: Kombiniert 1,5 l /100km
CO2-Eimissionen 35 q/km
Stromverbrauch: Kombiniert 11,4 kWh/100 km        

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