Für Trauerrednerin Stephanie Lichters steht die Person des Verstorbenen im Mittelpunkt

Für Trauerrednerin Stephanie Lichters steht die Person des Verstorbenen im MittelpunktWerthaltungen und Lebensstile werden in unserer Gesellschaft immer individueller.
Früher selbstverständliche Traditionen werden nicht mehr automatisch gepflegt und befolgt. Und was im Leben gilt, gilt auch im Tode.
„Da kirchliche Trauerfeiern weitgehend einem festen Schema folgen, wählen heute viele Menschen die Gestaltungsfreiheit einer freien Rede. Da können wir tun, was der Verstorbene oder seine Angehörigen sich wünschen“, weiß Stephanie Lichters, die als freie Theologin Trauerfeiern gestaltet.
Sie betont: „Mir ist es vor allem wichtig, die Toten ‚zur Sprache zu bringen‘ und damit zugleich die Lebenden anzusprechen. Für mich ist das ein wichtiges Stück Trauerbewältigung, dieser bewusste Abschied von einem Freund oder lieben Verwandten. Daher steht die Person des Verstorbenen bei meiner Rede absolut im Mittelpunkt. Dass mir die Rede gelungen ist, weiß ich, wenn mich nachher Teilnehmer der Trauerfeier voll Staunen ansprechen und fragen: ‚Haben Sie ihn gekannt‘?“

 

Seelsorge ist für Stephanie Lichters nicht erst ein Thema, seit sie sich als Trauerrednerin betätigt.
Als Pastoralreferentin in den Bistümern Münster und Paderborn kümmerte sie sich bereits vorher um das seelische Wohl ihrer Gemeindemitglieder. „Ich bin sehr christlich aufgewachsen, war Messdienerin und in der katholischen Jugendarbeit aktiv. Insgesamt 16 Jahre habe ich in der Kirche gearbeitet. Dann wollte ich meinen eigenen Weg gehen und habe mich selbständig gemacht“, erläutert die 46-Jährige ihren Lebenslauf.

“Mir ist es vor allem wichtig, die Toten ‚zur Sprache zu bringen‘ und damit zugleich die Lebenden anzusprechen. Für mich ist das ein wichtiges Stück Trauerbewältigung, dieser bewusste Abschied von einem Freund oder lieben Verwandten…”

Parallel zu ihren kirchlichen Tätigkeiten studierte die geborene Krefelderin Theologie und Religionspädagogik, was für sie auch eine wichtige Basis ihrer jetzigen Tätigkeit ist. „Zur Seelsorge gehören für mich immer auch pädagogische und psychologische Kenntnisse. Angehörige, die einen lieben Menschen verloren haben, befinden sich in einer Krisensituation. Da ist es wichtig, mich in die Menschen einzufühlen und meine Fragen behutsam zu stellen“, erklärt sie.

Auch bei der Gestaltung der Trauerfeier achtet Stephanie Lichters darauf, die Persönlichkeit der Verstorbenen deutlich zum Ausdruck kommen zu lassen. Die Theologin betont: „Eine Trauerfeier ist ein einmaliger, nicht wiederholbarer Moment, den ich gerne sorgfältig vorbereite. Dabei geht es oft um Musikauswahl, Bilder oder Dinge, die den Toten wichtig waren. Ob Lieblingsmusik, Vereinssymbole oder Hobbygegenstände – grundsätzlich kann alles einbezogen werden, durch das niemand anderes verletzt würde. Wenn gewünscht, begleite ich die Trauernden auch mit zum Grab und führe dort eine kleine Zeremonie durch.“ Bei Vorbereitung und Durchführung der Trauerfeier arbeitet Lichters eng mit Bestattern zusammen, durch die sie auch häufig den Erstkontakt zu den Familien der Verstorbenen bekommt.
Kernstück der Abschiedszeremonie ist für Stephanie Lichters aber auf jeden Fall die Trauerrede. Sie erzählt: „Was Reden bewirken können, wissen wir aus der Politik. Berühmte Reden, wie die von Martin Luther King, J.F. Kennedy oder Mahatma Gandhi, haben die Weltgeschichte stark beeinflusst. Ganz so ‚weltbewegend‘ sollen meine Reden nicht sein, aber sie können ebenso trösten, aufrütteln, Perspektiven eröffnen oder Versöhnung ermöglichen. Eine Rede zu halten über einen Menschen, der mit seiner Umwelt im Streit lag oder Suizid begangen hat, oder die Trauerrede für ein ungeborenes Kind, bleiben auch für mich große Herausforderungen. Umso schöner, wenn es gelingt, diese Hürde zu meistern.“ Wichtige Bestandteile ihrer Trauerreden sind dabei immer das Leben des Verstorbenen, und die Frage, was von der Person bleibt, was die Lebenden an Trost, Erkenntnis oder Lebensweisheiten von ihm mitnehmen können. „Was genauso bei einem außergewöhnlichen wie bei einem durchschnittlichen Leben geht“, so die Trauerrednerin. Dabei plant Stephanie Lichters ihre Ansprachen akribisch und verwendet, wenn es passt, gerne Zitate, Gedichte, persönliche Referenztexte oder andere rhetorische Stilmittel.

Zugleich mitfühlend und professionell zu sein, das ist das erklärte Ziel der Wahl-Hülserin. „Meine Ausbildung für die Begleitung von Menschen hilft mir dabei ungemein“, so die Theologin, die hinzufügt: „Genauso wichtig ist, dass alle Informationen, die ich bekomme, vertraulich bleiben und nicht alles, was mir die Angehörigen erzählen, anschließend Eingang in meine Rede findet.“ Mit ihrer freundlichen und einfühlsamen Art hat Stephanie Lichters es inzwischen geschafft, immer häufiger weiterempfohlen zu werden. Sie betreut Trauerfeiern von Kempen bis Duisburg und von Wesel bis Neuss. Und wenn sie einmal nicht Angehörige von Verstorbenen beim Abschied eines geliebten Menschen zur Seite steht, hilft sie auch gerne Liebenden, ihren ganz besonderen Tag zu gestalten. Stephanie Lichters ist nämlich auch Hochzeitsrednerin.

 

Stephanie Lichters,
Cyriakusstraße 14,
47839 Krefeld-Hüls,
Telefon 02151-6 22 76 88,
www.trauerrede-krefeld.de