Wolfgang Jachtmann

„Burger-Bratkurs und Krimi-Dinner“

Kolumne: Zur Problematik von Geschenkgutscheinen Früher sah ich mir an trüben Tagen alte Familienfotos an, heute mache ich das mit meinen nicht eingelösten Geschenkgutscheinen. Ich bin vielleicht undankbar, aber mein Gesicht ist knittrig wie eine durchgesessene Tageszeitung. Da nützt der lieb gemei...
Wolfgang Jachtmann

„Merkse wat? Die Einschläge kommen näher.“

Kolumne Beerdigungen sind für mich nie schön, auch wenn bei uns im Ort der alte Satz: „Dat woar äwer en schüene Liek“ (das war aber eine schöne Leiche) immer noch gerne zur Anerkennung einer rundum gelungenen Trauerveranstaltung herhalten muss. Da beruhigt mich die sachverständige Nachricht aus der...
Wolfgang Jachtmann

„Teenager lassen es gerne mal krachen“

Im Banne des Verkehrsübungsplatzes Es ist ein sonniger Samstagmorgen und ich stehe mit meinem PKW und meinem jüngsten Sohn dort, wo du als engagierter Vater unbedingt hinwillst – aber eigentlich auch nicht. Dieser Ort heißt Verkehrsübungsplatz und ist eine Offenbarung für lausige Katholiken wie mic...
Wolfgang Jachtmann

„Morgenstund’ hat Gold im Mund!“

Müssen wir wirklich so früh aufstehen? Ich kann mich noch gut an die viel zu frühe chirurgische Morgenbesprechung in meinem Bundeswehrkrankenhaus erinnern. Was sich da um sieben Uhr in den Konferenzraum schleppte, war weniger eine tatendurstige Sanitätstruppe, als mehr eine schlaftrunkene Elefante...
Wolfgang Jachtmann

„Unsere Mitarbeiter befinden sich zurzeit alle in einer Schiesserei!“

Über das ewige Leid mit den Ansagediensten Wieder einmal hänge ich in einer Warteschleife. Diesmal beim Kundenservice meiner Kühl-Gefrierkombination. Aus meinem Hörer krächzt der Song „Take it easy, altes Haus“ der Band Truck Stop wie von einem Grammophon auf Streusalz, hin und wieder unterbrochen ...
Wolfgang Jachtmann

„O’zapft is all over the World”

Über die Sehnsucht, ein Bayer zu sein Es ist wieder soweit. Heute Abend feiere ich mit Freunden und Bekannten Oktoberfest. „Mia san Mia“, nur leider nicht auf der Münchener Wiesn, sondern im Festsaal „Zum Hirschn“, der eigentlich Goldener Hirsch heißt und sonst ein Epizentrum des rheinischen Karne...
Kolumne, KR-ONE, "Nicht winterhart"

„Nicht winterhart“

Über die Gartenarbeit als Charakterleistung   Meine hervorragende Fähigkeit ist wohl die Einbildung. Alle Nase lang bilde ich mir nämlich ein, etwas Neues anfangen zu müssen, an dem ich meist früher als später das Interesse verliere. Ich besitze immer noch die Begeisterungsfähigkeit eines...
Kolumne, KR-ONE, "Nicht winterhart"

„Stimmt’s oder hab ich Recht?“

Über die Bedeutung von Floskeln und Phrasen   Bei der ersten Verabredung mit meiner Lebensgefährtin redeten wir über unsere Hobbys, den Beruf, die Kinder, und ich machte ihr immer mal wieder ein hübsches Kompliment. Am Ende war ich mir sicher, sie wiedersehen zu wollen. Um diesem Wunsc...
Kolumne, KR-ONE, "Nicht winterhart"

„Von Zwietrachtsäern und Fallstrickdrehern“

Über die bucklige Verwandtschaft   Bestimmten italienischen Großfamilien in New York sagt man nach, sie hätten für den ein oder anderen schwierigen Verwandten schon mal gerne einen Sack Zement im Kofferraum und den Hudson River in der Nähe. Uns Deutschen ist diese Methode der sizilianisch...
Kolumne, KR-ONE, "Nicht winterhart"

„Das Schweigen der Männer“

Über die Sache mit den bekannten Unbekannten Irgendwann treffen die meisten von uns auf einen Menschen, der uns bewusst aufs Kreuz legt oder nach Jahren der Freundschaft vorsätzlich enttäuscht. Wir sind wütend, verzweifelt, rat- oder machtlos, und um uns besser zu fühlen, feuern wir mitunter den ...
Kolumne, KR-ONE, "Nicht winterhart"

„Gurken Madl – Gurken Bub.“ Über das Gender Marketing

Männer improvisieren gern und überall, so auch im Haushalt. Da wird das verlorengegangene Zopfgummi der Tochter schon mal durch einen Kabelbinder und der zerrissene Keilriemen der Lichtmaschine notfalls durch Mamas Nylonstrumpfhose ersetzt. Ich selbst habe einmal wegen eines kaputten Rührstabes eine...
Kolumne, KR-ONE, "Nicht winterhart"

„Von blöden Gänsen, dummen Puten und doofen Hühnern“

Über den Respektlosen Es ist ein kalter Februartag, aber die Sonne scheint, und so haben wir uns für eine Tasse Kaffee auf die Terrasse gesetzt. Meine brasilianische Freundin beobachtet aufmerksam die akrobatischen Versuche eines kleinen Vogels, Futter aus einem Meisenknödel zu picken. „Schatz, wie...
Wolfgang Jachtmann

„Verkehrsberuhigte Bereiche“ – Über die betonierte Friedfertigkeit

Meine Familie und Freunde machen sich Sorgen. Ich sei überdreht, ewig auf 180 und müsse dringend mal entschleunigen, einen Gang runterschalten oder ein kleineres Rad drehen. Okay, denke ich, ich nehme euch heute einmal wörtlich und tue das, was ich ansonsten meide wie die Stammkneipe vom FC Bayern –...

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