Auch passionierte Gastgeber kommen einmal im Leben an den Punkt, an dem sie lieber eine ansteckende Tropen-Krankheit erfinden, um per Rundmail allen geladenen Gästen abzusagen, als selbigen die Tür zu öffnen. Denn die Idealvorstellung von bei Lampinion-Schein durch sommerliche Gärten flanierenden Gästen – alle bester Laune und gut gekleidet – lässt sich manchmal nur schwer in die Realität überführen. In der Realität sieht es oft so aus: Kein Glas will zum anderen passen, der Garten ist keinesfalls als weitläufig zu bezeichnen und Sie selbst sind nicht der große Gatsby. Abhilfe könnte die Willicher Firma Leih es schaffen. Die Vermiet und Service GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gastgebern bei der Umsetzung all ihrer Party-Ideen zu helfen. Und dementsprechend täglich logistische Meisterleistungen zu vollbringen. Sie verleiht und liefert Zubehör für Feierlichkeiten und Events. Von der Kuchengabel bis zum Partyzelt organisiert die Familie Segrodnik, unterstützt von 16 Mitarbeitern, alles rund ums Fest.

Feiern Sie! - Leih es kümmert sich um den Rest

Chef des Unternehmens: Jörg Segrodnik

Neben dem Equipment-Verleih bieten die Dienstleister ihren Kunden auch Beratung und Hilfestellung bei der Planung des Events. Sprechen Empfehlungen für besondere Locations aus, vermitteln den passenden Caterer, erstellen Sitzordnungen am Computer und behalten ganz nebenbei alle Sicherheitsverordnungen im Blick. Erfahrung hilft. Aber auch ein intuitiver Sinn fürs Gastgeben und Organisieren schadet nicht. „Das allerwichtigste Können, das jedes Team-Mitglied in unserer Branche benötigt, ist das Zählen“, erklärt der Chef des Unternehmens, Jörg Segrodnik. Damit die 5.000 gelieferten Besteckteile nach der Party auch vollzählig wieder ihren Weg zurück ins 2.500 Quadratmeter große Lager in Willich finden.

Angefangen hat Leih es! im Jahr 2000 in Meerbusch. Damals verfügte die aufstrebende Firma über Lagerkapazitäten von gerade mal 300 Quadratmetern. Das wurde schnell zu klein, da die Firma im Umland immer bekannter wurde. Nach dem Umzug vor drei Jahren in die großzügigen Räumlichkeiten nach Willich, findet sich nun in langen Regalreihen, sauber gestapelt und handlich abgepackt, alles, was das Partylöwenherz begehrt. Geschirrsets, Tischdecken, Stehtische, höhenverstellbare Theken, Buffetzubehör, verschiedene Stühle und Tische. Eine für den Laien unvorstellbar aufwendige Lagerbestandsverwaltung sowie eine gut geplante Disposition hält alles zusammen. Zudem ist bei Leih es! jeden Tag Inventur. Nur wird dafür nicht eigens geschlossen.

„Meine Arbeit hier wird nie langweilig. Montags weiß man nie, wie es Dienstag wird.“

„Natürlich weiß der Kunde, dass er bei uns gebrauchte Waren ausleiht, aber er soll es an keiner Stelle merken“, betont Jörg Segrodnik, der durch puren Zufall in der Veranstaltungsbranche gelandet ist. „Wir legen großen Wert auf Sorgfalt in unseren täglichen Abläufen.“ So ordentlich und sauber wie es aussieht, könnte sich  der staunende Besucher auch in ein bekanntes schwedisches Möbelkaufhaus verirrt haben. Um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, geht Leih es! auch schon mal kreative Wege. Über die Jahre ist so manche Maßanfertigung in Zusammenarbeit mit einer Tischlerei entstanden. Dazu hat sich eine firmeneigene Schneiderei für knitterfreie und feuerfeste Eventstoffe etabliert. Mit angegliederter Profi-Wäscherei. Ebenso wie eine meterlange Geschirr-Spülstraße in der Lagerhalle, zur Gewährleistung der gastronomischen Hygienestandards.

Daneben sind gute Netzwerkfähigkeiten und ein breit aufgestelltes Wissen rund um das Thema Veranstaltungsplanung hilfreich. „In der Kommunikation mit Caterern und Gastronomen hilft mir zum Beispiel meine Ausbildung zur Köchin sehr“, erzählt Tochter Rabea Segrodnik. Es sei gut, die Bedürfnisse der Zulieferer und Geschäftspartner zu kennen. Das vereinfache auch die Anschaffung neuer funktioneller Austattungsgegenstände für den aktuellen Katalog. Wer weiß, wie es ist, einen Abend lang im Service tätig zu sein, der kauft eher leichte, komfortabel stapelbare Teller. Eigentlich wollte sie ihrem Vater vor fünf Jahren nur aushelfen – und ist geblieben. „Meine Arbeit hier wird nie langweilig. Montags weiß man nie, wie es Dienstag wird“, freut sich die 27-Jährige. Bessere Arbeitszeiten als in der Gastronomie hat die angehende Junior-Chefin im Willicher Familienbetrieb allerdings nicht immer. Gerade jetzt im Sommer beginnt die Hochsaison. Geschäftsleute, Vereine, Freundeskreise, Unternehmen: alle feiern bald das schöne Wetter.

Feiern Sie! - Leih es kümmert sich um den Rest

Da bleibt dem Leih es!-Team nur ganz entspannt serviceorientiert weiterzuarbeiten. Schließlich ist es auch Teil des Jobs, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn die Kunden ihren eigenen vor Aufregung oder Perfektionismus verlieren. Die Berufserfahrung lehrt Senior-Chef Jörg Segrodnik, so terminorientiert wie nötig und dabei so großzügig wie möglich zu planen. „Die Leihgebüren berechnen wir in der Regel für drei bis vier Tage. Wenn es dann mal später wird mit der Abholung, ist auch nicht schlimm. Das müssen wir nur bezüglich eventueller Anschlusstermine im Blick behalten“, so der 57-Jährige. Er habe Verständnis, wenn nach der Party erst einmal ausgeschlafen werden müsse. Denn aller Professionalität zum Trotz weiß er um die Anspannung, die mit der Freude des Gastgebens untrennbar verbunden ist: „Wir sind privat auch noch jedes Mal aufgeregt, wenn es eine Feier zu organisieren gibt.“ Vielleicht sollte er sich in so einem Fall vertrauensvoll an seine eigene Firma wenden? Wir würden es tun.