Editorial September 2017

Liebe Krefelder,

 

am 24. September wird gewählt. Wir alle entscheiden dann darüber, welcher Partei wir es zutrauen, unser Land zu lenken. Viele Argumente sprechen dafür, die gegenwärtige Führung ein weiteres Mal zu bestätigen. Deutschland geht es vergleichsweise gut. Die Wirtschaft ist stark, der Wohlstand hoch. Wirtschaft und Wohlstand sind ein Geschwisterpaar. Eine starke Wirtschaft ist das Fundament einer in Wohlstand lebenden Gesellschaft. Natürlich ist dieser Begriff relativ. Obwohl wir zu den wirtschaftlich stärksten Ländern Europas zählen, leben auch hier einige Menschen unter dem Existenzminimum. Die Frage ist nur: Wie viele Menschen wären in dieser Situation, wenn es der Wirtschaft nicht gutginge?

Weil eben diese Frage nur mit „eine Menge mehr“ beantwortet werden kann, haben wir uns des Themas im Rahmen eines auf den Standort Krefeld bezogenen Wirtschafts-Spezials angenommen. Denn wie schon das Analogiegesetz verrät, ist der Makrokosmos aus dem Mikrokosmos abzuleiten – und umgekehrt. Und so ist es wenig verwunderlich, dass die wirtschaftliche Gesamtentwicklung unserer Stadt durchaus positiv ausfällt. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Der wohl wichtigste Faktor sind dabei die zahlreichen Neuansiedlung weltweit agierender Großkonzerne in unseren Gewerbegebieten. Nach dem Rekordjahr 2016, in dem rund 72.000 Quadratmeter Gewerbefläche an Unternehmen veräußert wurden, konnte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (S.44) Krefeld auch im ersten Halbjahr 2017 bereits 30.000 Quadratmeter vermarkten. Daraus ergeben sich nicht nur stetig steigende Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt, sondern es werden auch zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen. Ferner ist es den Wirtschaftsförderern gelungen, im Rahmen eines gezielten Standortmarketings zahlreiche Mitarbeiter umsiedelnder Firmen an den linken Niederrhein zu locken und somit dem demographischen Wandel entgegenzuwirken.

Doch auch bereits seit Jahrzehnten fest mit der Stadt verwobene Unternehmen wie zum Beispiel Tölke & Fischer (S.52) investieren kräftig in den Standort. Während der Hauptsitz an der Gladbacher Straße derzeit zu einem der größten VW-Zentren Europas ausgebaut wird, werden auch die internen Prozesse optimiert. TöFi antwortet damit auf die rasch fortschreitende Digitalisierung und deren besondere Anforderungen. Denn die Unternehmensspitze hat verstanden: Nur wer die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennt, wird in Zukunft markt- und konkurrenzfähig bleiben. Eine Herausforderung, die sich zahlreichen anderen Unternehmen auch im Makrokosmos stellt.

Dass In Krefeld eine Vielzahl von Global Playern ganz oft unterhalb des Radars der öffentlichen Wahrnehmung agieren, zeigt der Beitrag über Cargill (S.56). Fast die gesamte Welt greift auf die aus Mais gewonnenen Verzuckerungsprodukte des im Hafen angesiedelten Produktions-Betriebs zurück. Es geschieht wahrlich gar nicht so selten, dass Produkte made in Krefeld ganz unbemerkt in unsere Konsumkette zurückfließen. Mikrokosmos gleich Makrokosmos bestätigt sich auch hier.

Letztlich bleibt natürlich Ihnen überlassen, wen Sie bei der Wahl am 24. September für am fähigsten halten, unser Land auch in Zukunft auf Kurs zu halten. Doch wer auf Kurs bleiben möchte, braucht einen Motor – und dieser ist die hiesige Wirtschaft. Natürlich nur ein Baustein im Mosaik Ihrer Wahlentscheidung.

 

Viel Spaß beim Lesen!

Christhard Ulonska und Michael Neppeßen