Unternehmen kommen und gehen. Die einen wirtschaften sich selbst zugrunde, während andere durch sich verändernde Märkte, globale Finanzkrisen oder neue Technologien in die Knie gezwungen werden. Rondo Food auf der Magdeburger Straße hat in seiner 120-Jährigen Unternehmensgeschichte allen Widrigkeiten getrotzt und sich dabei selbst neu erfunden, als es nötig wurde. Einst 1894 unter dem Namen „Tewells“ als Dessert-Pulver-Produzent ins Unternehmertum aufgebrochen, hat sich der seit jeher von der Familie Wellen geführte Betrieb ab Mitte der Neunzigerjahre mit viel Mut, Geschick und Leidenschaft zum „Pet-Food“-Erzeuger gemausert. Die im Jahr 2015 neu erbaute Firmenzentrale wirkt dabei wie das i-Tüpfelchen auf einer fast beispiellosen Metamorphose.

Eingang, Rondo Food, Schild, LogoJosef Bosch, der heute gemeinsam mit Dirk Wellen und Thilo Kühne die Geschicke von Rondo Food auf Geschäftsführerebene lenkt, blickt mit Hochachtung in die Tage der unternehmerischen Neuausrichtung. „Das war schon etwas Besonderes. Schließlich wurde nicht einfach nur die Verwaltung verändert, sondern die gesamte Produktion. Meine Kollegen mussten sich mit neuen Produkten, technischen Verfahren und einem völlig anderen Markt vertraut machen. Natürlich war das ein Stück weit wie ein Neuanfang“, erklärt der seit 2005 in der Verantwortung stehende 50-Jährige. „Denta Stars“, „Speckies“ und „Meaty Sticks“, die auch heute noch die Produktpalette des Krefelder Global Players prägen, werden im sogenannten Extrusions-Verfahren hergestellt. Der Umgang mit der damals neuen Technik musste seinerzeit genauso erlernt werden, wie die Entwicklung von Rezepturen, die dem Gaumen der anspruchsvollen Klientel munden. „In weiten Teilen der Bevölkerung herrscht immer noch die Meinung vor, dass in Tierfutter minderwertige Ware verarbeitet würde. Das ist mitnichten so! Katzen sind die kritischsten Kunden überhaupt und rühren B-Ware gar nicht erst an“, so Bosch weiter. Diesen Ansprüchen Rechnung tragend, aber auch mit Blick auf eine ethisch vertretbare Produktion, verarbeitet Rondo Food seit jeher ausschließlich Fleisch, dass nicht nur qualitativ einwandfrei ist, sondern überdies von stressfrei geschlachteten Tieren stammt. „Fleisch von Tieren, die unmittelbar nach dem Transport geschlachtet wurden, verändert seinen Geschmack nachteilig. Das schmecken Katzen sofort“, erklärt Bosch einen der Gründe, warum bei Rondo Food nach höheren Standards produziert wird, als in weiten Teilen der auf Menschen ausgerichteten Lebensmittelindustrie.

„Tatsächlich ist die Mitarbeiter-Fluktuation in unserem Betrieb sehr gering. Hier herrschen flache Hierarchien, eine offene Gesprächskultur und kurze Entscheidungswege. Ich denke, das wissen unsere Mitarbeiter zu schätzen.“

Britta Gorissen

Assistentin der Geschäftsleitung, Britta Gorissen

Natürlich bildet die Qualität des Produkts das Fundament des Erfolgs, aber er fußt auf weiteren tragenden Säulen. Dem innovativen Führungstrio ist es nicht nur gelungen, das Unternehmen gesund zu skalieren, sondern hat es ebenfalls geschafft, einen besonders attraktiver Arbeitgeber zu sein, dessen Mitarbeiter weit mehr Engagement an den Tag legen als üblich. „Tatsächlich ist die Mitarbeiter-Fluktuation in unserem Betrieb sehr gering. Hier herrschen flache Hierarchien, eine offene Gesprächskultur und kurze Entscheidungswege. Ich denke, das wissen unsere Mitarbeiter zu schätzen“, veranschaulicht Bosch die innerbetrieblichen Strukturen und Britta Gorissen, Assistentin der Geschäftsleitung, ergänzt aus anderer Perspektive: „Hier werden Menschen gefördert und gefordert. Sie erhalten weitreichende ­Entscheidungskompetenzen und die Anerkennung, die sie verdienen. Ich denke, deswegen ist die Motivation bei uns so hoch.“ Blickt man auf die Liste der Beschäftigten der vergangenen Jahre, so fällt dem geneigten Hockey-Fan auf, dass einige der Akteure des CHTC in Rondo Food ein berufliches Zuhause gefunden haben. Das rührt zum einem aus traditionellen Verbindung der Familie Wellen zum Schlägersport, hat allerdings auch ganz pragmatische Gründe. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Leistungssportler nicht nur außergewöhnlich belastbar sind, sondern dazu auch noch hervorragende Teamplayer. Natürlich steht die Freistellung für Training und Wettkämpfe auf der Kehrseite der Medaille, aber das hat bislang immer sehr gut funktioniert“, so Bosch über die fruchtbare Verbindung.

Thilo Kühne, Josef Bosch, Dirk Wellen

Die Väter des Erfolgs: Thilo Kühne, Josef Bosch und Dirk Wellen

Ursächlich für den rasanten Aufstieg Rondo Foods in den vergangenen zwei Dekaden ist nicht nur die Qualität der Produkte, der hohe Innovationsanspruch und die beispielhafte Mitarbeiterführung, sondern auch der Mut, immer wieder zu investieren; in Maschinen, Versand und Verwaltung. Während das Stammhaus in Krefeld so binnen 12 Jahren von rund 50 Mitarbeitern auf 260 gewachsen ist, sind im zweiten Produktionsstandort in Halle aus 75 Mitarbeitern 185 geworden. Zudem wurde ein weiterer Produktionsstandort in Irland, nahe Dublin, aufgebaut. Der Jahresumsatz von Rondo Food beläuft sich derzeit auf rund 145 Millionen Euro. Der Schmetterling hat seinen Kokon verlassen und scheint mit seinen Farben weit über die Stadtgrenzen hinaus. Trotzdem fühlen sich die drei waschechten Krefelder an der Führungsspitze der Seidenstadt verbunden und fördern sowohl finanziell den Breiten- und Spitzensport als auch das bürgerschaftliche Engagement. Der in Zusammenarbeit mit dem Krefelder Architekten Piet Reymann realisierte Neubau des Hauptsitzes auf der Magdeburger Straße wirkt mit seiner glänzenden Fassade, den lichtdurchfluteten Räumen und dem modernen Innendesign derweil wie ein architektonisches Statement: Unternehmen kommen und gehen. Rondo Food bleibt!

RONDO FOOD GmbH & Co. KG, Magdeburger Str. 65 47800 Krefeld,
Telefon: +49 (0)2151 44 12-0, contact@rondo-food.de