Ein kurzer Rückblick auf einige Persönlichkeiten aus 5 Jahren KR-ONE

Ohne Menschen, die uns vertrauensvoll ihre Lebensgeschichten erzählen oder einen Blick hinter die Kulissen ihrer Projekte gewähren, wäre die KR-ONE nicht das Magazin, das die Leser lieben. Deshalb ist es dem KR-ONE-Team immer wieder eine Freude, Krefelderinnen und Krefelder vorzustellen, die unsere Stadt zu dem machen, was sie ist: zu unserem Zuhause. Anlässlich unseres fünfjährigen Jubiläums haben wir einfach mal nachgefragt, wie es unseren Gesprächspartnern seitdem ergangen ist. Und viel Gutes in Erfahrung bringen können. Schön wars. Auch diesmal.

 

Dr. Georg Scheuten Dr. Georg Scheuten
Dr. Georg Scheuten geht wieder in die Luft. Spätestens im Sommer wird er wieder Drachenfliegen gehen. Hobby und Leidenschaft fallen hier in eins. Ohne Motor in der Luft, da kann der ­Fliegerarzt auch selbst abschalten. Vor gut drei Jahren haben wir den engagierten Arzt und ­Weltenbummler portraitiert. Was ist seitdem passiert, Herr Doktor? „Also erst mal muss ich sagen, dass das ein sehr schöner Artikel war, in dem ich mich auch wiedergefunden habe. Das habe ich dem David Kordes aber auch gesagt“, erklärt der frischgebackene Ruheständler. Nach der Veröffentlichung kamen viele Menschen mit der KR-ONE unterm Arm in die Praxis, um mal zu gucken.
Ruhestand ist bei Georg Scheuten selbstverständlich ein eher aktiver Zustand. Seine weltweiten Ambulanzflüge wird er nach wie vor machen. In seiner Krefelder Praxis wird er auch weiterhin zugegen sein. Die Welt will auch künftig bereist werden. Und das Hilfsprojekt in Ghana, das er zusammen mit Freund und Stadtwaldbootsverleiher Donkor Adjei betreut – die KR-ONE-Leser kennen auch ihn – läuft unvermindert.
Also eigentlich bleibt für den 62-Jährigen alles wie gehabt – vielleicht etwas gemächlicher. „Sonst würde ihm auch etwas fehlen. Er ist ein Abenteurer und bleibt ein Abenteurer“, schmunzelt Ehefrau Yildez. Und das ist auch gut so.

 

 

Majid KessabMajid Kessab
Krefeld tanzt. Und wenn sie das jetzt noch nicht tut, dann bald. Wir erreichen Krefelds tanzenden Starexport Majid Kessab noch kurz am Flughafen auf dem Weg nach Singapur. Von dort geht es weiter nach Peru, später nach Polen, in die USA und nach Japan.
Majid, wie geht’s? „Ich fühle mich großartig, danke! Gerade habe ich mein größtes Projekt abgedreht; eine echte Herzensangelegenheit.“ Der 22-jährige Hip-Hop-Weltmeister hat seit unserem KR-ONE-Portrait jeden denkbaren Preis und Wettbewerb des Hip Hop  bereits mehrfach gewonnen. Gab es Resonanzen auf den KR-ONE Bericht? „Der KR-ONE-Bus mit meinem Titelbild ist natürlich am meisten aufgefallen. Viele Krefelder kennen mich, auch aus meiner Tanzschule Y.O.L.O.. Durch den Artikel haben sie meine private Seite kennengelernt. Das hat viele Menschen gefreut.“
Nach dem medienwirksamen Gewinn von „Got to Dance“ haben sich so viele Möglichkeiten geboten, dass Majid sein Architekturstudium vorläufig auf Eis gelegt habe. Obwohl es zwischen Architektur und Tanz seiner Meinung nach er­staunlich viele Parallelen gibt: „Wenn du die  Grundlagen, Konzeption und Struktur, erst mal raus hast, dann kannst du damit kreativ arbeiten. Beim Tanzen ist es genauso. Ich kann nicht einfach herumspringen, ohne zu wissen, ob ich die Balance halten kann oder nicht.“ Von eben dieser Kunst, Handwerk mit Kreativität zu verbinden, erzählt sein neues Projekt: die Online-Tanzplattform „GILLANATION“. „Ich teile dort nicht nur Übungen und praktische Anleitungen, sondern auch meine persönlichen Erfahrungen, meine Inspiration und mein Wissen“, erklärt Majid Kessab seine Intention. Wir sind gespannt.

 


Jochen-ButzJochen Butz
Jochen Butz ist schon lange da, wo wir noch hinwollen: Er kann auf ein respektables Lebenswerk zurückblicken. Wie geht’s dem bekannten Krefelder Kabarettisten mit dieser Perspektive? „Mir geht’s sehr gut. Ich bin jetzt bald 72 Jahre alt und kann mich getrost aus einigen Projekten zurückziehen“, erzählt er uns, „einer, der nicht loslassen kann, wollte ich nie sein.“ Nach 25 Jahren Krähen-Kabarett für den guten Zweck sollte Schluss sein; das Team führt inzwischen Stefan Erlenwein als würdiger Nachfolger. „Es läuft perfekt. Ich bin total glücklich, dass das so gut geklappt hat“, freut sich der heutige Ehrenpräsident der „Krähen“. Insgesamt lässt es der Krefelder Kopf ein wenig ruhiger angehen – die geistige Herausforderung sucht er nicht mehr unbedingt auf der Bühne. Aber er schreibt Kolumnen, beglückt seine Anhängerschaft mit einem jährlichen satirischen Jahresrückblick, hält ab und an satirische Reden. Und organisiert ein Mal im Jahr die Verleihung der „Krefelder Krähe“, einer Ehrung für hochkarätige Kabarettisten. „Man darf Sachen nie zu lang machen, sonst wird es langweilig“, verrät der hauptberuflich als Unternehmensgutachter tätige Familienvater. Da braucht es Sinn für Strukturen. Diese seien auch wichtig, um pointiert witzig zu formulieren. Ebenso wie  eine gute Beobachtungsgabe: „Wenn ich durch Krefeld laufe, dann sehe ich mir genau an, was passiert. Die Schrulligkeiten der Menschen. Es macht mir Spaß, das exakt aufzuspießen.“ Dabei bleibt er immer wohlwollend und herzlich. „Man muss sein Thema einfach lieben, sonst wird es schnell hässlich.“ Und Krefeld liebt er, trotz Schattenseiten. An das Interview mit der KR-ONE erinnert er sich gerne zurück: „Das war sehr schön. Das war so gut gemacht und die Essenz des Gespräches war gut herausgearbeitet, toll.“ Auch wir haben viele gute Erinnerungen an Jochen Butz. Und warten darauf, was er sich als nächstes einfallen lässt. Vielleicht ein neues Buch?

 


Thomas BuchtaThomas Buchta

Einer unserer mutigsten und offensten Ge­sprächs­partner war sicherlich Thomas Buchta, hat er sich doch in der KR-ONE zu seinem damaligen Alkoholproblem bekannt. Sein Versprechen, mit dem Trinken aufzuhören, hat der Krefelder Künstler bis heute gehalten. Gab es Reaktionen auf das KR-ONE-Portrait? „Ja, es gab viel positive Resonanz, aber auch einige Freunde und Bekannte, die nicht wussten, wie sie damit umgehen sollen. Die haben sich abgewandt“, erzählt Thomas Buchta. „Andere wollten sogar Tipps von mir und wissen, wie ich das gemacht habe mit der Entwöhnung. Aber das ist schwer auf eine Formel zu bringen, weil reine Kopfsache.“
In der Zeit des KR-ONE Artikels habe er Pläne gemacht, wie er fortan mit seinem Leben umgehen wolle. Doch bereits nach einem halben Jahr gab es keinen Gedanken mehr an Alkohol: „Jetzt interessiert es mich nicht mehr, was die anderen machen oder trinken, wenn ich ausgehe“, sagt der in Kunstszene als ‚Herr Buchta’ bekannte Fotograf, der sich inzwischen wieder gerne und unbeschwert in den Krefelder Cafés bewegt. „Ansonsten schlage mich weiterhin als Künstler durch und alles entwickelt sich zum Positiven.“
Die Sensation des öffentlichen Geständnisses sowie die unheimliche Neugier der KR-ONE-Leser und seiner näheren Umgebung habe sich schnell gelegt: „Als Mensch habe ich mich ja nicht grundsätzlich geändert. Vielleicht ist mein Leben ein bisschen ruhiger geworden. Aber  schön.“

 

 


Lokini - Namaste Lokini, Restaurant Namaste

Könnte Lokini Rameskumar ihre unverstellte Freundlichkeit handlich portioniert verkaufen – das Namaste wäre noch besser besucht als ohnehin schon. Die charmante Dame im Sari hat uns vor einiger Zeit ihre Geschichte erzählt, unter dem Motto: Wenn das Göttliche im Leben Regie führt. „Das war der Renner“, erzählt Lokini strahlend. „Die Gäste kennen mich natürlich und ich kenne meine Gäste. Und ich bediene sie sehr gerne. Nur wussten die Leute nichts über mich, obwohl sie oft nachfragen. Wir haben die Zeit im Restaurantbetrieb einfach nicht. Seit dem KR-ONE-Artikel kommen die Gäste nicht mehr ins Namaste, sie kommen zu Lokini. Das ist schön.“
Die Inhaberin des indischen Restaurants liebt ihren Beruf und ihre Gäste. Das transportiert sich einfach. Mit der KR-ONE pflegt sie eine lang­jährige Zusammenarbeit. „Ich bin immer sehr zufrieden gewesen. Die KR-ONE hat uns und unsere Projekte immer unterstützt. Nicht nur geschäftlich, sondern auch ganz persönlich darüber hinaus“, erklärt Lokini rundheraus. Das Vergnügen ist ganz auf unserer Seite, Lokini!

 

 

Armin RichlyArmin Richly
Armin Richly ist nicht nur ein Kind der Stadt, sondern auch ein langjähriges KR-ONE-Familienmitglied. Einen Stapel KR-ONE Magazine hat der Galerist und Chef einer Hausmeister & Objektbetreuungs-Firma immer im Kofferraum – für akuten Lese- und Informationsbedarf der vielen Menschen, denen er täglich begegnet. „Ich kann mich noch gut an die Anfänge vor fünf Jahren erinnern. Da wurden Christhard und Michael noch belächelt. Heute ist die KR-ONE ein etabliertes Krefelder Medium, das eine riesige Entwicklung durchlaufen hat“, erinnert er sich. Auch deshalb hat er hat die KR-ONE unter seinen persönlichen Schutz gestellt: „Letztens war ich auf der Krefelder Rennbahn. Und was sehe ich? Einen Stapel noch eingeschweißter KR-ONEn neben den Toiletten unter dem Tisch liegen. Da sag ich dann schon mal etwas.“
Doch der bunte Hund macht sich nicht nur für die KR-ONE stark, er ist auch ehrenamtlicher Botschafter der bunten Menschen. Die farbigen Holzfiguren hat ein Schreiner aus dem Kreis Viersen erfunden. Aus einer Laune heraus produzierte er 5.000 bunte Menschen und verteilte sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion am Straßenrand im Umland. Die bunten Holzmenschen waren schnell vergriffen. Inzwischen hat sich ein wahrer Trend entwickelt: Fans tragen die Symbole für Vielfalt und Toleranz in alle Winkel der Welt und schicken Fotos in die Heimat oder stellen diese ins Netz. Bei Armin Richly sind die Gute-Laune-Macher für fünf Euro zu erwerben. Die Erlöse gehen ausschließlich in karitative Projekte.

 

 

Philip LethenPhilip Lethen Philip Lethen ist überall dort, wo es in Krefeld kulturell etwas zu bewegen gibt. Er interessiert sich aber auch einfach für alles, ob vergangen oder im Kommen, was es im Bereich Kunst und Kultur zu erfahren gibt. Der Fotograf und Musiker war einer der Ersten, die uns damals in der KR-ONE Gesprächs- und Kulturtreibstoff lieferten. „Die KR-ONE lese ich immer wieder gerne, weil sie einfach ein sehr, sehr gut gemachtes Magazin ist“, sagt uns Philip Lethen im Jubiläumsrückblick. „Einzig fehlt mir die Musikabteilung, die Plattenkritiken, die ihr früher drin hattet. Das war immer ein schön individueller Part des Magazins.“ Ist notiert für die nächsten fünf Jahre.
Bei ihm selbst spielt Musik nicht nur in der Fotografie eine Rolle, er nimmt auch gerade mit ­seiner neuen Band CONSTRUCTION SET ein Album auf. „Das macht richtig bock“, freut er sich, „leben tue ich aber von nach wie vor von meiner Fotografie.“ Philip Lethens künstlerisches Spektrum reicht von Musik- und Theaterfotografie über Werbung bis hin zu Portraits und Landschaftsaufnahmen. Fasziniert ist er davon, was heute technisch alles möglich ist: „Jeder hat Werkzeuge zum kreativen Arbeiten in seiner Tasche – in seinem iPhone. Ich selbst bleibe aber  eher ein Freund des kleinen Bestecks.“ Seine Kunst zeichnet sich durch einen gesunden nostalgischen Zug aus. Da wird Fotografie auch noch mit ‚Ph’ geschrieben; viel schöner also.

 

 

Ulrich PudelkoUlrich Pudelko
Muss Ulrich Pudelko noch groß vorgestellt ­werden? Wahrscheinlich nicht. Aufmerksame KR-ONE-Leser werden ihn kennen. Umtriebige Krefelder sowieso. Allerdings könnte sich der eine oder andere fragen, was der ehemalige ­Krefelder Pappkopp in letzter Zeit so häufig am Krefelder Hauptbahnhof treibt. Ulrich Pudelko ist seit neuestem ehrenamtlicher Helfer der hiesigen Bahnhofsmission. „Als Schüler durften wir mit 14, 15 Jahren nach dem Unterricht dahin und uns aufhalten. Gut, eigentlich sollten wir lernen“, schmunzelt der bekennende Lokomotivliebhaber. Und so kommt es, dass der Krefelder Stadtführer nun Reisende von Gleis zu Gleis führt oder im Café der Bahnhofsmission Kaffee ausschenkt. Die erste Tasse gibt es dort nach wie vor kostenlos. Die KR-ONE hatte in ihrer Anfangszeit mal einen Kaffee-Spendenaufruf für die Bahnhofsmission gestartet. Vielleicht wäre es mal wieder Zeit? Auf die KR-ONE wartet der Kabarettist jeden Monat. „Da sind jede Menge Geschichten und Informationen drin, die mich interessieren“, so Pudelko. „Nur ein bisschen kritischer könnte die KR-ONE wieder sein. Allerdings tut sich hier auch viel Gutes. Wenn ich die fünf Jahre be­trachte, seit wir unseren ersten Artikel in der KR-ONE hatten, ist viel passiert.“ Besonders gelungen findet er den neuen Slogan: Krefeld am Rhein – Stadt wie Samt und Seide.

 

 

Moritz LübbersMoritz von Sel la Vie
Die KR-ONE kann auch Salz. Was hat sich seit dem letzten Sommer getan bei Jungunternehmer Moritz Lübbers und seinem Kumpel und Mitarbeiter Marcel Sensis? „Die gemeinsame Reise zu unseren Salinen in der Guérande war schön. Und was der Artikel in Bewegung ge­bracht hat, war super“, erzählt uns Moritz Lübbers. Seinen Spitznamen hat der Mann mit dem markanten Bart seitdem auch weg: „Schon auf dem ersten Messetermin nach dem Artikel, auf der British Flair rund um die Burg Linn, kamen Leute mit der KR-ONE unter dem Arm auf mich zu: ‚Sind sie nicht der Salzmann? Ich habe schon viel über sie gelesen.’ Dabei gab es außer dem KR-ONE-Bericht noch gar nicht viel über uns.“ Vom Salzmann und seinem Fleur de Sel aus Eigenherstellung gibt’s inzwischen eine ganze Menge. Von Gewürzsalz, über die bereits be­rühmten Karamell-Bonbons, hin zu Lakritz mit Fleur de Sel und Senf. Demnächst dürfen wir uns auf Honig mit dem einzigartigen Salz sowie eine Karamell-Creme freuen.
Trotz seiner Reisen im Namen des Genusses quer durch die Republik möchte Moritz Lübbers der Handarbeit treu bleiben. „Das ist ja das Herzstück des Unternehmens. Außerdem brauche ich die Natur und die Entschleunigung in Frankreich“, erklärt der Salzmann, der sich darüber freut, wie viel Interesse ihm die Menschen seit dem Artikel entgegenbringen. Gute Geschichten ziehen eben Gutes an. Und wir haben zwei neue Mitglieder im KR-ONE-Freundeskreis.
Aus dieser Freundschaft ist die Idee zu einem gemeinsamen Produkt hervorgegangen: das ­ KR-ONE-Algomasio – eine inzwischen deutschlandweit sehr beliebte Gewürzsalzmischung mit kr-one-gelbem gerösteten Sesam und Algenextrakt. Es eignet sich hervorragend zum Würzen von Salaten, Fischgerichten und sogar zum Verfeinern von Süßspeisen.

 

 

Folkhard Werth Folkhard Werth 
Den Traumata und Schicksalsschlägen des Lebens etwas Gutes zur Seite zu stellen, das ist die Aufgabe von Folkhard Werth. Vor drei Jahren sprach der Notfallseelsorger mit uns, noch unter dem Eindruck der Ereignisse um die Duisburger Love-Parade, in einem sehr persönlichen Ge­spräch über seinem Beruf. Bisher ist dem heute 56-Jährigen sein damaliger Wunsch erfüllt worden: Solch schreckliche Massenpaniken hat es seither nicht gegeben. „Und nach wie vor erfüllt mich diese Tätigkeit“, erzählt evangelische Polizeipfarrer. „Auch wenn ich es mit viel, oft unvorstellbarem, Leid zu tun habe. Aber manchmal habe ich das Gefühl, jemandem wirklich beigestanden und geholfen zu haben. Dann weiß ich, mein Tun ist wichtig.“
Der KR-ONE seine Geschichte anvertraut zu haben, hat er nicht bereut. Im Gegenteil – er habe viel positives Feedback erhalten. Vor allem von den Kolleginnen und Kollegen aus Polizeikreisen. Inzwischen ist er im Vorstand der Konferenz evangelischer Polizeipfarrer auf Landesebene tätig. Besonders am Herzen liegt ihm, für mehr Respekt gegenüber den Polizeibeamten zu werben, auch und gerade von Seiten der Politik. „Die Vorfälle der Silvesternacht in Köln haben nicht nur gesellschaftlich etwas verändert. Sie haben zudem auch die konstante Unterbesetzung der Polizei offenbart“, resümiert Folkhard Werth. „Wir sind mittlerweile davon überzeugt, dass die Grenzen der Arbeitsbelastung weit überschritten sind.“ Hier sei Unterstützung dringend notwendig. Zu oft werde vergessen, dass in der Uniform Menschen steckten, die Gefühle haben.

 


Teodrus AsefawTeodros Asefaw 

Vor zweieinhalb Jahren lächelte der UPS-Fahrer sein Teo-Lächeln vom Titel der KR-ONE.  Die freimütig erzählte Lebensgeschichte von Teodros Asefaw berührt viele Krefelder bis heute. „Eine Weile lang habe ich immer einen Edding in der Tasche gehabt, um Ausgaben der KR-ONE zu signieren“, erinnert er sich. „Egal wohin ich gegangen bin sind die Menschen auf mich zugekommen. Mit viel Herzlichkeit und viel Freude darüber, dass ich mein Leben so gemeistert habe.“ Dabei war es für den Mann, der vor 30 Jahren aus Eritrea floh, nicht leicht über seine Vergangenheit zu sprechen, diese Schatulle noch einmal zu öffnen.
Im Verlauf des Gesprächs mit David Kordes wurde es jedoch einfacher. „Dann wollte ich aber auch raus, wollte den Leuten diesen Teo auch zeigen“, sagt er mit Blick in die Vergangenheit. Auch durch das öffentliche Erzählen ist dieser Teo heute kein Fremder mehr, er ist Krefelder. Viele Menschen kennen und mögen ihn. Und er hofft, dass es den jetzt hier ankommenden Flüchtlingen auch so gut ergehen wird wie ihm. In seinem Werdegang steckt unbestreitbar viel Arbeit, Engagement und unbedingter Wille. Teo hat, auch Dank seines Onkels, sehr schnell begriffen, was nötig ist, um in Deutschland Erfolg zu haben. Einen Tipp hat er für Menschen mit Migrationserfahrung: „Es reicht nicht, wenn ihr drei oder vier Mal irgendwo auftaucht. Ihr müsst 100 Mal da hin gehen. Und beim 101. Mal fragt sich dann einer, wer du denn eigentlich bist. Und dann gehörtst du plötzlich dazu.“

 

 

Barbara Fiethen Barbara Fiethen
Wir arbeiten auch nachts. Zumindest dann, wenn die Aussicht auf Leckereien besteht. So wie im letzten Herbst beim Blick in die Backstube der Uerdinger Traditionsbäckerei Röttges. Aus dieser Nachtschicht ist die Idee zur essbaren KR-ONE entstanden, die unsere Kunden im letzten ­De­zem­ber zusammen mit dem Magazin erhalten haben. Offenbar haben sie gemundet. „Nachdem wir gemeinsam zum Jahresende die KR-ONE-Kekse gebacken hatten, ist jetzt auch das ­Theater Krefeld und Mönchengladbach auf uns zugekommen, um Sterne für die Besucher des diesjährigen Theaterballs zu fertigen“, erzählt uns Inhaberin Barbara Fiethen. Dieser Bitte kommt das junge Team der Bäckerei Röttges gerne nach, zumal Glitzerstaub im Spiel ist…
In der neu eröffneten Schwesterfiliale in Krefeld Gartenstadt gibt es auch schon einen KR-ONE-Hotspot, damit die Kunden zum Brötchen etwas Gutes zu schmökern bekommen. „Ich selbst lese die KR-ONE sehr gerne. Toll ist es für mich als Unternehmerin besonders, immer wieder Einblicke in andere Branchen zu erhalten“, sagt Barbara Fiethen. „Zudem bin ich froh und dankbar einen so schönen und unkomplizierten Kontakt zum KR-ONE-Team zu haben.“ Das Kompliment geben wir gerne zurück.