Das „Sylt-Gefühl“ stellt sich schon einige Meter vor der Eistheke ein: beim Blick auf die fünf Teakholztische und die einladenden Sitzplätze mit bunten Kissen auf der Außenfensterbank des Ladenlokals. Genau so könnte es an der Promenade in Westerland aussehen. Aber wir sind an der Kölner Straße 574 in Fischeln. Die großen Fenster zum Ladenlokal sind weit geöffnet, und ein angenehmer Duft von frischgebackenen Waffeln, Zimt und Vanille hüllt uns ein.

In dieser Wolke schwebend, treten wir ein und sehen klassisch schöne Sylt-Motive an den Wänden und jede Menge Lieblingsplätze: weiße, moderne Stühle am Fenster, Hochbänke mit Leinenpolstern entlang der Wand, weiter hinten einen lichtdurchfluteten Raum mit einer weißen hölzernen Deckenschräge, gemütlichen Sitzbänken und einem schnuckeligen Nischenplatz für zwei und schließlich den 70 Quadratmeter großen idyllischen Innenhof mit zwei original Sylter Strandkörben und ausreichenden Plätzen für das Frühstück in der Fischelner Morgensonne.

Sylter Eiscafé in Fischeln

Harmonisch aufeinander abgestimmt sind Inneneinrichtung und Lichtkonzept. Beides wurde von einer Sylter Innenarchitektin und einer Sylter Lichtplanerin exklusiv für das „Sylter Eiscafé“ entwickelt. Die kleinen Deckenleuchten mit Namen „Mathilde“ strahlen warm auf die von der Hülser Schreinerei Wans gefertigten Tische, die neben den frischen Solitärblumen nur noch durch die kulinarischen Highlights selbst „dekoriert“ werden müssen. Das sind ohne Zweifel die grandiosen Eisbecher ohne Farb- und Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Aromen. Alles ganz natürlich, für Franchisenehmerin Ivona Matic (29) selbstverständlich und eigentlich gar nicht besonders erwähnenswert. Wie sympathisch.

15 Eissorten sind dauerhaft im Sortiment, weitere 15 wechseln saisonal. Im Herbst kann man sich zum Beispiel auf die Sorten Pflaume, Apfel und Birne freuen – alle Früchte kommen aus heimischen Plantagen. In Fischeln sehr beliebt sind übrigens Stracciatella, Kirsch, Mango, Pistazie und Joghurt-Blaubeere. „Aber auch Sahnekaramell, Joghurt-Erdbeere, Orange und Himbeere“, schmunzelt die Chefin und freut sich insgeheim, dass eigentlich alle Sorten gut laufen. Wir finden, das Fruchteis hat eine besondere Erwähnung verdient, denn es zeichnet sich durch eine intensive Farbe aus. Das liegt daran, dass nur ganze reife Früchte und keine Milch zum „Verlängern“ verwendet werden. Die meisten Sorten sind übrigens glutenfrei. Lediglich Cookie, Brownie und Trüffel enthalten Getreideanteile. Und Veganer finden in der Eistheke immer fünf bis sechs Sorten, alles Sorbets.

Das Eis wird auf Wunsch in selbstgebackenen Hörnchen für „auf die Hand“ und für die Eisbecher im Waffelkörbchen oder schönen Weckgläsern dekoriert. Kinder lieben die Kreation „Sylter Wattschnecke“ und haben spätestens nach dem ersten Probieren das „Schlumpfeis“ (mit Farbstoffen und Geschmacksverstärkern) vergessen.

„Es war anstrengend, aber jetzt sitzen die Abläufe bei meinen vier Festangestellten und den rund 20 Aushilfen. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich zur Arbeit komme.“

Locker mit den Eiskreationen mithalten können auch die anderen Köstlichkeiten: die Waffeln mit Kirschen und frisch geschlagener Sahne, die selbstgebackenen Obstkuchen mit saisonalen Früchten der Region, der für Sylt bekannte Milchreis mit roter Grütze, die Flamm- und Pfannkuchen, die hausgemachten Suppen und das leckere Frühstück mit regionalen Produkten und selbst gemachter Marmelade. Feiner Tee – auch spezielle Sylter Sorten – werden typisch nordfriesisch im Kännchen auf Porzellanstövchen serviert, und der frische Kaffee duftet aus weißen Tassen mit dezentem goldenen Sylt-Logo. Für Sylt-Liebhaber und Sylt-Neugierige gibt es auch Lesestoff von der Insel: Magazine mit Sylt-Specials und Wochenzeitungen wie „Sylt life“. Wer nach seinem Besuch im Sylter Eiscafé immer noch nicht genug vom Nordsee-Urlaubsfeeling hat, der kann aus dem großen Eisschrank ausgesuchte Sorten in dreierlei Größen abgepackt mit nach Hause nehmen. Und als Mitbringsel für potentielle Sylt-Liebhaber gibt es Tee vom Sylter Teekontor, Eierlikör, Rote Grütze und Produkte aus der legendären „Sansibar“ wie den Prosecco und verschiedene Gewürze von Flor de Sal bis zum Chilipulver in edlen Keramikgefäßen.

Glücklich und zufrieden blickt Ivona Matic auf die Startphase zurück: „Es war anstrengend, aber jetzt sitzen die Abläufe bei meinen vier Festangestellten und den rund 20 Aushilfen. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich zur Arbeit komme.“ Ihre braunen Augen strahlen, sie sprüht vor Esprit und man spürt: Hier hat eine Frau ihren Traumberuf gefunden. „Gerade noch rechzeitig, denn mit spätestens 30 wollte ich selbständig sein“, schmunzelt die Diplomkauffrau, die in der Gastronomie groß geworden ist. Ihre Eltern Nada und Ivo Matic haben von 1980 bis 2008 das Restaurant „Ragusa“ am Uerdinger Markt geführt. Mittlerweile sind sie in ihre Heimat Kroatien zurückgekehrt und vermieten dort Ferienwohnungen. „Leider haben wir uns lange nicht gesehen“, bedauert Ivona Matic. Deshalb steht für dieses Jahr noch eine Reise mit ihrem Lebensgefährten und dem gemeinsamen Töchterchen Emilia nach Kroatien an. Der nächste Sylt-Urlaub muss daher noch etwas warten.

Sylter Eiscafé in Fischeln

Sylter Eiscafé, Kölner Str. 574, 47807 Krefeld, Telefon: 0 21 51 – 94 99 660
Öffnungszeiten: täglich 9 – 18.30 Uhr (Frühstück 9 – 11.30 Uhr)
www.sylter-eiscafe.de, Facebook: www.facebook.com/syltereiscafe