Das Weihnachtsmärchen des Eissportvereins Krefeld e.V.

Wenn am 15. Dezember das Licht über dem Eis der Krefelder Rheinlandhalle verlischt und Moderator Stephan Brill im strahlenden Schein eines einsamen Spots zum „Tanz auf dem Regenbogen“ bittet, dann klingt dies wie eine Beschwörungsformel an die wunderbare Macht der Fantasie. Und wenn sich danach der imaginäre Vorhang über dem hell erleuchteten Schloss der Königin der Masken und ihrer Prinzessin Venezia hebt, dann können wir uns endlich ganz dem magischen Zauber der Weihnachtszeit hingeben und ihre Botschaft von Frieden, Glück und Nächstenliebe in unsere Herzen einziehen lassen. Der Eissportverein Krefeld hat mit seinem Weihnachtsmärchen vom „Tanz auf dem Regenbogen“ wieder einmal eine perfekte Illusion erschaffen, die uns in diesem Jahr auf eine wunderbare Sternenreise mitnimmt und unserer Hoffnung vom Sieg des Guten über das Böse neue Kraft verleihen soll.
Das Weihnachtsmärchen des Eissportvereins Krefeld e.V.

Zu Beginn fühlen wir uns von kleinen und großen Straßenmusikanten, Marionettenspielern und allerlei wundersamem Volk eingeladen auf einen Maskenball der Freude und des Glücks. Wir dürfen mit ihnen leiden, wenn das Fest ein jähes Ende nimmt, als der böse Magier, dargestellt von der 18jährigen Emma Schülke, die Schätze des Lichts, der wunderbaren Träume und der Liebe entwendet und auf fernen Sternen in Sicherheit bringt. Wir teilen ihre Verzweiflung und ihre Hoffnung beim Erscheinen der vier Regenbogenschwestern, die sich gemeinsam mit den beiden Herrscherinnen auf den Weg zu den farbenprächtigen Sternen des Lichts, der Träume und der Liebe machen, um die verlorenen Schätze wiederzubeschaffen. Wir sind gefangen von den ausdrucksvollen Tänzen und den virtuosen Sprüngen und fühlen uns unvermittelt an die Magie eines Harry Potter Romans erinnert.

Wer nach einer literarischen Vorlage für das rund zweistündige opulente Spektakel fragt, erntet ein sanftes Lächeln. „Wir erfinden alle zwei Jahre unsere eigene Geschichte, und diesmal haben wir uns überlegt, wie Kinder einen Regenbogen sehen, ob es einen Anfang und ein Ende gibt, und was dazwischen passieren könnte“, so Gaby Braas, die zusammen mit Svenja Wagner, Cordula Meisgen und Violetta Heger für die Regie und die Inszenierung verantwortlich ist. „Unsere Vorsitzende, Cordula Meisgen, hatte das Thema Weltall vorgeschlagen, und da war die Idee des Regenbogens als Brücke zwischen den Sternen des Lichts, der Träume und der Liebe geboren.“

Das Weihnachtsmärchen des Eissportvereins Krefeld e.V.

Aber ein Gedanke bleibt nur eine Utopie ohne viele hundert Stunden akribischen Trainings und handwerklicher Arbeit. Doch trotz des enormen Aufwandes bleiben Gaby und Svenja gelassen, denn immerhin können sie bei ihrer Vorbereitung auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Das Krefelder Eismärchen hat eine bis in die fünfziger Jahre zurückreichende Tradition, und die beiden können sich noch an ihre erste aktive Teilnahme zu Beginn der neunziger Jahre erinnern. Sie wissen von klein auf nur zu gut, was es bedeutet, die Vorstellungskraft und Begeisterungsfähigkeit der 175 Darsteller im Alter von drei bis 68 Jahren zu wecken.
„Wir können uns auf die Unterstützung der Eltern und vieler Dutzend freiwilliger Helfer verlassen. Die meisten unserer Eiskunstläufer spielen nämlich bis zu drei Rollen, und dafür müssen zum Beispiel über 500 Kostüme geschneidert werden“, erklärt Gaby Braas nicht ohne Stolz. Da ist der Hofstaat aus Marionettenspielern und Straßenmusikanten, der die Königin der Masken und Prinzessin Venezia, dargestellt von Fiona Meisgen (18) und Nicole Heger (17), umgibt. Und selbst die jüngsten Nachwuchssportler verwandeln sich, dank eines unerschöpflichen Einfallsreichtums, in Fabelwesen wie Nachtfalter, Mondbewohner, Irrlichter und Traumwächter und erobern so bei ihrem Erscheinen die Herzen des Publikums im Sturm.

Das Weihnachtsmärchen des Eissportvereins Krefeld e.V.

Aber die Kreativität hört bei den Kostümen nicht auf. So ist man vor einigen Jahren eine Kooperation mit dem Berufskolleg Vera Beckers eingegangen, dessen Biokosmetikabteilung die Gesichter der Darsteller vor und während den Aufführungen in traumhafte Masken verwandelt und nicht nur den vier Regenbogenschwestern, dargestellt von Carina Jabunin (17), Alesia Renella (15), Alexandra Rymarev (13) und Carolin Lethen (14), eine schier überirdische Schönheit verleiht. Sie und die anderen jungen Solistinnen sind national und international erfolgreich und beherrschen die komplette Bandbreite dieses wunderbaren Sports. Dabei ist ihre atemberaubende Darbietung inmitten der farbenprächtigen Geschichte nur ein Teil eines zeitintensiven und aufopferungsvollen Engagements. Ihre Leidenschaft und ihre Leistungen nehmen sich viele der jüngeren Nachwuchstalente zum Vorbild, und dies ist nicht zuletzt das Ergebnis einer beständig professionellen und erfolgreichen Jugendarbeit.
Der Eiskunstlauf, und in seiner liebevollsten Form das Weihnachtsmärchen, ist Ausdruck einer Philosophie,
die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist beflügelt und die Gemeinschaft der Krefelder Eissportler zusammenschmiedet. Junge Eiskunstläufer sind meistens auch gute Schüler, denn zum einen fördert dieser Sport die Fähigkeit zur Koordination und Konzentration, zum anderen konfrontieren sie sich spielerisch mit den hohen Anforderungen an ihre Leistungsbereitschaft und körperliche Fitness. „Das Leben ist wie der Eiskunstlauf: Es besteht aus Pflicht und Kür, und oft fällt die Entscheidung bei der Pflicht“, sagte einst der berühmte deutsche Schauspieler Gustav Knuth. Aber nein, das Weihnachtsmärchen verlangt keine Entscheidungen von uns. Wenn am Ende die Weihnachtsfee, dargestellt von der 17-jährigen Carlota Bustos Knoblich, auf dem Eis erscheint, dann zeigt sie uns auf traumwandlerische Weise, dass es neben der alltäglichen Pflicht auch eine Kür der schönen Gefühle gibt, und dieser verleiht der Eissportverein Krefeld einmal mehr ihren weihnachtlichen Glanz.

 

Neue Mitglieder sind im Eissportverein Krefeld e.V. jederzeit willkommen:
Kontakt: Cordula Meisgen (Vorsitzende),
Tel: 02151/155274;
Mail: cordula.meisgen@ev-krefeld.de,
Homepage: www.ev-krefeld.de
Vorstellungen: 15.12., 18.00 Uhr; 16.12., 18.00 Uhr; 17.12., 17.00 Uhr; 18.12., 10.30 (Matinee, vergünstigte Eintrittspreise)
Karten bei: Ticket Sachs/alltours;
Reisecenter Am Hauptbahnhof 6 (Hansa Centrum)
oder
Theaterplatz 1 (Seidenweberhaus), sowie in allen CIS- und eventim angeschlossenen Vorverkaufsstellen.