Moderne Naturbaustoffe und Bautechniken haben meist eine lange Tradition. Ein gutes Beispiel ist „Tadelakt“, eine marokkanische Kalkputztechnik, die wahrscheinlich schon seit der Antike verwendet wird. Wurden die sehr glatten und wasserbeständigen Tadelakt-Wände früher gerne in orientalischen Palästen und Hamams verwendet, so finden sie heute Einzug in deutsche Bäder und Wohnzimmer. Aber auch in unseren Breiten wurden noch bis vor wenigen Jahrzehnten regelmäßig natürliche Baustoffe genutzt, die heute eine Renaissance erfahren. „Noch bis in die 50er und frühen 60er Jahre wurden Fassaden fast ausschließlich mit rein mineralischen Silikat-Farben gestrichen“, erklärt Naturbaustoffexperte Manfred Blechschmidt und ergänzt: „Ab da wurden meist leichter zu verarbeitende Dispersionsfarben eingesetzt, die die Fassade allerdings zu sehr abschotten und zudem umweltschädliche Stoffe enthalten. Umweltfreundliche Farben auf Wasserbasis decken nicht so leicht wie Farben mit herkömmlichen Lösungsmitteln, benötigen länger für die Trocknung und können nicht bei jedem Wetter aufgebracht werden. Trotzdem kommen immer mehr Menschen zu uns, die ihre Fassaden oder Innenräume mit umweltfreundlichen Farben streichen möchten und den damit verbundenen Mehraufwand gerne in Kauf nehmen.“

„Auch in unseren Breiten wurden noch bis vor wenigen Jahrzehnten regelmäßig natürliche Baustoffe genutzt, die heute eine Renaissance erfahren.“

Manfred Blechschmidt mit Ehefrau Barbara Werner

Naturbaustoffe sind nämlich nicht „nur“ besser für die äußere Umwelt, sondern bringen auch den Gebäudenutzern erhebliche Vorteile. Lehm, Kalk oder Holz sind atmungsaktiv und diffusionsoffen für Feuchtigkeit. „Baustoffe wie Styropor, Glaswolle oder Gipskarton enthalten dagegen Schadstoffe und haben wesentlich schlechtere Dämmeigenschaften als die Naturmaterialien“, weiß Manfred Blechschmidt, Inhaber des Baustoffhandels „Naturbau Niederrhein“. In seinem Ladenlokal demonstriert uns Blechschmidt die Überlegenheit von Holzwolle gegenüber Glaswolle und Styropor bei Schall- und Temperaturdämmung mittels einer selbst gebauten Vorrichtung. „Bei starker Sonneneinstrahlung können unter Styropor Temperaturen bis zu 70 Grad entstehen, während sich eine Holzwolle-Dämmung nur um wenige Grad erwärmt“, so Blechschmidt, „und die wesentliche bessere Schalldämmung der Holzwolle hören Sie, wenn ich die Boxen unter den Dämmmaterialien aufdrehe.“

Präsentation natürlicher Dämmaterialien

In den Rumelner Geschäftsräumen hält Naturbau Niederrhein eine große Palette an ökologischen Baustoffen bereit. Das Angebot reicht von Naturfarben und natürlichen Putzarten über Bodenbeläge bis zu ökologischen Dämmstoffen. Das Unternehmen bietet Produkte aller wichtigen Hersteller wie zum Beispiel Auro (Farben), Kreidezeit (Farben und Putze), Drüsedau und Berg & Berg (Holzparkett) oder Thermo Natur und isofloc (Dämmstoffe). Dabei ist Blechschmidt nicht nur Händler, sondern berät seine Kunden häufig bei der richtigen Anwendung der Materialien. „Sowohl Privatleute als auch Handwerker benötigen oft Hilfe, weil die Verarbeitungsweise von Naturbaustoffen nicht mehr in der Breite bekannt ist. Daher bieten wir auch regelmäßig Vorträge und Workshops zu unterschiedlichen Themen, zu denen wir auch externe Experten einladen“, erklärt Blechschmidt. Wobei seine eigenen Expertenkenntnisse häufig vollauf genügen, da der Firmeninhaber neben seiner kaufmännischen Ausbildung unter anderem Dachdecker, Bausachverständiger und Bau-Geruchsprüfer gelernt hat. Im Ladenlokal wird Blechschmidt von seiner Frau Barbara Werner unterstützt, die sich inzwischen auch einiges Fachwissen angeeignet hat.

 

 

Naturbau Niederrhein
Dorfstraße 23
47239 Duisburg-Rumeln
Tel.: 02151-516 79 79
Web: www.naturbau-niederrhein.de