Tropische Wärme, ein grünes Blätterdach, Vogelgezwitscher… So oder so ähnlich stellen sich die meisten Menschen das Paradies vor. Im Tropenvogelhaus des Krefelder Zoos kann man diese Fantasie nun wieder für ein paar Momente Realität werden lassen. Seit Beginn der umfassenden Umbau- und Sanierungsarbeiten Ende 2016 war es stumm im Gebäude der gefiederten Sänger. Jetzt sind die Umbauarbeiten beendet, und die Vögel dürfen wieder einziehen.

Zootierärztin Anna Grewer

Das Vogelhaus wurde 1989 eröffnet und beheimatete eine Vielzahl tropischer Vögel aus fünf verschiedenen tropischen Lebensräumen. Vorletztes Jahr starteten die anderthalbjährigen Arbeiten, und die Tiere wurden in die Außenstation des Zoos in Linn ausquartiert. Innerhalb mehrerer Monate wurde das Gebäude vollständig entkernt und alle technischen Anlagen wurden erneuert. „Nach über 35 Jahren bestanden in einem solchen Tierhaus natürlich zahlreiche technische Mängel, die behoben werden mussten. Insbesondere die Modernisierung der Klimatechnik war wichtig, da die Vögel sehr spezielle klimatische Bedingungen benötigen, um sich wohlzufühlen“, erklärt Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen. Moderne Wassertechnik mit neuen Filter- und Desinfektionsanlagen, energiesparsame Heizungskessel, neue Dachfenster samt neuer Motoren sowie die Abdichtung und Beschichtung der Wasserläufe sollen dafür Sorge tragen. Besonders hervorzuheben ist die brandneue Lichttechnik. „Vögel können weit mehr Bilder pro Sekunde aufnehmen als wir Menschen. Deshalb sind sie viel empfindlicher gegenüber künstlichem Licht. Wir haben ganz spezielle Tageslicht- und  UV-Lampen eingebaut, die auch der London Zoo nutzt. Die UV-Strahlung ist wichtig für die Vitamin-D-Bildung der Tiere. Das brauchen sie für starke Knochen“, erklärt Zootierärztin Anna Grewer, die den Großteil der organisatorischen Verantwortung für die Renovierung des Vogelhauses trug. Die Erneuerung der Lichttechnik war Teil ihrer Doktorarbeit und eine besondere Herausforderung für die junge Veterinärin.https://vimeo.com/268365929

Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen

Die ausgiebigen Maßnahmen zur Haltungsverbesserung, zu denen eine vollständig neue Bepflanzung gehört, sind mittlerweile abgeschlossen, und die Vögel dürfen wieder in ihr renoviertes Zuhause zurückkehren. Im Mai und Juni werden die rund 25 Arten sukzessive in die Volieren überführt. Als Neulinge der Vogel-WG werden Blaukrönchen und Helmhokkos einziehen. Durch die kaum wahrnehmbaren senkrechten Stahldrähte, die die Volieren vom Durchgangsweg trennen, entsteht die optische Illusion, in einen fremden Lebensraum einzutauchen. „Die Atmosphäre in diesem Gebäude war immer schon besonders. Vor allem, weil einige Vogelarten auch freifliegend in der Halle des Hauses leben. Diese besondere Stimmung haben wir wieder geschaffen“, erklärt Wolfgang Dreßen. Der weiche Mulchboden, die sattgrüne Vielfalt an Pflanzen und das tropische Klima sorgen bereits für eine paradiesische Atmosphäre – jetzt fehlt nur noch der Gesang der Vögel.

 

Zoo Krefeld
Uerdinger Str. 377
47800 Krefeld
Tel.: 02151-95520
Web: www.zookrefeld.de

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