Manfred Beek

 

Der Schock saß tief, als auf der Krefelder Rennbahn im Sommer des Jahres 2013 ein mit Gas betriebener Heizpilz vor dem Oetkersaal plötzlich Feuer fing. Brände bei jener Bauart sind nicht nur gefährlich, sondern außerdem nicht zu löschen. Pächter Volko Herdick verbannte in der Folge alle Gasheizpilze von seinem Gelände und tat es damit Städten wie Köln und München gleich, die die Nutzung gasbetriebener Heizpilze inzwischen konsequent verbieten. Jahrelang trug sich Herdick anschließend mit dem Gedanken nach einer besseren Lösung. Als er die Hoffnung bereits beinahe aufgegeben hatte, begegnete er dem Diplom-Ingenieur für Maschinenbau und Erfinder Manfred Beek, der seinerzeit im Rahmen der Gartenwelt handgefertigte Smoker aus seinem Manufaktur-Betrieb vorstellte. Als ihm Herdick seinen Wunsch nach einem mit Pellets betriebenen Heizpilz mitteilte, war Beek buchstäblich gleich Feuer und Flamme. Nun, rund ein Jahr später, steht der erste Vertreter seiner Art vor der Serienreife und ist nichts Geringeres als eine Weltneuheit mit Keimzelle in Krefeld.

Manfred Beek

Der Daniel Düsentrieb Krefelds: Manfred Beek

Manfred Beek ist ein Tüftler mit einem ausgeprägten Hang zur Kulinarik. Einst mit einer abgebrochenen Kochlehre ins Berufsleben gestartet, schwang er sich mit viel Fleiß und harter Arbeit zum Ingenieur auf und verdingte sich anschließend in Lohnarbeit für große mittelständische Unternehmen, in denen er sich in leitender Funktion weltweit zahlreiche Meriten erwarb. Eigentlich hätte der heute 55-Jährige diese von Erfolg geprägte Laufbahn bis zu seiner Rente nicht verlassen müssen, doch im Dezember des Jahres 2015 trifft er eine folgenschwere Entscheidung. „Ich wollte raus aus dem System, das nur nach ,höher, schneller, weiter‘ funktioniert“, erklärt der sympathische Vater zweier Kinder. Sich an seine beruflichen Anfangstage erinnernd, baut Beek fortan Grills, Kamine, Feuerkugeln und Smoker und spinnt ein Netzwerk. „Darüber habe ich Volko Herdick und Martin Roeren kennengelernt, die mir stets mit Rat und Ideen zur Seite standen. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Beek weiter. Ohne die initiale Idee des Krefelder Gastronomen Herdick hätte Beek wahrscheinlich alles rund um das Outdoor-Kochen weiter im Fokus seiner Selbstständigkeit behalten. Doch die Vorstellung eines mit Pellets, also verdichtetem Holz, betriebenen Heizpilzes ließ ihn nicht mehr los. „Ich steckte alle meine Zeit in die Entwicklung des ersten Prototypen“, erzählt der fleischgewordene Daniel Düsentrieb, in jenen Tagen nicht ahnend, wie bahnbrechend seine Erfindung sein würde.

„Mir war es wichtig, Teile zu verwenden, die überall einfach zu beschaffen sind und beständig funktionieren.“

HeizpilzWenn der Schöpfer selbst über die Funktionsweise seines „Babys“ spricht, ähneln seine Ausführungen einem Proseminar für Maschinenbau an der Universität. Laienhaft heruntergebrochen, werden die Pellets aus einem Vorratsbehälter mit einer Intervall-Schaltung über eine elektrisch betriebene Förderschnecke auf eine sogenannte Brennplatte geführt, wo mittels einer Glühkerze ein Glutbett erzeugt wird, das später die Basis des nach oben gerichteten Flammenschlags bildet. Der Motor für die Förderschnecke stammt dabei ebenso aus einem Golf1 wie die Glühkerze. Der in der Brennkammer liegende Lüfter stammt aus einem PC und läuft auf vier Watt. „Mir war es wichtig, Teile zu verwenden, die überall einfach zu beschaffen sind und beständig funktionieren“, begründet das Mastermind seine Auswahl. Doch Beek hat nicht nur den Brennprozess perfekt ausgeklügelt, sondern auch sicherheitsrelevante Aspekte bedacht: Während das Steigrohr gleich unterhalb des pilzförmigen Pralltopfes rund 400 Grad Celsius heiß wird, werden alle außenliegenden Teile nicht wärmer als 50 Grad. „Das ist mir besonders wegen der Kinder wichtig“, sagt der Konstrukteur und verweist auf Filter und Reinigung: „Damit selbst feinste Rußpartikel herausgefiltert werden, habe ich das Rohr mit einer Stahlwolle ausgekleidet, die einmal jährlich, über eine Öffnung zugänglich, abgesaugt werden muss. Ansonsten ist die Konstruktion ziemlich wartungsarm.“

 

Inzwischen hat Beek drei Prototypen des Pellet-Heizpilzes angefertigt, wovon einer zusammen mit den zuvor konstruierten Grills und Smokern in Herdicks „Diebels Fasskeller“ bereits in Betrieb genommen wurde. Sie alle funktionieren nach demselben Prinzip, sind serienreif und stehen kurz vor der Patentierung. Doch Beek hätte seinen Spitznamen nicht verdient, würde er nicht stets nach Verbesserungen suchen. In naher Zukunft wird der Pilz mit einer Mikroprozessor-Steuerung der Firma Dold ausgestattet, die die ferngesteuerte Nutzung beispielsweise via Smartphone ermöglicht, um die Hitze zu regulieren. Auch ein Schirm ist derzeit in der Entwicklung, der den Radius der Wärmestrahlung erweitert und an dessen Seiten Wände befestigt werden können, die wiederum dem Wohlfühlfaktor Rechnung tragen. Perspektivisch sollen sogar mehrere Pilze mittels Bluetooth miteinander vernetzt steuerbar sein und damit die Nutzungsfreundlichkeit für Gastronomen erhöhen.

Während viele Erfinder Sorge haben, andere für ihr Produkt begeistern zu können, steht Manfred Beek vor ganz anderen Problemen. Seine Erfindung findet derart großen Anklang, dass ihm mit seinem Unternehmen „Van Beek“ bereits ein Großauftrag winkt. „Jetzt geht es darum, schnellstmöglich zu liefern“, sagt er schmunzelnd und verrät wie er die 0-Serie gestemmt bekommt: „Zum Glück habe ich in Wuppertal einen Partner finden können, der mir rund 20 Stück im Monat fertigt. Darüber freue ich mich sehr, wobei mir klar ist, dass wir die Produktion ankurbeln müssen. Es ist allerdings gar nicht so einfach, ein Geschäft zu skalieren, ohne dabei an Qualität einzubüßen.“ Doch trotz der vollen Auftragsbücher findet Beek immer noch Zeit, sich seiner zweiten Leidenschaft, dem Bau von Smokern, zu widmen und die dann auch wirklich zu benutzen. Deswegen wird es nach Ostern an jedem Freitag und Samstag Grillabende im Fasskeller geben, wo Daniel Düsentrieb höchstpersönlich die Zange schwingt. Gemeinsam mit Volko Herdick, dem Mann, der die Erfindung „made in Krefeld“ mit seinem Wunsch ins Rollen brachte.

vanBeek Kamine und Grill, Manfred Beek,
Höchterdyk 34, 47803 Krefeld, Telefon: 15732501527
E-Mail: beek@vanbeek-kamine-und-grill.de

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