Fast angestrengt kniet er auf dem großen Teppich im Wohnzimmer und schaut immer wieder auf den wuchtigen Fernseher, der das kleine MTV-Logo hinter bunten Farben und schnellen Körpern in den Hintergrund rücken lässt. Konzentriert drückt Anthony auf die Knöpfe der Fernbedienung, und das Videogerät beginnt zu spulen. Innerhalb weniger Minuten wiederholt er den Vorgang. Was damals in mühsamer Handarbeit auf VHS-Kassetten entstand, bildet auch heute noch die Leidenschaft des Moersers: Anthony Stardust ist nicht nur für seine ausgefallenen eigenen Remixe bekannt, sondern wirkt in Deutschland und im Ausland als erster Service-DJ überhaupt. Damit füllt der sympathische 40-Jährige ein Nischengeschäft, das in Deutschland immer weiter auf dem Vormarsch ist.

„Dass ich irgendwann von der Musik leben kann, haben sich meine Eltern damals nicht vorstellen können“, sagt Anthony und lacht. „Ganz ehrlich, wenn der Sohn kommt und sagt, dass er DJ werden will, dann greift sich doch jeder erstmal an den Kopf.“ Dabei ist es seine Mutter, die ihre Liebe zur Musik an den musikbegeisterten Jungen weitergibt. Damals arbeitet sie in einem großen Plattenladen und bringt etliche Scheiben mit, die darauf warten, vom eigenen Sohn entdeckt zu werden. Hier findet er unter anderem seine damaligen Lieblingsstücke „Spacer“ von Sheila & B. Devotion oder „Good Vibrations“ von Marky Mark & The Funky Bunch und lässt die Melodien in unbeobachteten Momenten laut durch das Wohnzimmer schallen. „Wenn Papa nicht zuhause war, ließ mich Mama an die große Anlage, das war natürlich ein Highlight“, erzählt er mit glänzenden Augen und lacht erneut. „Mein Ziel war aber natürlich, eine eigene Anlage zu besitzen.“ Schon während der Schulzeit legt Anthony dafür jeden Pfennig zur Seite. Mit fremdem Equipment macht er die ersten Erfahrungen in verschiedenen Jugendheimen und auf diversen privaten Partys. Ein Kribbeln durchfährt den jungen Musiker, wenn die Tanzwütigen zu seinen Songs die Arme hochreißen, und auch die Profis werden auf den Spirit des jungen Mannes aufmerksam: Immer wieder gewinnt Anthony unterschiedliche DJ-Battles im Umkreis.
1998 hat er dann endlich die 1.500 D-Mark im Sparschwein, um sich seinen ersten eigenen Schallplattenspieler und das zugehörige System zu kaufen. Mit Black Music und Elektronischer Musik sammelt er erste Erfahrungen
in Clubs und ist vor allem mit seinen Beats im Ruhrgebiet unterwegs. Unter der Woche verdient er als Hotelfachmann sein Geld, aber irgendwann vertragen sich die langen Nächte, die Leidenschaft fürs Sampeln und das klassische Berufsleben nicht mehr miteinander. Es ist 2009, als Anthonys damaliger Chef auf ihn zukommt. „Er fand mein Hobby immer gut, aber erklärte mir deutlich, dass ich nicht mehr die Leistung auf der Arbeit bringe, die er sich wünsche“, erinnert sich der 40-Jährige. „Er hatte das Gefühl, dass mein Herz für einen anderen Bereich schlägt und forderte mich auf, mich zu entscheiden.“ Lange nachdenken muss er nicht: Fast wie eine Hürde sei das Angestelltenverhältnis gewesen, ein stummes Gewicht, das den damals 30-Jährigen in den klassischen Strukturen hält. „Aber wer seiner Liebe nicht folgt, der findet auch nicht die Passion, die für die eigene Person geschaffen ist“, sagt er mit verschmitztem Lächeln. „Das weiß ich heute.“

Anthony schließt sich für zwei Jahre einer DJ-Vermittlungsagentur an und sammelt neben langjährigen Cluberfahrungen auch erste Eindrücke auf Hochzeiten und Firmenveranstaltungen. Schnell fühlt sich der kommunikative Moerser hier wohl: Die Event-Organisation beäugt er genau, greift wie natürlich mit ein, wenn es an Ecken und Kanten hakt, und geht darin auf, die unterschiedlichen Publika aus der Reserve zu lockern.
„Andere DJs arbeiten mit Musiklisten, das würde es bei mir nie geben“, beschreibt er. „Ich reagiere und ich agiere immer hinterm DJ-Pult. Du musst fühlen, was das Publikum will.“ Und dafür beweist er ein instinktives Gespür. Fast ausschließlich spielt der DJ eigene Remixe, arbeitet Tage und Nächte im eigenen Studio daran, sich auf die Gigs vorzubereiten und legt viel Wert darauf, mit Veranstaltern und Kunden vor dem eigentlichen Event in die Kommunikation zu gehen. Sein Anspruch: „Es muss perfekt sein.“
Schon nach kurzer Zeit fühlt sich der DJ auch in den Agenturstrukturen zu eingeengt, die Gegebenheiten lassen ihm für zu wenig Raum für Reaktionsfreiheiten. Anthony geht in die eigenbestimmte Selbstständigkeit und erfindet für seine Dienstleistung die Berufsbezeichnung „Service-DJ“. „Für mich ist ein Service-DJ derjenige, der das Gesamte im Blick hat“, erklärt der 40-Jährige. „Bei Hochzeiten zum Beispiel erstelle ich mit dem Brautpaar vorab Ablaufpläne, organisiere, wenn gewollt, Live-Acts, alles rund um Licht & Ton und bin auch im Notfall
vor Ort Feuerlöscher.“ Das bedeutet, dass der DJ am Eventtag seine Augen überall hat. Steht das Brautpaar zum Beispiel beim Kuchenanschnitt mit dem Rücken zum Publikum, gibt Anthony einen dezenten Hinweis, sollen Spiele in den Ablauf integriert werden, reagiert er auch kurzfristig, und verpasst der Fotograf womöglich einen bedeutenden Augenblick, sorgt der DJ für die entsprechende Aufmerksamkeit. Es ist eine dezente, angenehme Steuerung, die der Service-DJ mit viel Fingerspitzengefühl übernimmt. Wie ein selbstverständlicher Bestandteil des Geschehens wirkt er in der Veranstaltung und sorgt durch das Mitgehen hinter den Turntables gleichzeitig dafür, dass die Party so richtig in Gang kommt.

Ausschlaggebend dafür ist sein breiter Erfahrungsschatz: Denn zehn Jahre als selbstständiger DJ bringen diverse durchgemachte Nächte mit sich. Anthony legte unter anderem für Stefan Raab, Ralf Schuhmacher, Barbara Schöneberger oder Bert Wollersheim auf, sorgte auf Ibiza, in Frankreich, Spanien oder Italien für unvergessliche Stunden und arbeitete in außergewöhnlichen Locations wie dem Stage Entertainment Theater in Hamburg, dem Hotel Adlon in Berlin und dem Nikki Beach Club auf Marbella. „Wenn ich mich aber entscheiden könnte, dann wäre wahrscheinlich eine Hochzeit die Party meines Lebens“, erklärt er. „Die Emotionen, die du bei guter Musik und einer guten Party im Gesicht des Brautpaares und der Gäste siehst, sind einfach unbezahlbar.“

 

Weitere Informationen zu Anthony Stardust finden Sie im Internet auf www.anthonystardust.de
Buchungsanfragen sind auch möglich per Telefon unter 0177-79 79 299 oder per Mail an info@anthonystartdust.de