Liebe Krefelder,

Mobilität ist eine zentrale und unerlässliche Kompetenz, um sich in einer immer schnelllebiger und komplexer werdenden Gesellschaft behaupten zu können. Nur wer beweglich bleibt, kann mit der Welt Schritt halten. Mobilität lässt sich dabei auf verschiedene Arten und Weisen verstehen: Ganz unmittelbar als Fähigkeit, möglichst effizient, komfortabel und frei von Kollateralschäden von A nach B zu gelangen – und damit individuelle Freiheit zu gewinnen. Mobilität steht aber auch für das geistige Potenzial, auf eine sich rasant verändernde gesellschaftliche Umwelt reagieren zu können – sei es als Individuum oder als Kollektiv. Nicht zuletzt meint Mobilität aber auch Beweglichkeit in einem ganz unmittelbar körperlichen Sinne. Den verschiedenen Facetten von Mobilität haben wir unsere Sommer-Doppel-Ausgabe gewidmet.

Unsere Titelgeschichte (S.06) nimmt den Krefelder Tobias Köhn und seinen selbstgedrehten Abenteuer-Film „Ein Viertel der Welt“ in den Blick, für den er in seinem Suzuki Samurai sechs Monate lang durch Südafrika reiste und dabei verschiedene Facetten von Mobilität hautnah erlebte. Die mitreißende und sehr persönliche cineastische Reise feiert am 16. Juli Premiere beim SWK Open-Air-Kino.

In unserem Mobilitäts-Spezial (ab S.10) werfen wir Schlaglichter auf Mobilitätskonzepte der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Wir besuchen zwei Werkstätten, die sich mit großer Hingabe um den Erhalt alter Vehikel mit zwei und vier Rädern bemühen. Wir stellen das junge Unternehmen „Roadfans“ vor, das mit seinem innovativen Mietkonzept für Wohnmobile individuelle Mobilität für Jedermann ermöglicht. Und wir präsentieren mit Evolve Skateboards und dem Autohaus Link zwei Unternehmen, die mit unterschiedlichen Ansätzen intensiv an der Mobilität der Zukunft arbeiten.

Die Stadt Krefeld und mutige Bürger beweisen dieser Tage jedoch auch ein hohes Maß an geistiger Mobilität: Nach mehrjähriger Pause belebt das Stadtmarketing die Verleihung der Goldenen Seidenschleife wieder und umrahmt den prestigeträchtigen Mode-Preis mit einem neuartigen innerstädtischen Kunst- und Kultur-Festival, der „Krefelder Laufmasche“ (S.26). In unserem Gastro-Tipp empfehlen wir das traditionsreiche Restaurant Lus Bell, das in seiner 150-jährigen Geschichte viele Hoch- und Tiefpunkte durchlebte und nun zuletzt durch einen mutigen kulinarischen Bruch mit der Vergangenheit zu neuem Leben erweckt wurde (S.42).

Um Mobilität im unmittelbar körperlichen Sinne anzuregen, haben wir auch in diesem Jahr eine Radroute (S.10) durch die Stadt zusammengestellt, auf der sowohl neue als auch alteingesessene Krefelder garantiert viel Neues entdecken können. Ebenfalls selbst aktiv werden kann man beim Beachhandball-Cup (S.54) im Beachclub, Krefelds einzigem Strand. Wer körperliche Beweglichkeit lieber im Eventformat erleben möchte, kann sich hingegen von den zeitgenössischen Tanzdarbietungen der Fabrik Heeder (S.40) mitreißen lassen, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen.

Wie auch immer sie Mobilität verstehen und praktizieren – wir wünschen Ihnen einen bewegten Sommer, viel Spaß bei der Lektüre unserer Doppelausgabe und freuen uns, im September mit vielen neuen Geschichten aus der Seidenstadt wiederzukehren.

Viel Spaß beim Lesen!
Michael Neppeßen und Christhard Ulonska