Das Jahr 2007 war im Handballsport an Superlativen kaum zu überbieten. 20. Handball-Weltmeisterschaft der Männer in Deutschland und dann das Herzschlagfinale gegen Polen, aus dem die deutsche Mannschaft als Sieger hervorging. Stand Handball bis dahin im Schatten des Fußballs, war er für plötzlich für einen Moment die Sportart Nummer eins. Nicht umsonst ging der Sieg der Deutschen Mannschaft als „Wintermärchen“ in die (Sport)-Geschichte ein. Sechs Jahre später beschließen die Handballabteilungen des SC Bayer 05 Uerdingen und der Adler Königshof zu fusionieren und mit einer gemeinsamen Handballmannschaft in der dritten Bundesliga anzutreten: „Es wurden die Kräfte gebündelt, um noch weiter oben zu spielen“, erklärt Andre Schicks, Presse- und Marketingleiter der HSG Krefeld. Ein kleines Märchen, das bis heute anhält.

Die 17 Spieler des aktuellen Kaders trainieren fast täglich, um ihre Leistung zu halten: „Das ist eigentlich wie im Profibereich“, so Schicks. Alle zwei Wochen steht ein Heimspiel in der Glockenspitzhalle an. Dann zeigen die Spieler in zweimal 30 Minuten, wie abwechslungsreich der Sport ist: „Handball ist nicht nur absolut temporeich und athletisch, sondern auch extrem körperbetont“, so der Pressesprecher der HSG Krefeld, der mit einem Grinsen hinzufügt, „also nichts für zartbesaitete Seelen.“

HSG Krefeld

Die HSG Krefeld spielt zurzeit mit 15 anderen Vereinen in der Staffel West der dritten Bundesliga. Insgesamt gibt es vier Staffeln in Deutschland – Norden, Osten, Süden und Westen. Letztes Jahr erreichten die Eagles, wie die HSG Krefeld auch genannt wird, den fünften Platz in der Liga. Luft nach oben ist noch da, weiß Andre Schicks: „Wir hatten mit vielen Verletzungen, mitunter auch lang andauernden, zu kämpfen, die nicht mehr zu kompensieren waren. In dieser Saison wollen wir natürlich besser sein“, so Schicks. Mit einer Mannschaft, deren Kader als Leistungsstärkste der Liga angesehen wird, könnte das durchaus möglich sein, auch wenn Schicks sich vage äußert: „Wir sind vorsichtig damit, es laut auszusprechen, aber der Gruppensieg wäre schon toll.“ Wenn man bedenkt, dass in der letzten Saison von drei möglichen Aufsteigern in die zweite Bundesliga, zwei aus der Staffel West kamen, zeigt dies nicht nur, welche Stärke die Staffel West besitzt, sondern auch, wie gut aufgestellt die HSG Krefeld ist.

Karl Roosna HSG Krefeld

Karl Roosna ist ein Neuzugang aus Estland

 

Neben dem Trainer, Ronny Rogawska, der in dieser Saison Nachfolger von Dusko Bilanovic wurde, stehen 17 Spieler zwischen 21 und 32 Jahren im Kader. Sieben Neuzugänge haben die Eagles in diesem Jahr bekommen. Zu ihnen zählen Max Jäger, Paul Keutmann (beide Torwarte), Dorian Wöstmann, David Hansen, Kevin Christopher „KC“ Brüren, Erik Hampel und Karl Roosna. Roosna ist ein Nationalspieler aus Estland, der im nahen Umfeld studiert und das Team ab dieser Saison unterstützt.

Allen Krefeldern, die bisher noch nie bei einem Handballspiel waren, kann Pressesprecher Andre Schicks diese Sportart nur sehr ans Herz legen: „Wir bieten nicht nur eine Sportveranstaltung, sondern Entertainment für die ganze Familie“, erklärt er. „In der Pause können die Kinder auf den Platz und selber Tore werfen und es gibt Cheerleader-Darbietungen“, so der Pressesprecher weiter. Bisher waren bei den Spielen meist 700 Zuschauer anwesend.

 

 

 

Andre Schicks HSG Krefeld

Andre Schicks ist Presse- und
Marketingleiter der HSG

 

Die Kapazitäten der Glockenspitzhalle sind damit aber noch lange nicht ausgereizt. Damit spätestens im nächsten Januar, wenn die Handballweltmeisterschaft wieder in Deutschland (und Dänemark) ausgetragen wird, alle mit den Handballregeln vertraut sind, empfiehlt sich ein Spielbesuch der Eagles in der Glockenspitzhalle.

Dass der Sport bei all dem natürlich nicht zu kurz kommt, erklärt sich von selbst. „Die Atmosphäre bei einem Spiel ist ganz besonders. Jeder Angriff wird von den Zuschauern unterstützt und die Halle bebt von einer energiegeladenen Stimmung“, so Andre Schicks. Fehlt also nur noch das Ticket für das nächste Spiel, das auf der Internetseite www.hsg-krefeld.de bestellt werden kann. Und vielleicht kommt es im nächsten Jahr nach zwölf Jahren auch erneut zu einem echten Wintermärchen. Ganz abseits von Fußball und Co, in einer Sportart, die zwar eine „Randsportart ist, aber durchaus eine Daseinsberechtigung hat“, so Schicks abschließend mit einem gewinnenden Lächeln.

 

 

HSG Krefeld, Löschenhofweg 70, 47829 Krefeld, www.hsg-krefeld.de

 

Das erste Heimspiel in der neuen Saison findet am Sonntag, 2. September, um 16 Uhr in der Glockenspitzhalle statt. Dort spielt der HSG Krefeld gegen das Team HandbALL Lippe II. Weiter geht es dann am Sonntag, 16. September, um 16 Uhr ebenfalls in der Glockenspitzhalle. Dort spielt der HSG Krefeld gegen den SG VTB/Altjührden.