Im Eichwäldchen: Bodenständiges für Feinschmecker

Zum Restaurant „Im Eichwäldchen“ gelangt man nicht zufällig: Wer den Weg zum unter hohen Eichen versteckten Landhaus findet, weiß, dass ihn hier eine gutbürgerliche Küche auf hohem Niveau erwartet. Grund genug für das Team von KR-ONE, die vertrauten Stadtgrenzen knapp hinter sich zu lassen und einen kulinarischen Ausflug nach Duisburg-Mündelheim zu unternehmen.

Inhaber

Mitten im namensgebenden Eichwäldchen wird der Gast in der dunklen Jahreszeit mit einer stilvollen Illumination begrüßt, die sogleich verrät, dass hier Wert auf guten Geschmack gelegt wird. Im Sommer lässt man sich rund um den Karpfenteich nieder, doch offenbart ein Blick durch die bodentiefe Fensterfront zur Gaststube, dass der Innenbereich nicht minder einladend ist. Für die herzlich-familiäre Stimmung sorgt nicht nur die Einrichtung mit einer gelungenen Mischung aus rustikalem Mobiliar und zeitloser Eleganz, sondern vor allem Gastgeberin Petra Altgaßen, die gemeinsam mit Ehemann und Küchenchef Manfred das „Eichwäldchen“ betreibt.

Regionale und saisonale Angebote bestimmen die Speisekarte. „Wir wählen Zutaten nach hohen Kriterien aus. Vor allem Bio-Produkte sind uns wichtig, ebenso deren größtmögliche Verwertung“, erläutert die Service-Chefin. „Nachdem wir als Studenten bereits im hier ansässigen Partyservice meiner Eltern tätig waren, stellte sich im Jahr 1995 für meinen Mann, einem Diplomkaufmann, die Frage: Gehe ich in die Wirtschaft oder gehe ich in die Wirtschaft? So wurde aus der Scheune, in der eine Schreinerei war, ein Gasthaus.“

Bescheiden, aber mit einem verschmitzten Lächeln, gibt Petra Altgaßen preis, dass sich ihr Mann in den darauf folgenden Jahren an die Gourmet-Spitze gekocht hat. Allerdings musste sich das Gastronomenpaar dann mit Grundsatzkriterien der Haute Cuisine auseinandersetzen: „Nach jahrelangem, mitunter anstrengendem Besser- und Kreativerwerden konnten wir uns mit dieser Art zu kochen nicht mehr identifizieren. Wir hätten beispielsweise zu viele hochwertige Produkte als Abfall wegwerfen müssen, um Fleisch in genormte Formen zu schneiden.“

Erlesene Biere und Weine als ideale Begleiter der Speisenangebote

Es folgte eine Auszeit, in der sich Manfred Altgaßen einen ganzen Januar lang nach Norwegen zurückzog und seine freie Zeit mit Lesen verbrachte. Auch Bücher über die Kunst des Brauens kamen dem anerkannten Koch dabei in die Hände. „Jeder weiß eigentlich, welche vier Zutaten in einem Bier stecken. Aber wie genau entsteht es? Das eigene Bierbrauen war letztlich eine Schnaps-Idee“, lacht er. Aus einer anfänglichen Experimentierfreude ist nach dreieinhalb Jahren die eigene Biermarke Quercus (lat. Eiche) mit wechselnden Angeboten geworden, deren Hauptaugenmerk auf Craftbeer liegt. Dieses gilt es zu probieren. Die Hauschefin schenkt ein erdig-dunkles Baltic Porter aus mit der gewitzten Bemerkung: „Das ist unser Koks. Wir wohnen ja direkt neben der Kokerei!“

Abdelghani Hafid

Sommelier Abdelghani Hafid hat sein Handwerk in Koblenz erlernt und wählt
seine Angebote nach einer überzeugenden Mixtur aus theoretischer Grundlage, Bauchgefühl und Rückmeldungen der Gäste aus.

„Wir wählen Zutaten nach hohen Kriterien aus, vor allem Bio-Produkte sind uns wichtig, ebenso deren größtmögliche Verwertung.“

Doch nicht nur die Bierkarte überrascht, denn zum Team des „Eichwäldchens“ gehört seit zehn Jahren auch Sommelier Abdelghani Hafid. Mit seiner unaufdringlichen Art, sein Fachwissen zu präsentieren, sind er und seine Weinauswahl eine große Bereicherung für den Betrieb. So empfiehlt er zum in Blätterteig gebackenem Ziegenkäse mit Apfel-Dattel-Chutney einen Chardonnay aus dem Languedoc, der mit seiner leichten Holz- und dezenter Beerennote ein idealer Begleiter für das kräftige Käse-Aroma ist.

Die Entscheidung der Eheleute Altgaßen, sich auf Geschmackssinn und Genauigkeit bei scheinbar einfachen Gerichten zu konzentrieren, spiegelt sich in der Roten Bete mit Meerrettich und gebratenen Jacobsmuscheln. Dazu reicht der Sommelier einen Sauvignon Blanc von der Loire. „Dieser Wein ist trocken und mineralig, er braucht das Essen!“ Schnell wird deutlich, dass auch der Weinkenner sich vertrauensvoll der Empfehlung des Fachmanns marokkanischer Herkunft anschließen kann.

Unter den vielen exquisiten Hauptgerichten fällt es schwer, einen Favoriten auszumachen. Wem dies ähnlich geht, kann das „Menü-für-den-der-sich-nicht-entscheiden-kann“ wählen oder in regelmäßigen Abständen neue Kreationen auf der Karte entdecken. Alle anderen werden mit im hausgeräuchertem Lachs aus dem eigenen Smoker mit Kartoffel-Gurken-Ragout wahre Geschmacksexplosionen erleben. Den butterzarten Lammrücken mit Rosmarinjus, der mit Ratatouille und gebratener Polenta gereicht wird, zeichnet wie alle Fleisch- und Fischgerichte aus, à point gebraten bzw. gegart zu sein. Der dazu ausgewählte Reserva von 2008 aus La Mancha unterstreicht mit seinem erdigen Aroma den Geschmack, ohne von ihm abzulenken.

Zur Nachspeise kredenzt Petra Altgaßen eine Crème brûlée mit den Worten: „Unsere Gäste sagen, es sei die beste!“ Und sie haben Recht: Allein für dieses warm servierte Dessert lohnt sich der Besuch im keine 20 Minuten Autofahrt vom Krefelder Stadtzentrum entfernt liegenden „Eichwäldchen“.

„Im Eichwäldchen“, Im Eichwäldchen 15c, 47259 Duisburg, Telefon: 0203-787346, kontakt@imeichwaeldchen.de, www.imeichwaeldchen.de

Öffnungszeiten: Mi-Sa 18-23 Uhr, So 12-14 Uhr und 18-23 Uhr,
Mo + Di Ruhetag