Na, Coro. Was ist dein Plan? Etwa die Weltherrschaft? Du bist so klein und doch schon eine Supermacht. So mächtig, dass andere vor dir in die Knie gehen – gesundheitlich bis zur Kapitulation. Und wirtschaftlich, dass Experten schon die ‚Mutter aller Rezessionen‘ kommen sehen. Andere meinen, das sei erst der Beginn einer naturgegebenen Reaktion mit apokalyptischem Ausgang. Die Menschen würden nun mal nicht in den biologischen Kosmos passen, der – synchronisiert wie ein Orchester – aufeinander eingestimmt ist. Die robusten Taktanschläge in die sensible ‚grüne Partitur‘ bis hin zur Ausbeutung provozieren ja gradezu einen natürlichen Gegenschlag. Unsere Spezies ist ohnehin eher unbedeutend in der Gesamtbetrachtung. Bildhaft komprimiert auf einen 24-Stunden-Tag macht die Menschheit bislang nur rund drei Sekunden aus – quasi ein Wimpernschlag in der Evolutionsgeschichte unseres blauen Planeten.

Da helfen keine Armeen der Welt, keine noch so aufgerüsteten Waffensysteme und auch keine Finanzspritzen. Das Allheilmittel zum wirksamen Gegenangriff ist, um im gleichen sprachlichen Duktus zu bleiben, ein medizinischer Kampfstoff. Doch diese Einheit befindet sich in der Ausbildung und ist längst nicht einsatzbereit. Solange erobert die Viren-Armada weiteres Terrain und führt ihre erbarmungslose Reise fort – über unzählige Grenzen und Länder hinweg.

Der französische Schriftsteller Jules Verne erzählte 1873 in seinem Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von einer positiven Reise, die ermöglicht wurde durch enormes menschliches Leistungsvermögen. Welche Botschaft lässt sich daraus ableiten? Dass wir alles erreichen können, wenn wir ein konkretes Ziel, einen pragmatischen Umsetzungsplan, Willenskraft, Ehrgeiz, Disziplin und Ausdauer haben. Mit einer Prise Pioniergeist und Fantasie.

Unser Ziel steht, nur wird unsere derzeitige Mission nicht in 80 Tagen beendet sein. Sie wird aber auch nicht der letzte Wimpernschlag sein. Noch nicht. Sie darf diesmal aber kein Alleingang sein,  ohne „First“-Anspruch. Sie muss grenzenlos und vereint beschritten werden. Schon jetzt optimistisch ausgerichtet auf die Zeit danach, die hoffentlich eine andere und bessere Normalität einleitet, damit wir als Menschheit perspektivisch unsere Daseinsberechtigung verdienen und individuell unsere Lebensqualität bereichern.

Dazu gehört ein Appell an die Vernunft. Der lateinische Aufruf dazu erklang bereits im Jahr 1784 vom Königsberger Philosophen Immanuel Kant: Sapere aude! Frei übersetzt: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ wurde zum Leitspruch im Zeitalter der Aufklärung. Und heutzutage agieren einige, als hätten sie die Allmacht und die Wahl, um die Krise taktisch für eigene Ziele zu missbrauchen. Wahltaktik ist hier nicht zielführend und sogar menschenverachtend. Wiederum angelehnt an die Erkenntnis von Kant „Ich kann, weil ich will, was ich muss“ sollte man aktuell solidarisieren: „Wir können, weil wir wollen, was wir müssen.“ Gute Reise!

 

Peter Lengwenings