Wenn wir nach Hause kommen, vermittelt es uns ehrliche Freude. Wenn es uns schlecht geht, erzählen wir ihm unsere Geheimnisse. Wenn wir Liebeskummer haben, kuschelt es sich an uns, und wenn wir einen besten Freund an unserer Seite brauchen, dann ist es da. Das Haustier ist in Deutschland der beste Freund des Menschen: Es teilt den Alltag mit uns und gehört über viele Jahre zu unserer Familie. Wenn aber auf einmal durch plötzliche Krankheit, Alterung oder durch einen Unfall der Tod kommt, dann steht die Familie Kopf. „Wir trauern ähnlich intensiv wie beim Verlust eines geliebten Menschen“, erklärt Tierbestatter Ulrich Franken vom Institut für Tierbestattung NRW (kurz intibe-nrw). „Sich angemessen zu verabschieden und seine Trauer
zuzulassen, sind wichtige Verarbeitungsprozesse. Dabei helfe ich.“

Tierbestatter Ulrich Franken

Franken selbst kennt den Schmerz, wenn ein tierisches Familienmitglied geht: Zwei Hauskatzen hat er schon in den Tod begleitet, beide standen über Jahre hinweg an seiner Seite. „Es ist schon merkwürdig, wenn da auf einmal niemand mehr auf der Couch liegt, wenn man nach Hause kommt“, erklärt er. „Das tut immer mal wieder weh.“ Als seine erste Katze, Leika, beim Tierarzt stirbt, hat seine damalige Partnerin Schwierigkeiten, die Kontrolle zu behalten. Für die Tierärzte ist das Einschläfern des Vierfüßlers Routine, aber die Trauer lähmt die junge Frau. Franken nimmt die Zügel in die Hand und kümmert sich um die Kremierung des Haustieres und das anschließende Verstreuen auf dem Grundstück des Krematoriums. „Ich hätte mir jemanden gewünscht, der mir zur Seite steht und mir erklärt, was ich jetzt machen muss“, beschreibt er. „Das war das erste Mal, dass ich dachte, dass das irgendwie mein Ding sein könnte.“ Vor knapp zwei Jahren beschließt der damalige Stadtangestellte, den Bürojob gegen die Selbstständigkeit zu tauschen. Über das Netz kauft er einen Tierurnenshop und beginnt, sich in die Thematik der Tierbestattung einzuarbeiten. Er sucht nach einer neuen Aufgabe, die seinen Alltag sinnstiftend werden lässt und ihn als Mensch in seiner Passion aufnimmt. „Es gibt einige Franchise-Tierbestatter, aber in diesem Konzept habe ich mich nicht wiedergefunden“, erklärt der Hülser. „Kein Konzept entsprach meiner Philosophie.“

Franken bietet ein umfassendes Begleitungspaket für Haustierbesitzer an: Stirbt der geliebte Freund, reicht ein Anruf, um Frankens Maschinerie in Gang zu setzen. Der Tierbestatter kümmert sich um die Abholung des Tieres
vom Tierarzt oder aus den eigenen vier Wänden. Anschließend erklärt er mit viel Ruhe und Fingerspitzengefühl die unterschiedlichen Bestattungsarten. „Dafür komme ich entweder zu den Tierbesitzern oder sie können
auch zu mir kommen“, sagt er. „Manchmal tut ein Ortswechsel gut.“ Die Fahrt kurz hinter den Hülser Bruch lohnt sich: In einem großen Haus mitten am Feldrand hat der Bestatter sein Büro eingerichtet. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch den fast unberührten Niederrhein fällt es leichter, trotz der Trauer die Gedanken freizulassen und Entscheidungen zu treffen. Dabei kann der Haustierbesitzer aus vier unterschiedlichen Bestattungspaketen wählen: Besonders beliebt ist die Kremierung, also die Einäscherung
des Tierleichnams, die Franken gemeinsam mit dem Krematorium in Wesel umsetzt. „Der Vorteil an der Zusammenarbeit mit einem Tierbestatter ist die Individualität des Leistungsangebotes“, erklärt der Hülser weiter. „Wir haben jede Menge Spielraum, die Bestattung den persönlichen Bedürfnissen anzupassen.“ Dabei richtet sich die Kremierung an drei unterschiedlichen Modellen aus: Bei der Sammelkremierung wird das Tier nicht einzeln, sondern mit anderen Haustieren eingeäschert. Die Asche aller Tiere wird anschließend würdevoll auf dem Streubeet des Krematoriums verstreut. Die Einzelkremierung umfasst eine separate Einäscherung. Die Asche des Tieres wird anschließend dem Tierbesitzer übergeben. Und eine Premiumkremierung fasst neben der separaten Einäscherung noch eine Verabschiedung des Tieres im Trauerraum ein. Hier wird das Tier aufgebahrt, es können individuelle Erinnerungsstücke platziert oder auch ein paar Worte gesprochen werden. Auch eine Erdbestattung wird durch den Tierbestatter begleitet. „Ob es nach der Einäscherung die Urne ist oder eben
bei einer Erdbestattung der Sarg, in Deutschland gibt es unterschiedliche Auflagen, wie und wo ich Tiere in die Erde lassen darf“, erklärt Franken. „Dabei helfe ich.“

Institut für TierbestattungenAber auch wer sich dagegen entscheidet, die Gebeine seines Tieres Mutter Erde zurückzugeben, hat mit dem Hülser den perfekten Berater an seiner Seite. Aus fast 1.000 unterschiedlichen Urnen kann der Trauernde wählen. Ob hölzern, aus Stein, mit Gravur oder Verzierung, ob schlicht, mehrfarbig, urban oder asiatisch, der Fantasie sind quasi keine Grenzen gesetzt. „Auch wir haben uns entschieden, die Asche unserer Katze in unseren Wohnzimmerschrank zu stellen“, schildert Franken. „Für uns ist es kein Sarg, sondern ein Erinnerungsstück.“ Wer sein Haustier lieber nach dem Tod nah bei sich tragen möchte, kann sich über den Bestatter auch Ascheschmuck anfertigen lassen: Die Asche wird dann entweder in einen Anhänger eingefüllt oder sogar zu einem Diamanten verarbeitet. „Trauer ist eben individuell“, erklärt der Experte. „Jeder braucht etwas anderes.“ Schon nach 18 Monaten im Institut für Tierbestattung hat sich auch Franken verändert. In der Trauerbegleitung, so sagt er, habe er seine ganz eigene Aufgabe gefunden. „Endlich habe ich das Gefühl, dass ich etwas zurückgeben kann“, sagt er. „Das ist meine Art, zu helfen.“

 

Institut für Tierbestattung NRW (Intibe-nrw), Inhaber: Ulrich Franken
Rohrammerdyk 3a, 47839 Krefeld
Telefon: 02151-301335
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www.intibe-nrw.de