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Zeitzeugengespräch: Halina Birenbaum

26. Januar um 19:00 bis 22:00

Halina Birenbaum, "Erinnerung lernen", Villa Merländer, Wolfgang Reinke

Halina Birenbaum – Schriftstellerin, Dichterin und Übersetzerin – 1929 in Warschau geboren, überlebte Auschwitz und die Schrecken des Holocaust und war am Ende des Zweiten Weltkrieges gerade 15 Jahre alt.

Sie kehrt nach Warschau zurück und findet dort ihren Bruder, den einzigen Überlebenden ihrer Familie. Der Kontakt zu einer Kibbuzgruppe, die sich auf die Ausreise nach Palästina vorbereitet, führt Halina Birenbaum über einen mehrmonatigen Aufenthalt in Deutschland nach Paris, wo sie zunächst zögert, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen; schließlich emigriert sie 1947 nach Israel.

Der Anfang in Israel ist hart, die Realität im Kibbuz entspricht nicht ihren Erwartungen; während der Aufbaujahre unter Kriegsbedingungen ist außerdem niemand an den Erfahrungen während ihrer Leidenszeit in den Konzentrationslagern interessiert. In mehrerlei Hinsicht enttäuscht, versucht Halina Birenbaum, inzwischen verheiratet, sich im Süden Tel Avivs eine neue Existenz aufzubauen. Zwei Söhne wachsen dort zunächst unter schwierigen Bedingungen auf. Schließlich findet die Familie eine gesicherte Existenz in Herzlia, der Partnerstadt von Marl.

Mitte der sechziger Jahre erscheint ihr erstes Buch „ Die Hoffnung stirbt zuletzt“, in ihrer Muttersprache polnisch, es folgen schnell die englische und deutsche Übersetzung des Buches. Das Leben und der Tod in der Besatzungszeit, das Martyrium der polnischen Juden in den Ghettos und in den Konzentrationslagern bilden das Hauptthema von Prosa und Dichtung Halina Birenbaums. 1986 kehrt sie erstmals nach Auschwitz zurück, in den folgenden Jahren werden ihre Besuche in Polen häufiger; als Zeitzeugin arbeitet sie mit den pädagogischen Mitarbeitern in Auschwitz zusammen. Seit einiger Zeit nimmt sie die Aufgabe der Sprecherin des Komitees der Auschwitz-Überlebenden wahr.
Der ersten Reise nach Deutschland 1989 folgen viele weitere, besonders auch an den Schulen in der Partnerstadt Marl, denn ihre Erfahrungen möchte sie besonders an junge Menschen weiterzugeben. Im Mittelpunkt ihrer Erzählungen steht der Überlebenskampf im Warschauer Ghetto und in Auschwitz. Diese Orte nehmen in den Veranstaltungen mit Halina Birenbaum ebenso konkrete Gestalt an, wie die in den Vernichtungslagern ermordeten Angehörigen ihrer Familie.

Am 27.1.2015 hielt Halina Birenbaum als Ehrengast und Sprecherin der Holocaustüberlebenden eine international viel beachtete und gewürdigte Rede zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz auf der großen internationalen Gedenkveranstaltung auf dem ehemaligen Gelände des Konzentrations-lagers Auschwitz.
Den Opfern ein Gesicht zu geben, ist das zentrale Ziel von Halina Birenbaum. Ihre Berichte, ihre Antworten auf viele Fragen, die – vor allem mit Blick auf die in ihren Unterarm eintätowierte Nummer – nicht einfach zu stellen sind, lassen die Vergangenheit auf eine Weise lebendig erscheinen, wie es nur durch Zeitzeugen möglich ist. Gleichzeitig überzeugt diese kleine energische Frau in ihrem Überlebensmut und ihrem Willen zur Verständigung – übrigens auch im Hinblick auf das Zusammenleben von Israelis und Palästinensern.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, das Haus freut sich über Spenden. Wir erwarten einen hohen Besucherandrang und der Platz ist begrenzt – wir bitten daher um vorherige Anmeldung unter ns-doku@krefeld.de oder 02151 503553.

Details

Datum:
26. Januar
Zeit:
19:00 bis 22:00
Veranstaltungkategorie:

Veranstaltungsort

Villa Merländer
Friedrich-Ebert- Straße 42
Krefeld, 47799 Deutschland
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Telefon:
02151 503553
Webseite:
http://www.villamerlaender.de