Der Bürokaufmann mit angeschlossenem Abenteuerbetrieb

 

Früher gab es viele Familienbetriebe, die so waren, wie der, der noch heute in Reno Müllers Kindheitserinnerung lebendig ist: Ein großer Apothekerschrank steht an der für den damals Achtjährigen riesigen Wand. Egal, was der Kunde wünscht, der Ladeninhaber weiß genau, welche Schublade er aufziehen muss, um das gewünschte Schraubenmodell hervorzuholen. Zu jeder Zeit ist er selbst im Laden. Vorsichtig und immer freundlich packt er die Schrauben in ein kleines Tütchen und reicht sie über die Ladentheke. Ein freundliches „Bis zum nächsten Mal“ begleitet den Kunden hinaus.

Schon damals bewundert der Junge die Persönlichkeit, verbunden mit dem hohen Servicegedanken des inhabergeführten Geschäfts. „Das hat einfach Spaß gemacht, dahin zu gehen“, sagt der sympathische Urkrefelder, „und deswegen ist man auch wiedergekommen.“ Gleichzeitig bekommt er die Metamorphose der Einkaufslandschaft in der Seidenstadt mit: Aus dem Boden werden Discount-Supermärkte gestampft, und mit den Jahren verschiebt sich die Gewohnheit, in inhabergeführte Fachgeschäfte zu gehen, dahin, mit dem Auto mal eben zum Discounter zu fahren.

Dass Reno Müller einer ähnlichen Veränderung Jahre später in seinem gelernten Beruf als Bankkaufmann auch begegnen wird, ahnt er als Kind natürlich noch nicht. „Als ich in der Ausbildung war, haben wir versucht, die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen und langjährige Beziehungen zu ihnen gepflegt. Der Kunde stand im Mittelpunkt“, erinnert er sich. Irgendwann wurde die Emotionalität weniger und die Anonymität größer. „Das war Teil des Geschäftsmodells, aber ich nahm die Realität mit Bedauern wahr. Ich wollte mit Menschen und nicht nur mit Zahlen arbeiten.“ Was er in seinem Hauptberuf vermisst, findet er in seiner Freizeit wieder. Schon immer liebte der 58-Jährige Oldtimer mit Charakter und beschließt irgendwann, aus dem Hobby einen besonderen Service werden zu lassen. Als Chauffeur fährt er in seinem alten VW-Käfer Brautpaare zur kirchlichen Hochzeit, begrüßt sie in feierlicher Garderobe, serviert Sekt und lässt sich als „James“ ansprechen. Später kommen weitere Oldtimer zu seiner Sammlung hinzu.

„Als Familienvater mit einem achtjährigen verspielten Jungen und einer neunjährigen schon damals kreativen Tochter, war mir von Anfang an wichtig, einen Ort zu schaffen, der für Familien einen Tag Urlaub darstellt.“

Leidenschaftlicher Oldtimer-Sammler, Familienmensch, Outdoor-Liebhaber und erfolgreicher Unternehmer: Reno Müller

Aus dieser nebenberuflichen Beschäftigung geht vor 30 Jahren sein erster Messebesuch hervor. Als Aussteller steht er auf einer Hochzeitsmesse. „Das Flair hat mich einfach nur verzaubert“, beschreibt er. „Die Paare flanierten Arm in Arm über die Gänge, sie lachten und unterhielten sich leidenschaftlich mit Servicedienstleistern im Bereich Hochzeit. Das war toll, zu beobachten.“ Kurze Zeit später weiß Müller, dass er diese Leidenschaft auch nach Krefeld holen möchte. Als Partner stößt er zu einem vierköpfigen Team dazu, das die erste Krefelder Hochzeitsmesse im Seidenweberhaus umsetzt. „Das lief so gut, dass es nicht mehr reichte, das Projekt ehrenamtlich zu betreuen. Also gaben wir es in professionelle Hände“, sagt Müller und ergänzt: „Und dann habe ich mir gedacht, dass ich das doch eigentlich auch selbst kann.“

Wenige Monate später sitzt er vor einem Block mit Stift und Kaffee in seinem damaligen Büro an der Friedrich-Ebert-Straße. Seinen Job in der Bank hat er im Rahmen eines Stellenabbauprozesses aus eigenen Stücken hinter sich gelassen. Nun schreibt er auf, was ihm Freude macht. „Pflanzen“ steht auf dem Papier genauso wie „Garten“ und „Natur“, „Kontakt mit Menschen“, „organisieren“ oder „Urlaubsatmosphäre“. „Wenn ich Rasen mähe und dann das Ergebnis sehe, fühle ich mich wie ein König“, sagt Müller und lacht. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man das Ergebnis seines Schaffens nicht nur auf dem Papier sieht, sondern es wirklich anfassen kann.“ In der Thematik Garten und Lifestyle findet er diese Eigenschaften wieder, und daraus konzipiert er einen Markt, der seine Leidenschaften für Outdoor, für inhabergeführten Service, für Freizeitgenuss und Individualität aufgreift: Die Krefelder Gartenwelt.

Reno Müller

Viel mehr als nur ein Markt: Die Gartenwelt an der
Rennbahn verspricht Urlaubsfeeling

An einem Montagmorgen im Jahr 2004 steht Reno Müller mit vor Freude strahlendem Gesicht mitten auf dem Sprödentalplatz. Schon jetzt hat sich eine Schlange vor dem Platz gebildet: Aussteller mit vollgeladenen Autos und sogar mit einem Dreißigtonner warten darauf, aufbauen zu dürfen. Das, was Müller auf dem Papier geplant hat, wird nun sichtbar lebendig. Über 80 Aussteller hat er durch seine persönliche Art und durch das innovative Konzept aus der Kaltakquise heraus gewinnen können: Holz Roeren ist mit dabei, Blumen Schmitz oder der Tönisvorster Heinrich Moerschen, übrigens alle auch heute noch Aussteller der Gartenwelt. Mit vielen helfenden Händen hat sich der Platz am Rande der Innenstadt in eine wunderschöne Oase verwandelt: Mehrere, zum Teil bis zu 300 Quadratmeter große Schaugärten mit Wasserläufen, Grillplätzen, Baumalleen oder Schwimmteichen sind extra für die Messe angelegt worden, und diverse Mitmachangebote locken Kinder und Familien auf den Platz. „Als Familienvater mit einem achtjährigen verspielten Jungen und einer neunjährigen schon damals kreativen Tochter, war mir von Anfang an wichtig, einen Ort zu schaffen, der für Familien einen Tag Urlaub darstellt“, erklärt Müller, der bald sein erstes Enkelkind erwartet. „Reno Müller-Märkte heißt, neben den vielfältigen Ausstellern immer auch Live-Musik, außergewöhnliche Gastronomie und Mitmacherlebnisse vorzufinden.“ Dafür packt der Geschäftsführer selbst mit an: Er akquiriert nicht nur, sondern konzipiert, plant und setzt als Notfallhelfer kurzfristige Lösungen um. Schon die erste Messe läuft so gut, dass aus seiner Idee bald ein attraktives Messekonzept wird.

Heute veranstaltet der 58-Jährige mit seiner Frau Lydia, die er liebevoll als heimliche Chefin des Unternehmens betitelt, seiner Tochter Isabel und seinem fünfköpfigen Team zehn einzigartige Messen an historischen Orten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Sorgfältig wählt das Team die Aussteller aus, sodass sich individuelle Hutmacher neben lokale Salzmanufakturen reihen, Skulpturkünstler sich mit Modedesignern austauschen und angesagte Gartenarchitekten neben Start-up-Grillunternehmern stehen. Dabei immer im Fokus: eine außergewöhnliche Nähe zum Kunden, die trotz der inzwischen beachtlichen Größe der Märkte eine besondere Familiarität vermittelt. Reno Müller ist stolz darauf, das, was ihn als Kind beeindruckt hat, heute selbst zu transportieren. „Ich verkaufe zwar keine Schrauben“, sagt er zwinkernd, „aber den inhabergeführten Servicegedanken, den familiären Charakter und die Vielfältigkeit des Apothekerschrankes habe ich mir für immer gemerkt.“

 

Vom 29. bis zum 31. März findet die Krefelder Gartenwelt in diesem Jahr auf der Krefelder Rennbahn statt. Es werden rund 170 Aussteller erwartet. Kinder haben freien Eintritt. Tagestickets für Erwachsene gibt es für 7 Euro an folgenden VVK-Stellen: Mediencenter am Ostwall, Mediamarkt, Romantikgärtnerei Peeters, Blumen Schmitz und Ticket Sachs. Die Tageskarte vor Ort kostet 8 Euro.

Eine Übersicht aller Reno Müller-Märkte finden Sie im Internet: www.renomueller.de