Comedian Ralf Schmitz über Social Media-Stress, sein Bühnenworkout und das neue Programm „Schmitzeljagd“

Der Name Ralf Schmitz ist Comedyfans schon lange ein Begriff. In Sketchformaten wie „Die Dreisten Drei“, Kinokomödien wie „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ oder der Wochensendung „Schillerstraße“ konnte der gebürtige Leverkusener in der Vergangenheit immer wieder seine Entertainerqualitäten unter Beweis stellen, allen voran ein überragendes Improvisationstalent. Überraschende Momente hält auch das neue Programm „Schmitzeljagd“ bereit, mit dem Schmitz am 28. März in der YAYLA Arena auftreten wird. Im Rahmen des Unterhaltungsabends widmet sich Schmitz ganz dem „Abenteuer Leben“ und der ewigen Suche nach Glück. Wie das sympathische Energiebündel sich für den Bühnenjob fit hält, was ihn privat zum Lachen bringt und was das Publikum bei der „Schmitzeljagd“ erwartet, hat er uns im Interview berichtet.

 

  // Von „Schmitz komm raus!“ über „Verschmitzt“ bis zur aktuellen „Schmitzeljagd“ – deine Soloprogramme haben immer eine Parallele: sie enthalten deinen eigenen Namen. Wieso?

Das ist einfach der Spaß an der Wortspielerei (lacht). Das praktische daran ist natürlich auch, dass jeder direkt weiß, wessen Programm das ist. Ich hätte selbst gar nicht gedacht, wie viele Namen sich da ergeben! Ich habe sogar zwischendurch mal gedacht, mir fällt kein Name mehr ein, aber irgendwie macht es dann doch „Peng!“ und dann merke ich „Ach guck mal, ich kann noch 30 weitere Programme machen!“.

// Wo wir gerade schon bei den Namen sind: Was verbirgt sich hinter dem Programmnamen „Schmitzeljagd“?

Bei einer Schnitzeljagd, da ist natürlich die Wortspielerei her, geht es ja um die Jagd von Hinweis zu Hinweis. Und genau das machen wir in meinem neuen Programm auch: Hier kommen die Hinweise natürlich vom Zuschauer, denn über die Hälfte des Programms ist improvisiert. Über die Hinweise der Zuschauer gestalte ich dann die Schnitzeljagd. Nach jeder Szene gibt es also einen Hinweis, der uns gemeinsam weiterbringt, und am Ende erwartet das Publikum noch eine große Überraschung – die kann ich natürlich nicht verraten, sonst wäre es ja keine Überraschung mehr (lacht)!

// Improvisation spielt bei nahezu allen deinen Auftritten eine große Rolle. Wie schaffst du es, das Publikum so anzuheizen und zum Mitmachen zu animieren?

Ich glaube, das beruht auf vielen verschiedenen Facetten. Zum einen merken die Menschen, dass es unheimlich viel Spaß macht, den Abend mitzugestalten und den Komiker auf der Bühne durch die Gegend zu schicken. Zum anderen wird schnell klar, dass es um das Miteinander geht: Wir wollen zusammen Spaß haben, und es soll auf keinen Fall jemand auf der Bühne vorgeführt werden. Ganz im Gegenteil: Es geht tatsächlich darum, dass ich gefordert werde und meine Kreativität auf der Bühne voll ausleben darf und muss.

// In deinem Soloprogramm suchst du nach Antworten auf Fragen wie „Warum ist jung sein heute so ein Stress und warum will dann trotzdem niemand alt werden?“. War deine Jugend für dich auch mit Stress verbunden oder ist das eher ein Phänomen der heutigen Zeit?

Also ich glaube, dass es heute stressiger ist. Wenn ich mir Instagram, Facebook, Tiktok und die ganze schulische Situation angucke, dann denke ich schon, dass es heute schwieriger ist. Dieser Social Media-Aspekt und der Drang, sich zu präsentieren, kann sowohl Segen als auch Fluch sein.

// Wenn man selbst immer dafür sorgt, andere Menschen auf der Bühne zum Lachen zu bringen, worüber kannst du persönlich denn am meisten lachen?

Ich habe natürlich meine großen Vorbilder und Lieblinge wie Loriot oder Luis de Funès, die mich und meine Jugend geprägt haben. Darüber kann ich mich auch heute noch kaputtlachen! Natürlich schafft das auch der ein oder andere Kollege – Torsten Sträter, der Wortakrobat, zum Beispiel, oder mein Freund Bastian Bielendorfer. Ich lache aber auch gerne über die kleinen alltäglichen Sachen wie meine Katze, die vom Sofa fällt – da könnte ich brüllen!

// Bei deinen Live-Shows werden nicht nur die Lachmuskeln der Zuschauer ordentlich angestrengt, auch du selbst titschst von einer Bühnenecke zur anderen. Wie hältst du dich für deine Shows fit?

Meine Bühnenshow ist ja gleichzeitig das Training, das ist ja das Tolle (lacht)! Privat schwimme ich gerne, laufe und fahre begeistert Inlineskates. Die habe ich auch fast immer auf der Tour dabei und nutze die Pausen, um mir die Dinger anzuschnallen und meine Runden zu drehen.

// Was macht mehr Spaß: Mit dem eigenen Live-Programm auf der Bühne zu performen oder im Fernsehen bei Shows wie „Take me out“ zu moderieren?

Schwierig. Bei dem, was ich gerade in dem Moment tue, schmeiße ich mich mit 110 bis 130 Prozent Leidenschaft rein, und das macht mir dann auch immer Spaß. Ich liebe das, was ich tue. Aber ich komme vom Theater, und wenn ich dann live auf einer Bühne stehe, da schlägt mein Herz am lautesten. Dieser direkte Kontakt, potenziert mit der Improvisation und der Interaktion, dadurch bin ich meinem Publikum noch näher. Das ist immer wieder ein Erlebnis für mich!

// Du stehst ja nicht das erste Mal auf der Krefelder Bühne – Wie gefällt dir unsere Stadt und vor allem das Krefelder Publikum?

Das Publikum ist sensationell, sonst wäre ich ja auch nicht so oft da (lacht)! Krefeld ist fast Heimat, da ich ja auch Rheinländer bin. Man versteht sich mit den typischen Begriffen und Dialekten: da ist der Kontakt zwischen mir und dem Publikum noch mal besonders intensiv. In Krefeld habe ich auch das Gefühl, dass die Leute super gerne bei den Shows mitmachen und so der Spaß für beide Seiten immer gegeben ist.

Die Krefelder freuen sich schon auf dich! Vielen Dank für das nette Gespräch!

 

Interview: Sophia Neise